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Sonntag, 21. September 2014

Bestechung kennt in Göteborg keine Grenzen

Bereits im Jahre 1982 führte der Stadtrat in Göteborg eine Policy ein, die den Angestellten in allen städtischen Ämtern klar machen sollte, dass sie keinerlei Relationen eingehen oder akzeptieren sollen, die ihre Integrität in Frage stellt und bei der der Verdacht aufkommen könnte, dass sie sich in irgend einer Weise von Lieferanten oder möglichen zukünftigen Lieferanten beeinflussen lassen. In der Abteilung Park und Natur scheint diese Information allerdings auch zwei Jahre später noch nicht angekommen zu sein.


Als die Firma Hanson & Möhring daher eine dreitägige Reise zu einem Selbstkostenpreis nach Deutschland anbot, fanden sich neun Vorgesetzte der Park- und Naturverwaltung, die zu je 4900 Kronen an der Reise teilnahmen, Geld, das natürlich der Steuerbezahler aufbringen muss. Das Ziel der Reise sollte sein, dass die Gruppe aus Göteborg mehr über Streusalz erfährt, über das Produkt, das Hanson & Möhring nach Göteborg liefert. Dass ein Hersteller vor allem möglichst viel verkaufen will, schien den führenden Angestellten nicht durch den Kopf zu gehen, oder sie hatten vergessen, dass Göteborg das Ziel hat die Menge an Streusalz so weit wie möglich zu reduzieren.

Auch wenn man darüber diskutieren kann, ob diese Information auf andere Weise nicht billiger zu erhalten sei und eine breitere Schicht treffen könnte, denn knapp 45.000 Kronen sind eine bedeutende Summe, so stellt sich natürlich bei der Lektüre des Programms eine andere Frage, denn einer der Punkte ist ein Besuch im Bordershop in Puttgarden, damit sich der bildungssüchtige Stab an Alkohol eindecken kann. In welchem Zusammenhang dies mit einer Information über Streusalz zu verbinden ist, darüber schweigen Veranstalter und Teilnehmer. Die Frage ist nun wie der neue Stadtrat Göteborgs mit restriktiver Alkoholpolitik auf diese Reise reagieren wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Samstag, 30. August 2014

Stena Line in Göteborg im Aufwind

Nach zahlreichen Jahren, die mit finanziellen Problemen mehrerer Fähren verbunden war, hat das Göteborger Unternehmen Stena Line nun einen Weg gefunden, der die Fahrten zwischen Schweden und Dänemark wieder rentabel gestaltet, denn die Einrichtung von Bordershops an Bord mehreren Linien liess die Reisenden zurückkommen und sorgte zudem für bedeutende Zusatzverkäufe.


Nach Auswertung der Zahlen der letzten Monate hat sich Stena Line daher nun dazu entschieden, dass die Bordershops auf den Linien zwischen Göteborg und Fredrikshafen, zwischen Varberg und Grenå und zwischen Karlskrona und dem polnischen Gdynia (Gdingen) erhalten bleiben werden, auch wenn dies gegen die Ideen der schwedischen Alkoholpolitik läuft und den staatlichen Alkoholverkaufsstellen Systembolaget Konkurrenz macht.

Ein Tagesausflug nach Dänemark kann auch in Zukunft für 99 Kronen von Göteborg aus angeboten werden, wobei die Fahrgäste auf ihrer Rückreise Alkohol um durchschnittlich 60 Prozent unter dem offiziellen schwedischen Preis erwerben können, auch wenn die Fahrgäste nicht mehr an Bord anfangen können einen Teil davon zu leeren. Allein während der Testmonate konnte Stena Line in seinen Bordershops über eineinhalb Millionen Liter an Bier absetzen, neben Wein und stärkerem Alkohol.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 1. April 2014

Stena Line setzt weiterhin auf schwimmenden Bordershop

Einen Monat lang versuchte Stena Line mit zwei schwimmenden Bordershops, einem zwischen Göteborg und Fredrikshavn und einem zwischen Karlskrona und Gdynia, die Anzahl der Passagiere auf ihren Fähren zu steigern. Nun stellt die Geschäftsführung fest, dass die Anzahl der Passagiere zwischen Schweden und Dänemark um 250 Prozent nach oben ging und der Verkauf während der Überfahrt um 106 Prozent anstieg, beide Zahlen verglichen mit dem gleichen Monat des Vorjahres.

Die Dänemark-Fähre verlässt die Schären Göteborgs

Auf Grund dieses Erfolgs hat sich Stena Line nun dazu entschieden den Versuch mit den schwimmenden Bordershops um einen weiteren Monat auszudehnen um damit Zahlenmaterial zu erhalten, das sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. Gleichzeitig entschied man sich im April eine weitere Linie durch einen Bordershop zu ergänzen, denn ab dem 1. April kann man nun auch bei einer Überfahrt zwischen Varberg und Grenå billigen Alkohol erwerben.

Inwieweit die steigende Besucherzahl tatsächlich mit dem Kauf von billigem Alkohol verbunden ist, kann Stena Line bisher nicht beurteilen, da die größte Passagiersteigerung bei Tagesfahrten von Göteborg nach Fredrikshavn zu verzeichnen ist, was auch damit zusammenhängen kann, dass die Tageskarten mittlerweile für 99 Kronen im Handel sind, was bedeutetet, dass man bei entsprechender Planung auch einige Stunden lang in Dänemark verbringen kann, oder aber nach der Arbeit noch kurz eine Einkaufskreuzfahrt unternehmen kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 21. Februar 2014

Stena Line bietet schwimmenden Bordershop

Um die Seereisen zwischen Göteborg und Fredrikshavn attraktiver zu gestalten und vor allem mehr Reisende anzulocken, startet Stena Line auf dieser Strecke im März einen Versuch, der den staatlichen Systembolagen der Stadt kaum gefallen wird, denn an Bord der Fähren werden Bordershops eingerichtet in denen man Whisky, Vodka, Wein und Bier um bis zu 60 Prozent unter dem Preis der staatlichen Läden erwerben kann.


Als Zielgruppe sieht Stena Line vor allem jene Göteborger, die bisher mit Bussen Tagesreisen nach Puttgarden unternahmen um sich dort mit Alkohol eindecken zu können, eine wachsende Schicht, die den Alkohol allerdings nicht nur selbst trinken will, sondern sich durch den illegalen Verkauf auch die Fahrt ersetzen lässt. Und in der Tat könnte Stena Line hier mit einer treuen Kundschaft rechnen, die sich in Zukunft auf der Rückfahrt von Dänemark nach Schweden reichlich eindeckt.

Die Berechnungen von Stena Line könnten auch aufgehen, da eine Busfahrt rund 700 Kronen kostet und eine Tagesfahrt nach Fredrikshavn wochentags noch nicht einmal 100 Kronen. Bei den geringen Kosten der Reise könnten daher nicht nur viele vom Bus auf die Fähre übergehen, sondern auch jene, die bisher illegal den illegal verkauften Alkohol aus dem deutschen Puttgarden erwarben, könnten bei diesem Preis die Reise zum Alkoholeinkauf selbst machen und zudem einen ausgedehnten Spaziergang in Dänemark machen oder dort gemütlich essen gehen. Selbst der Stress einer Busfahrt ist bei diesem Ausflug mit Stena Line zu vermeiden.

Copyright: Herbert Kårlin