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Freitag, 29. März 2013

Keine Wahlfreiheit für Ältere in Göteborg

Während bereits voriges Jahr 129 schwedische Gemeinden das LOV (Lagen om valfrihetssystem) annahmen und nur 28 entschieden der älteren Bevölkerung die zu einem Pflegefall wird kein Mitspracherecht bei der Wahl von Pflegedienst und Pflegepersonal zu geben, hat sich nun die sozialdemokratische Regierung Göteborgs entschieden sich der Minorität anzuschließen und dies, nach Aussagen der Verantwortlichen für Sozialdienste, Anna Johansson, so lange die Sozialdemokraten in Göteborg die Macht haben.

Wer daher in Göteborg auf einen Pflegedienst angewiesen ist, muss auch in Zukunft akzeptieren, dass der Sozialdienst Göteborgs alle Entscheidungen über ihr zukünftiges Leben fällt, egal ob das Personal dann unfreundlich ist, Dienste verweigert oder sich in keiner Weise um den Lebensrhythmus des Betroffenen kümmert. Die Alternative ist nur rechtzeitig die Stadt zu verlassen um einer indirekten Entmündigung zu entgehen.

Nach Anna Johansson bietet die Wahlfreiheit keine Verbesserung für Pflegefälle, was man auch so interpretieren kann, dass die Wahlfreiheit die Stadt mehr Geld kosten könnte, das dann nicht in Prestigeprojekte gesteckt werden kann, eine Politik, die sich auch im Schulwesen und der Frage der Bibliotheken und in anderen Bereichen der Stadt sehr deutlich zeigt. Immerhin soll nun beraten werden ob man dem Pflegepersonal eine Zusatzausbildung bieten kann, falls das Geld vorhanden ist, denn im vorigen Jahr wurden rund 270 Millionen Kronen, die für Alterspflege und Pflegedienst angesetzt waren, von der Stadt zweckentfremdet.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 21. Januar 2013

Ambulanter Pflegedienst in Göteborg am Ende der Liste

Eine Umfrage unter den Personen, die in Schweden auf einen ambulanten Pflegedienst angewiesen sind, zeigt, dass Göteborg mit seinen Leistungen auf Platz 273 von 290 möglichen Plätzen landet, was bedeutet, dass man dabei kaum noch von einem Dienst, sondern nur noch von einer Notversorgung reden kann, und dies, obwohl der Stadtrat dafür Werbung macht, dass sich mehr Personen zu Hause versorgen lassen sollen und er sich selbst für den hohen Einsatz lobt.

Nach der Untersuchung des Gesundheitsamts sind in Göteborg 20 Prozent der Personen mit ambulantem Pflegedienst mit den angebotenen Leistungen absolut unzufrieden. Rund 25 Prozent der Betroffenen klagen darüber, dass der Pflegedienst zeitlich zu knapp bemessen ist und nur jeder dritte erklärt, dass er oder sie sich bei dem angebotenen Dienst zu Hause auch sicher fühlt. Die Hälfte der Pflegefälle beklagt, dass man als Betroffener keinerlei Möglichkeit hat zu erfahren zu welcher Zeit das Pflegepersonal erscheint.

Natürlich sollte diese Situation den Stadtrat Göteborgs nicht sonderlich erstaunen, da man seit Jahren beim Dienst am Bürger nur noch an Sparmaßnahmen denkt, was sich bei Kindergärten, Schulen und natürlich auch beim ambulanten Pflegedienst bemerkbar macht, denn Tatsache ist, dass die Ausgaben für die ambulante Pflege pro Person in Göteborg niedriger liegen als in den meisten anderen Gemeinden des Landes. Erstaunlich ist dabei vor allem, dass hier ein rechts regiertes Stockholm bessere Leistungen bietet als ein rot-grünes Göteborg, das sich für soziale Leistungen stark macht.

Herbert Kårlin