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Sonntag, 5. Oktober 2014

Eine besondere Geburt in Schweden

Als Forscher des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in Göteborg im Jahre 1999 begannen nach einer Lösung zu suchen wie Frauen, die ohne Gebärmutter geboren wurden oder denen diese in sehr jungen Jahren entfernt werden musste, Kinder bekommen können, war ihnen bewusst, dass dies sehr viele Jahre dauern würde. Erst als im Jahre 2012 die erste Transplantation einer Gebärmutter gelang, waren die Forscher dem Ziel ein großes Stück näher gerückt und nur zwei Jahre später können sie eine Erfolgsmeldung verbuchen.

Nun gaben die Mediziner bekannt, dass nicht nur bisher sieben der neun Transplantationen einer Gebärmutter über alle Erwartungen gut verliefen, sondern dass auch die erste der Frauen  vor einem Monat ein gesundes Baby geboren hat und eine weitere Frau ein Kind erwartet. Beide Embryos entstanden aus den Eiern der Mütter und den Spermien der Väter und wurden zu Beginn des Jahres in der jeweiligen Gebärmutter eingesetzt.

Natürlich ist dies noch nicht als echter Erfolg zu sehen, denn bei zwei Frauen ist die Transplantation missglückt und bei fünf weiteren ist ungewiss ob sie nun Kinder bekommen können, aber die Kette der Ereignisse zeigt, dass es möglich ist dass eine Frau, die ohne Gebärmutter zur Welt kommt, Mutter werden kann. Weitere Forschungen, Transplantationen und Analysen können daher in wenigen Jahren bereits dazu führen, dass überall in der Welt ähnliche Transplantationen durchgeführt werden können und zumindest die Chance besteht, dass ein Teil dieser Frauen auch Kinder bekommen kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. September 2012

Erste Gebärmuttertransplantation in Göteborg

Nachdem im Mai des Jahres selbst der Ausschuss für ethische Fragen die ersten sechs Transplantationen einer Gebärmutter in Schweden genehmigte und die Sahlgrenska Universitätsklinik in Göteborg alle Vorbereitungen getroffen hatte, wurden am Wochenende nun die ersten beiden Gebärmuttertransplantationen erfolgreich durchgeführt. An den Operationen, die knapp vier Stunden dauerten, waren zwei Equipes mit über zehn Spezialisten für Gynäkologie und Transplantationsfragen beteiligt. Beiden Frauen und den Spenderinnen geht es gut.

In beiden Fällen waren die Mütter die Organspenderinnen, wobei eine der Patientin ohne Gebärmutter geboren wurde und die anderen Frau sie nach einem Gebärmutterhalskrebs verloren hatte. Ob die Transplantationen erfolgreich waren und die beiden Frauen auch Kinder bekommen können, wird sich erst in etwa einem Jahr zeigen. Gegenwärtig kann man nur sagen, dass die Operationen als solches geglückt sind und dabei keine Komplikationen auftraten.

Allerdings können diese beiden ersten Operationen Frauen, die sich in der gleichen Situation befinden, nicht grundsätzlich Hoffnung geben, denn das erste Problem ist bereits einen Spender zu finden, der kompatibel ist. In Göteborg kommen daher in den nächsten Jahren nur Frauen in Frage, die von ihren Mütter, ihren Tanten oder einer älteren Schwester eine Gebärmutter erhalten können. Aber auch das Alter der Frauen und der allgemeine Gesundheitszustand spielen eine Rolle. Für die Befruchtung kommt nur die IVF (In-vitrio-Fertilisation) in Frage. Die beiden Frauen, die am Wochende eine Gebärmutter bekamen, hatten mit rund 30 Jahren das ideale Alter für eine Gebärmuttertransplantation.

Herbert Kårlin

Sonntag, 20. Mai 2012

Gebärmuttertransplantation in Göteborg rückt näher

Nachdem das Sahlgrenska Universitätskrankenhaus in Göteborg sich bereits vorigen Herbst auf die erste Gebärmuttertransplantation vorbereitet hatte, hat der schwedische Rat für ethische Fragen das Vorhaben trotz der intensiven Vorbereitungen damals gestoppt. Erst nun erfolgte eine Zusage, wenn auch nur für eine begrenzte Anzahl an Transplantationen und unter gewissen Auflagen.

Von den zehn geplanten Operationen, die bereits seit einem Jahr in jeder Einzelheit organisiert waren, dürfen nun im kommenden Herbst sechs in Angriff genommen werden, vorausgesetzt, die Forscher gründen dazu ein Sicherheitskomitee. Bei allen geplanten Operationen sind Spender und Empfänger miteinander verwandt, was die Probleme der Abstoßung reduzieren wird.

Das Projekt der Gebärmuttertransplantation setzt sich bei allen sechs Frauen mit einer künstlichen Befruchtung fort, die frühestens ein Jahr nach der erfolgreichen Operation vorgenommen werden kann, auch wenn die befruchteten Eier bereits jetzt eingefroren sind. Die Frauen müssen von Beginn der Transplantation bis zur Geburt Medikamente einnehmen, da sonst mit Komplikationen zu rechnen ist.
Herbert Kårlin