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Samstag, 4. Oktober 2014

Überschwemmungsgefahr in Göteborg

Gerade dort wo in Göteborg die Überschwemmungsgefahr wegen des steigenden Wasserniveaus jedes Jahr höher wird, wird am meisten gebaut und dort findet man die teuersten Wohnungen der Stadt. In Eriksberg, am Ufer des Göta älv bereichern sich Stadt und Bauherren an der Gefahr ohne die Bewohner darüber zu informieren, dass es bei Hochwasser dort keinen Plan B gibt und manche unter ihnen unter Umständen ihre Schäden nicht einmal von den Versicherungen ersetzt bekommen, da sie in einem Risikogebiet wohnen.


Alle, die dort kauften und kaufen werden, sind davon überzeugt, dass die Politiker der Stadt im Notfall wissen wie sie die Häuser schützen können, oder sie sind davon überzeugt, dass es Zeit ihres Lebens eben kein Hochwasser geben wird und das Wasserniveau langsamer ansteigt als Wissenschaftler voraussagen, aber allen ist es wichtiger am Wasser zu leben als etwas weiter davon entfernt in Sicherheit vor kommenden Hochwassern und dem steigenden Meeresniveau, denn Wassernähe wird mit Prestige und Luxus verbunden.

Nachdem für Göteborg jedoch ein Eisenbahntunnel und die Entwicklung einer modernen Stadt wichtiger ist als die Sicherheit der Bürger, will man erst dann zu Schutzmaßnahmen greifen wenn es keine andere Chance mehr gibt, schon deswegen, weil keine Gelder dafür vorhanden sind und der Preise für den Schutz gegen Hochwasser teurer ist als der Eisenbahntunnel. Als Lösung sehen daher die Politiker der unterschiedlichsten Parteien, dass nicht Göteborg seine Bewohner schützen soll, sondern die Regierung in Stockholm, obwohl dort die Hochwasserprobleme kaum geringer sind, wie auch in vielen anderen Städten Schwedens.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 18. Januar 2013

Eine neue Eisenbahnbrücke über den Göta älv

Die Stadt Göteborg hat sich entschieden 250 Millionen zusätzlich in eine neu Eisenbahnbrücke über den Göta älv zu investieren, damit mit dem Bau der Brücke so schnell wie möglich begonnen werden kann. Nach der Vorsitzenden des Göteborger Stadtrates, Anneli Hulthén, ist dies eine der wichtigsten Infrastruktur-Satzungen der Stadt. Nach Hulthén kann man bei einem schnellen Baubeginn 100 Millionen der 2,5 Millarden teuren Brücke sparen, da die Grundlegung mit jener des Autotunnels koordiniert werden kann.

Wie hoch die tatsächlichen Kosten der Brücke mit zwei Eisenbahnspuren sein wird, ist jedoch mehr eine Schätzung als eine Gewissheit, da die beiden Ufer des Göta älv befestigt werden müssen, das Fundament durch den lehmigen Untergrund beim Bau erhebliche Probleme verursachen kann, die Umgebung ein Überschwemmungsgebiet ist und zudem die nahen Wohnhäuser gegen den aufkommenden Lärm geschützt werden müssen.

Die neue Brücke, die als Trostpflaster für die Bewohner Göteborgs auch mit einer Spur für Fahrräder und Fußgänger versehen werden soll, dient ausschließlich dem Güterverkehr vom und zum Göteborger Hafen, dessen Gewinne mittlerweile an ein dänisches Unternehmen gehen und nicht mehr an Göteborg. Es ist daher etwas erstaunlich, dass die Steuergelder der vom linken Flügel gesteuerten Stadt in ein Projekt gesteckt werden, das den Bewohnern nichts anderes als eine Belästigung bringen kann. Die aktuelle Brücke verursacht lediglich das Problem, dass sie nur über eine Spur für die Eisenbahn verfügt.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Keine Vorkehrungen gegen Überschwemmungen in Göteborger

Obwohl Göteborg zu den 18 Städten Schwedens gehört, bei denen Überschwemmungen erhebliche Probleme für Personen, Verkehr und Gebäude verursachen können, so hat die Stadt bisher keinerlei Bereitschaftsplan für diese Fälle erstellt. Und dies, obwohl Göteborg bereits mehrmals von Überschwemmungen betroffen war und das Wasserniveau einige Mal nahe dem Rekordniveau kam. Bereits 2009 präsentierte die Stadt auch eine Ausstellung über gefährdete Gebiete im Älvrummen, ohne dass dies zu Konsequenzen geführt hätte.

Nach dem MSB, dem Amt für Notfälle, werden bei einer bedeutenden Überschwemmung bereits heute 3000 Wohnungen unter Wasser stehen und zusätzlich die Arbeitsräume von über 21.000 Personen. Sachschäden werden vom MSB nicht bewertet, da das Amt nur die Aufgabe hat für die Sicherheit von Personen zu sorgen.

Nach den letzten beiden Überschwemmungen im Dezember wird nun die Regionalregierung und die Stadt aufgefordert bis zum 22. Dezember 2013 eine Karte mit sämtlichen Risikogebieten zu erstellen und dann bis 2015 einen Rettungsplan auszuarbeiten, damit in Zukunft alle Betroffenen kurzfristig und effektiv evakuiert oder gerettet werden können. Man muss daher hoffen, dass während der nächsten vier Jahre Göteborg von keiner bedeutenden Überschwemmung betroffen ist.

Herbert Kårlin

Samstag, 10. Dezember 2011

Überschwemmungen in Göteborg

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen versetzen Stürme Göteborg in einen Ausnahmezustand. Während der letzte Sturm jedoch vor allem Probleme im Flug- und Fährverkehr brachte, sind dieses Mal auch große Teile des Straßenverkehrs betroffen, da das Wasser des Göta Älv an zahlreichen Stellen über das Ufer getreten ist und mehrere Straßen gesperrt werden mussten.

Besonders problematisch war die Situation ab gestern Nachmittag, als die wichtigste Verbindung zwischen Göteborg und Hisingen, die Älvsborgsbron wegen orkanartigem Wind geschlossen werden musste und anschließend auch eine Röhre des Götatunnels geschlossen wurde, weil die Pumpen den Wasserrückstau nicht verkrafteten, was einen kleinen Vorgeschmack auf die Probleme mit dem geplanten neuen Tunnel zeigt, der im Rahmen des Infrastrukturpakets gebaut werden soll.

Die Fähren der Stena Line aus Deutschland und Dänemark benötigten Buxierboote um am Kai festmachen zu können und seit heute Nacht ist die Verbindung zu den südlichen Schären mit seinen rund 5000 Bewohnern vollständig unterbrochen. Obwohl der Wind mittlerweile nachlässt, ist der Göteborger Rettungsdienst nach wie vor pausenlos im Einsatz.

Herbert Kårlin

Samstag, 20. August 2011

Göteborg in hundert Jahren entvölkert

Nach einem Interview, das die schwedische Nachrichtenagentur TT mit dem Meteorologen Pär Holmgren führte, gibt es in hundert Jahren kaum noch jemanden, der in Göteborg leben will, da die Klimaveränderungen, die jährlich fortschreiten, das Leben an der süd- und westschwedischen Küste unmöglich machen werden. Niemand wird sich, nach Meinung von Pär Holmgren, freiwillig einem Klima aussetzen, wie es in Göteborg zu erwarten ist.

Eines der grundlegenden Probleme innerhalb der nächsten hundert Jahre ist bereits das steigende Wasserniveau, das bei Stürmen große Teile der Stadt unter Wasser setzen wird und die Autotunnels, auch jenen, den Göteborg für die nächsten Jahre plant, überschwemmen wird ohne dass das Wasser ins Meer zu pumpen ist. Zum anderen werden die häufigen starken Regenfälle das Leben ungemütlich machen und den Straßenverkehr regelmäßig zum Stillstand bringen.

Göteborg ist, wie andere Städte an der Küste, nicht auf die kommenden Klimaveränderungen vorbereitet und weder Straßen noch Gebäude sind so gebaut, dass sie die häufigeren Regenfälle verkraften. Stadtplaner richten sich nur auf vergangene und gegenwärtige Werte, beziehen jedoch nicht die globalen Konsequenzen der Klimaveränderungen ein. Selbst Gebäude an Meer und Flüssen werden von Zerstörungen nicht verschont bleiben.

Herbert Kårlin

Montag, 15. August 2011

Überschwemmungen in Göteborg

Die Regenfälle, die am Sonntag Nachmittag über Göteborg einsetzten und bis zu den heutigen Morgenstunden anhielten, verursachten ein bedeutendes Verkehrschaos in der Stadt, da die Wassermassen sowohl Umgehungsstraßen als auch Teile der Autobahn überschwemmten und für den Verkehr gesperrt werden mussten. Der einsetzende Berufsverkehr am frühen Morgen musste sich auf kleinen Nebenstraßen zur den Arbeitsplätzen durchkämpfen.

Die starken Regen, der eine Menge erreichte, die in Göteborg bisher noch nie gemessen wurden, setzte auch über 300 Keller unter Wasser, was die Feuerwehr noch den gesamten Montag über beschäftigen wird. Während der Nacht und der frühen Morgenstunden gingen bei den Rettungszentralen über 50 Anrufe die Stunde ein.

Obwohl das Wasser am Vormittag rückläufig ist, stehen noch überall am Rande der Straßen Fahrzeuge, die vom Regen überrascht wurden und abgestellt werden mussten. Da der Wetterdienst im Laufe des Tages weitere starke Regenfälle über Göteborg voraussagt, wird sich die Lage voraussichtlich erst in der Nacht zum Dienstag beruhigen und der Verkehr wieder reibungslos laufen.

Herbert Kårlin