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Montag, 16. Januar 2012

Göteborger Klinik in der Grauzone

Obwohl alle schwedischen Schönheitskliniken bereits im Jahre 2010 aufgefordert wurden Patientinnen, die die stark diskutierten Brustimplantate PIP eingesetzt bekommen hatten, über die Gefahren dieser Implantate zu informieren, hat die Göteborger Art Clinic bisher nicht eine der betroffenen Frauen kontaktiert. Auch die teils beängstigenden Berichte aus anderen Ländern konnten die Klinik bisher nicht dazu bewegen die Frauen direkt anzusprechen.

Im Gegensatz zu einigen anderen Kliniken in Schweden, behaupten die Verantwortlichen der Art Clinic, dass die Gesetze des Landes ihnen jede Kontaktaufnahme verbieten, da jede Klinik unter der Geheimhaltungspflicht steht. Weder des Gesundheitsamt noch das Arzneimittelamt, die die Kliniken voriges Jahr über das Verbot des Implantats in Schweden informierten, stimmen diesen Aussagen zu, sondern bestätigen, dass sie jede Klinik aufforderten die Frauen unmittelbaren über die Gefahren von PIP-Implantaten zu informieren.

Obwohl das Brustimplantat bereits im März 2010 in Schweden verboten wurde, begnügte sich die Göteborger Art Clinic damit nur eine kurze Information auf ihrer Homepage zu veröffentlichen. Frauen, die ihren Arzt bei der Art Clinic konsultieren, werden nun bei ihrer Ankunft gebeten unter sechs Alternativen zwischen einer jährlichen Kontrolle und einem Austausch des Implantats gegen 17.000 Kronen zu wählen, was man nahezu so betrachten kann, dass die Klinik jede Verantwortung auf die betroffenen Frauen übertragen will.

Herbert Kårlin

Montag, 30. November 2009

Schönheitschirurgie ein lohnendes Geschäft in Göteborg

Aussehen spielt heute eine Rolle bei Einstellungsgesprächen, gibt Selbstvertrauen und verspricht Kunden das Aussehen eines Fernsehstars. Die natürliche Folge davon ist daher der Boom einer Branche, die zum Teil mit Angestellten ohne jede medizinische Ausbildung die Schönheit einer griechischen Göttin verspricht.

Im letzten Jahr haben allein die Göteborger offiziellen und zugelassenen Schönheitskliniken einen Umsatz von 80 Millionen Kronen verbucht. Dies entspricht einem Zuwachs von 38% innerhalb von zwölf Monaten und etwa 3500 Schönheitsoperationen unterschiedlichster Art.

Nachdem Laserbehandlungen und Injektionen mit Botox in Schweden auch nicht zugelassene Kliniken und selbst Personen ohne jede medizinische Ausbildung anbieten können, liegt die Dunkelziffer für Schönheitsbehandlungen und -operationen in Göteborg vermutlich drei- bis fünfmal über der offiziellen Ziffer, wobei jene, die zu einer billigeren nicht zugelassenen Klinik gehen oft nicht einmal wissen welches Risiko sie eingehen. Eine Ende des Booms ist zur Zeit nicht abzusehen.

Herbert Kårlin