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Montag, 5. Juli 2010

Familienzusammenführung für Somalier in Göteborg unmöglich

Von 286 Anträgen auf Familienzusammenführung von in Schweden lebenden Personen mit somalischem Ursprung wurde während der letzten drei Monate im Ausländeramt in Göteborg ein einziger Antrag genehmigt und alle anderen abgelehnt. Die Situation bleibt für Somalier, die mittlerweile in Schweden selbst eingebürgert wurden, unverständlich und zu extremen Härtefällen.

Der Grund dafür sind die neuen Regeln der bürgerlichen Regierung, denen das Migrationsverket (Ausländeramt) in Göteborg seit März des Jahres folgt. Eine Familienzusammenführung kann nur erfolgen, wenn das noch in Somalia lebende Familienmitglied mit Hilfe eines Passes seine Identität beweisen kann. Während dies für die Mehrheit der Einwanderer aus anderen Ländern kein großes Hindernis darstellt, stehen Einwanderer aus Somalia vor einem unüberwindbaren Problem, denn Pässe, die seit der frühere Diktator des Landes im Jahre 1991 gestürzt wurde, ausgestellt werden, sind von schwedischer Seite keine gültigen somalischen Pässe und werden nicht anerkannt.

Kindern und Jugendlichen, die daher unter 19 Jahre alt sind und mit ihren Eltern in Schweden vereint werden wollen haben daher keine Chance mehr in Schweden legal einzureisen oder sich dort aufzuhalten. Ein Vater aus dem Västra Götaland mit schwedischer Staatsangehörigkeit, der selbst mit einem DNA-Test beweisen konnte, dass er der leibliche Vater des Kindes ist, das er nach Schweden holen wollte, damit es hier die notwendige medizinische Hilfe erhält, konnte die Behörde in Göteborg nicht von seiner Vaterschaft überzeugen. Sein Antrag auf Familienzusammenführung wurde erneut abgelehnt, da die Identität des Sohnes nicht bewiesen werden kann.

Herbert Kårlin

Freitag, 11. Juni 2010

Verfolgte Iraker werden aus Göteborg ausgewiesen

Seit dem Jahr 2005 hat sich die Situation für irakische Flüchtlinge in Schweden kaum verändert. Die Mehrheit ihrer Anträge auf Asyl wird abgelehnt, obwohl das Migrationsverket, das schwedische Ausländeramt, weiß, dass sich in Schweden nahezu 5000 Iraker ohne Papiere aufhalten, die nach ihrer Rückkehr in den Irak Verfolgungen ausgesetzt sind und bereits ausgewiesenen Iraker im ursprünglichen Heimatland selbst schon getötet wurden.

Die Aktion 2010, in der sich vor allem die Kirchen in den Göteborger Stadtteilen Bergsjön, Angered und Lundby engagieren, versuchen seit dem Jahre 2005, damals unter dem Namen Påskuppropet, Irakern dabei zu helfen ihre Asylanträge neu prüfen zu lassen. Nur knapp 2% der Fälle werden von den Behörden neu aufgenommen, wobei der Rest der Asylanten teilweise pauschal abgeschoben wird. Zu einem Großteil handelt es sich dabei um Christen, die im Irak sehr starken Repressalien ausgesetzt sind.

Die Aktion 2010, die verfolgten Flüchtlingen auch dabei hilft in der Anonymität zu verschwinden, kann die Situation dieser Personen nicht tatsächlich verbessern, da papierlose Anonymität auch in Schweden Armut bedeutet und eine permanente Angst von den Behörden aufgegriffen zu werden um in den Irak ausgewiesen zu werden. Heute sind es bereits fast 5000 Iraker, die versteckt irgendwo in Schweden auf ständige Hilfe angewiesen ist und ohne Änderungen im Verhalten des Migrationsverkets wird die Zahl noch steigen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 22. Juli 2009

Erneut Spieler des Gothia Cups spurlos verschwunden

Jedes Jahr verschwinden einige Spieler des Gothia Cups kurz bevor sie die Rückreise in ihr Land antreten müssen. In der Regel melden sie sich einige Tage nachdem ihre Mannschaft abgereist ist bei der Ausländerpolizei um Asyl zu beantragen.

Dieses Jahr sind fünf Spieler aus Tanzania spurlos untergetaucht und die restliche Mannschaft musste bereits am Montag in die Heimat zurückkehren. Auch dieses Mal blieben wieder Spieler aus einem afrikanischen Land zurück, und wieder vermutlich Jugendliche, die hoffen, in Schweden willkommen zu sein und hier als professionelle Fußballspieler ein besseres Leben führen zu können.

Die schwedische Polizei sucht die verschwunden Jugendlichen nicht aktiv, sondern wartet mehr oder weniger, dass sie sich beim Migrationsverket, dem schwedischen Ausländeramt melden werden, da sie sich keinerlei krimineller Handlung schuldig machten und sie mit einem gültigen Visum eingereist sind.

Leider ist die Realität dieser Jugendlichen meist anders als ihr Traum, denn da sie im Heimatland nicht politisch verfolgt werden müssen Sie mit einer Ausweisung rechnen. Oder es geht ihnen wie zwei Mädchen, ebenfalls aus Tanzanie, die 2002 illegal in Schweden blieben. Sie wurden 2006 als Prostituierte in Göteborg aufgegriffen.

Ab 2011 werden für nichteuropäische Teilnehmer am Gothia Cup, auch zu ihrem eigenen Schutz, die Regeln für die Einreise nun verschärft. Jeder Teilnehmer muss vor oder bei der Einreise seine Fingerabdrücke hinterlegen, damit seine Identität innerhalb des Raumes von Schengen jederzeit überprüft werden kann und falsche Angaben bei einem Asylantrag nicht mehr möglich sein werden.

Weitere Informationen zum Thema bei:
Inga spår efter Gothia-spelare