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Samstag, 18. Dezember 2010

Göteborg wird finnisches Verwaltungsgebiet

Ab dem 1. Februar 2011 wird Göteborg zu einem finnischen Verwaltungsgebiet, was bedeutet, dass die städtischen Einrichtungen Göteborgs, und vor allem alle Altersheime der Stadt, der schwedisch-finnische Minorität einen Service in finnischer Sprache anbieten werden.

Auch wenn dieser neue Service nicht vom ersten Tag an voll funktionieren wird, so arbeitet die Stadt Göteborg bereits darauf hin, dass die finnischsprachige Minorität Göteborgs überall in der Muttersprache kommunizieren kann. Die Mehraufwendungen werden von den staatlichen Subventionen in Höhe von jährlich drei Millionen Kronen finanziert.

In Göteborg leben zur Zeit rund 15.000 Personen mit finnischen Wurzeln, die auch in Schweden überwiegend Finnisch zur Verständigung benutzen. Nicht eingerechnet sind hier die sogenannten Finnland-Schweden, die Schwedisch als ihre Muttersprache betrachten.

Auch wenn die Entscheidung Göteborgs zu begrüßen ist, so stellt sich dennoch bereits heute die Frage, wie in Zukunft die Verständigung mit der arabisch und persisch sprechenden Minderheit in Altersheimen und Krankenhäusern in Göteborg aussehen wird, da vor allem viele der älteren Einwanderer kein oder nur ein unzureichendes Schwedisch sprechen.

Herbert Kårlin

Samstag, 12. Juni 2010

Stadtteil und Schulleistungen hängen in Göteborg zusammen

Der Wohnort, und vor allem der Ausländeranteil eines Stadtbezirks in Göteborg, entscheidet maßgeblich über die Zukunft der Schüler. Während in den teureren, privilegierten Stadtteilen nur zwischen 1,5 und 8% des neunten Schuljahrs den Schulabschluss nicht schaffen, der die Voraussetzung für den Zugang zum Gymnasium ist, liegt die Quote bei unterprivilegierten Stadtteilen zwischen 29,5 und 47%.

Die größten Schwächen zeigen Schüler in den Fächern Schwedisch, Englisch und Mathematik, wobei diese Mängel oft auch erst zu spät entdeckt werden, da Schüler während der ersten Jahre keinerlei Noten bekommen und auch keinem Test unterworfen sind. Es liegt daher an den Eltern und einzelnen Lehrern Schwächen zu entdecken und dann entsprechende Hilfe anzubieten, was mangels Lehrkräften und oft sehr unterschiedlichen Muttersprachen der Schüler in der Regel kaum oder nicht möglich ist.

Die hohe Quote an Schülern in Bergsjön, Gunnared, Kortedala oder auch Frölunda-Högsbo, denen der Zugang zu einer höheren Ausbildung verwehrt ist, liegt auch daran, dass etwas wohlhabendere Eltern dieser Stadtteile ihre Kinder in Freischulen oder Schulen anderer Stadtteile einschreiben. Im jüngsten Budget der Stadtverwaltung Göteborg soll nun mehr Geld an Schulen fließen, ohne dass jedoch ein klares Programm vorliegt wie der Schulunterricht in Zukunft aussehen soll und welche Maßnahmen geplant sind, dass auch Schüler mit ausländischer Herkunft die Gymnasialreife erreichen können.

Herbert Kårlin