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Montag, 17. September 2012

Eine Stuga am Meer für eine Krone

Nachdem der Regionalpolitiker Lars Thorsson erst im Frühjahr dafür eintrat, dass auf Tjörn alle Besitzer von Stugor am Meer bedeutend höhere Abgaben als bisher bezahlen müssen, was sich dadurch ausdrückte, dass sich die jährlichen Kosten bis zu verzehnfachten und nun bei einer Stuga von 25 Quadratmetern bei 3000 Kronen liegen, sieht er sich in eigener Angelegenheit nicht an seinen Vorschlag gebunden, sondern sieht in diesem Fall sogar eine Vergünstigung für möglich.

Als sich nämlich der Verein Ängleviksladan, bei dem Lars Thorsson im Vorstand sitzt, für eine größere und voll eingerichtete Stuga mit Terrasse und Blick aufs Meer interessierte, stimmt er im Gemeinderat nicht nur dafür, dass der Verein die Stuga für eine Krone erwerben kann, sondern bot auch noch das Grundstück für 15 Jahre gratis an, was den Normalbürger 7500 Kronen kostet. Im Gemeinderat zu sitzen muss schließlich auch seine Vorteile mit sich bringen.

Dass die anderen Besitzer der Insel Tjörn im Västra Götaland das Geschäft als Mauschelei bezeichnen, ist nicht verwunderlich. Nun hat einer der Stugabesitzer gegen den Kauf der voll eingerichteten Stuga durch den Politiker geklagt und das Verwaltungsgericht muss nun entscheiden, ob Lars Thorssen in Einklang mit seinem Auftrag der Wähler handelte, alle Bürger auf die gleiche Weise behandelt und im Interesse des Ortes handelte. Nun muss sich zeigen, ob eine einzige der Stugor mit bester Meereslage auf Tjörn wirklich nur eine Krone wert ist.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 1. September 2010

Bewohnte Seebuden nun endgültig illegal

Nachdem nun mehrere Rechtsstreitigkeiten wegen zeitweise bewohnten Seebuden (Sjöbodar) vom obersten Gerichtshof in Schweden endgültig geklärt wurden, können nun sämtliche Gemeinden des Västra Götalands gegen illegalen Umbauten oder der Benutzung von Seebuden als Stuga oder Ferienwohnung unterbinden.

Nach den jüngsten Gerichtsbeschlüssen darf eine Seebude weder isoliert sein, noch Gardinen besitzen, keine Küche eingerichtet haben und weder über einen Esstisch, noch Sessel und Stühle verfügen. Auch der Anschluss von Wasser und Abfluss ist nun endgültig verboten. Es wurde daher eine klare Grenze zwischen Stuga und Sjöbod gezogen.

Alle Seebuden, die Umbauten erfuhren, damit sie auch als Sommerstelle benutzt werden können, müssen in ihren ursprünglichen Zweck zurückgesetzt werden. Sollten die Besitzer den Auflagen der Gemeinden des Västra Götalands nicht nachkommen, so können Erststrafen von 200.000 Kronen fällig werden, die sich alle drei Monate um weitere 30.000 Kronen erhöhen.

Herbert Kårlin

Freitag, 30. Juli 2010

Stugor in Göteborg, Objekte der Spekulation

Während in anderen Teilen Schwedens der Weiterverkauf von Stugor und Schrebergärten weitgehend von der Koloniegemeinschaft oder der Stadt geregelt wird und dabei der tatsächliche Wert geschätzt wird, überlässt Göteborg den Wiederverkauf jeweils dem einzelnen Besitzer der Gebäude zwischen 12 und 25 Quadratmeter, obwohl die Häuschen in der Regel auf städtischem Grund stehen.

Im Gegensatz zu anderen Gegenden Schwedens, unter anderem Stockholm, wurde daher der Besitz von Stugor in Göteborg zu einer reinen Spekulation. Kleine Häuschen, die einen Wert von nicht einmal 200.000 Kronen haben werden bisweilen, ohne dass der Besitzer der Stuga mehrere Sommer in ihr verbracht hätte, für eine Million Kronen weiterverkauft. Für Normalverdiener wurde es daher fast unmöglich sich noch eines der kleinen Häuschen zu kaufen.

Die Stadt Göteborg will nun erneut einige Gebiete für die Sommerfrische freigeben und dort den Bau von Stugor genehmigen. Der Grundpreis für diese Häuschen wird zwischen 150.000 und 200.000 Kronen liegen, was erneut für etwa 150 Personen den Zugang zum Sommerhäuschen ermöglichen könnte, falls sich die Bedingungen des Wiederverkaufs ändern und die neuen Stugor und Schrebergärten nicht wieder in die Hände von Spekulanten geraten.

Herbert Kårlin

Montag, 5. Oktober 2009

Deutsche zieht es immer mehr nach Göteborg und Westschweden

Vorbei ist die Zeit in der Deutsche nur hin und wieder ihren Urlaub in Schweden verbringen wollen und dafür die Romantik der weitläufigen Wälder suchen. Jedes Jahr zieht es nun mehr Deutsche vor allem nach Göteborg und seine Umgebung, wenn auch nicht um ganz dort zu leben, aber um eben ein Sommerhaus in der Nähe von Göteborg zu besitzen und hier jeden Sommer zu verbringen.

Im Gegensatz zu Norwegern oder Dänen scheuen sie weder Nachbarn und akzeptieren auch Häuser in Sommerkolonien, soweit diese über den modernsten Komfort verfügen und auch entsprechend großräumig sind, damit man auch Freunde unterbringen kann oder man durch die touristische Vermietung seine Investition wieder (steuerfrei) hereinholen kann.

Da die deutschen Sommerschweden fast jeden Preis für ihre Sommerhäuschen bezahlen wird es für die Bewohner Göteborgs immer schwieriger sich selbst eine noch so einfache Stuga zu kaufen und die alte Tradition der Sommerwohnungen beginnt zu verschwinden. Der Einfluss Europas ist hier auf dem Wege alte Tradition in wenigen Jahren einfach auszuradieren. Selbst die offiziell nicht bewohnbaren Seebuden werden zu einem Spekulationsobjekt.

Herbert Kårlin