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Freitag, 19. Oktober 2012

Der Tag des Essens in Göteborg

Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson (links)
 
Bereits seit einigen Jahren wird in Schweden am 18. Oktober der Tag des Essens (Måltidens Dag) ausgerufen an dem sich zahlreiche Orte des Landes bewusst Gedanken über gesundes, ausgeglichenes und wohlschmeckendes Essen machen und die Bevölkerung auf die Bedeutung von gesundem Essen aufmerksam machen. Auch in Göteborg wird dieser Tag jedes Jahr in besonderer Weise gewürdigt, jedoch noch nie auf so bedeutende Weise wie dieses Jahr, in dem Göteborg zur schwedischen Hauptstadt des guten Essen ausgerufen wurde.

Dieses Jahr lag der Schwerpunkt bei der Schulküche und der Küche für ältere Personen, was in Göteborg immerhin rund 600 verschiedene Stadtküchen mit etwa 1000 Angestellte betrifft, die in Schulen, Pflegeheimen, Altersheimen oder anderen Einrichtungen täglich für gutes Essen sorgen müssen und die Auflage haben so viel biologische Zutaten zu verwenden wie möglich und jeder Gruppe das Essen zu liefern, das vom Gesundheitsstandpunkt für sie am idealsten ist.

Nachdem man in Göteborg den Måltidens Dag dafür nutzen wollte der Bevölkerung einen Einblick in die Stadtküchen zu bieten, wurden im Einkaufszentrum Nordstan zwei kleinere Küchen aufgebaut an denen die Besucher des Zentrums zwei Gerichte selbst kostenlos testen konnten. Und wer dann auch etwas geistige Nahrung zu sich nehmen wollte, konnte einer Debatte folgen bei der der schwedische Landwirtschaftsminister Eskil Erlandsson und zwei Vertreter der Stadt über die Anforderungen sprachen, die man an gutes Essen und die Bereitstellung der Rohstoffe stellen muss.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Sonntag, 6. Mai 2012

Themawoche Göteborg in städtischen Kantinen

Zum dritten Mal haben sich die Göteborger Stadtteile Centrum, Majorna-Linné und Örgryte-Härlanda zusammengesetzt um ihren rund 17.000 Essensgästen in Kindergärten, Schulen und Altersheimen nun eine Woche lang Essen zu einem bestimmten Thema zu bieten. Nach Gesundheit und Umwelt steht nun eine Woche typisch Göteborger Küche auf dem Speiseplan.

Natürlich ist das Thema kein Zufall, sondern knüpft daran an, dass Göteborg dieses Jahr zur Stadt des guten schwedischen Essens gekürt wurde. Auch wenn die Gäste der Stadtküche, schon aus Kostengründen, nicht exklusive Fischgerichte geboten bekommen, so haben die entsprechenden Köche dennoch deftige Hausmannskost der Stadt ausgewählt, mit einer kleinen moderneren Variante, die aber ebenfalls nur in Göteborg zu finden ist.

Natürlich beginnt der kommende Montag mit dem typischen „halv special“, was nichts anderes ist als ein Brot mit Wurst und Kartoffelpüree. Dann werden Pasta mit „goa“ (guten) Bohnen, gebratene Makrele mit grüner Gemüsesoße, gebackener Lachs mit Dillsoße und die „Citysuppe“ geboten, wobei die Suppe eine Erfindung der Göteborger Köche ist und von den meisten Essensgästen als Leckerei betrachtet wird. Da die Einkäufe in diesem Fall gemeinsam stattfinden, können in der Themawoche auch ausgewähltere Gerichte angeboten werden ohne dass die städtische Kasse mehr belastet wird.
Herbert Kårlin

Dienstag, 20. März 2012

Göteborger Pflegedienst und ungesundes Essen

Bei einer kürzlichen Untersuchung, welches Essen ältere Personen in Göteborg vom Pflegedienst und den Stadtküchen serviert bekommen, stellte man fest, dass nicht eine der 46 Küchen, die das Essen zubereiten, die aktuelle Norm erreichen, die gelieferte Ernährung in vielen Fällen unsachgemäß zubereitet wird und das Küchen- und Pflegepersonal in keiner Weise über die notwendige Ausbildung verfügt, die eine entsprechender Dienst fordert.

Bereits im Dezember letzten Jahres entschied die Stadt, dass ältere Leute in Wohnheimen oder zu Hause durch den Pflegedienst und die entsprechenden Küchen täglich eine gute, gesunde und nahrungsreiche Mahlzeit erhalten müssen, zumal dieses Essen bis zu 30 Prozent des täglichen Nahrungsbedarfs decken muss. Da jedoch keinerlei Überwachung und kein Zulassungsverfahren existiert, blieb diese Bestimmung nichts anderes als schöne Worte.

Nicht eine der von Göteborg zugelassenen 46 Küchen hat eine Genehmigung Lebensmittel zu hantieren, der Inhalt der Verpackungen ist mehrheitlich nicht angegeben, so dass eine Verwechslung gefördert wird und Allergiker die falsche Nahrung bekommen können, Angaben über die Haltbarkeit fehlen und das Personal kennt nicht die Temperatur mit der Nahrungsmittel zubereitet werden müssen. Andere Küchen liefern hingegen das Essen einmal die Woche und überlassen die Zubereitung den Kunden, die dann nicht einmal das Essen in den Verpackungen identifizieren können. Und dies in einer Stadt, die ökologische Ernährung propagiert und sich als Vorreiter gesunder Ernährung ausgibt.

Herbert Kårlin