Posts mit dem Label Firmenimperium werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Firmenimperium werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 25. Februar 2014

Sozialer Wohnungsbau in Göteborg

Anfang Februar wurden der politischen Führung Göteborgs einige Vorschläge darüber unterbreitet wie das Firmenimperium der Stadt effektiver gestaltet werden kann, wobei auch einige Vorschläge dabei waren nach denen gewisse Unternehmen oder Teile davon verkauft werden sollen um der Stadtkasse Geld zuzuführen. Einer dieser Vorschläge betraf die Sozialbauten der Stadt.

Nach dem Vorschlag sollen Sozialbauten in zentraler Lage verkauft werden um mit den Einnahmen die Renovierung und Modernisierung der verbleibenden Mietwohnungen am Rande der Stadt zu finanzieren, denn immerhin ist es Göteborg bisher nur gelungen gerade einmal ein Drittel der Bauten aus den 60er Jahren zu renovieren und zu modernisieren - und von den Mieteinnahmen wurde selbstverständlich keine Rücklage für diese Zwecke geschaffen, was im Laufe von 50 Jahren kein grosses Problem gewesen wäre.

Der Verkauf der Mietwohnungen im Sozialbau würde natürlich bedeuten, dass noch mehr zentrale Mietwohnungen Göteborgs auf der Strecke bleiben, da eventuelle Käufer selbstverständlich zum Genossenschaftssystem Bostadsrätt greifen werden, das rentabler und sicherer ist als jede Mietwohnung. Noch sind einige Mitglieder des Göteborger Stadtrats am zögern, was vor allem auf die kommende Wahl zurückzuführen ist, denn gegenwärtig will man auch wenig darüber sprechen um wie viel teurer renovierte und modernisierte Wohnungen für die Mieter werden, auch wenn sich die Wohnungen dann nur noch am Stadtrand befinden werden.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 16. Juni 2013

Politiker zwischen zwei Stühlen in Göteborg

Die Stadt Göteborg besitzt insgesamt 130 Firmen mit rund 7700 Angestellten und ist damit ein gigantischer Konzern, der mit seinen verschiedenen Verstrickungen kaum zu steuern und zu überblicken ist. Selbst Stockholm verfügt nicht über das Firmenimperium, das die Stadt Göteborg im Laufe der Zeit aufbaute, und dies, obwohl es in Schweden verboten ist, dass ein städtisches Unternehmen privaten Firmen Konkurrenz macht.

Das Problem des Firmenimperiums wäre indes nicht einmal so bedeutend, wenn jede Firma unabhängig arbeiten würde und die Stadtverwaltung lediglich eine Kontrolle ausüben würde. Aber der Geist Göteborgs in Form der Stadträte lässt dies leider nicht zu, denn nach einer Untersuchung der Tageszeitung GP (Göteborgs-Posten) gibt es nicht ein städtisches Unternehmen in dem nicht ein oder mehrere Stadträte im Vorstand sitzen um die Interessen der Stadt zu wahren. Und es gibt nicht einen Stadtrat, der keine Zusatzaufgabe hätte.

Bedeutend wird dies vor allem dann, wenn ein Stadtrat nicht nur in einem der Unternehmen maßgebliche Aufgaben wahrnimmt, sondern gleichzeitig in vier, fünf oder noch mehr Firmen seinen Einfluss gelten machen will, was leider keine Ausnahme in Göteborg ist. Es ist verständlich, dass dabei natürlich immer wieder Konfliktsituationen aufkommen, die in jedem Privatunternehmen undenkbar wären, denn die gleiche Person hilft zu Entscheidungen, die miteinander nicht immer zu vereinbaren sind. Aber die Zusatzeinkünfte und die Machtausübung sind den Politikern der Stadt aller Schattierungen natürlich wichtiger als eine sauber geführte Stadt.

Herbert Kårlin