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Montag, 1. August 2011

Schutzjagd auf Seehunde im Västra Götaland

Ab heute beginnt an der Küste des Västra Götalands die Schutzjagd auf Seehunde (Phoca vitulina), deren Anzahl nach dem Jägerverband bei mindestens 20.000 Tieren an der gesamten Westküste liegt, nach dem Umweltsamt bei etwa 15.000, aber deren Zahl auch noch etwas tiefer liegen kann. Sicher ist, dass sich die Bevölkerung mittlerweile vollständig erholt hat und wieder wächst.

Obwohl die Jäger das Töten von 240 Tieren forderten, erfolgte vom Umweltsamt im Västra Götaland nur eine Genehmigung für 50 Tiere und in Halland für weitere 40 Tiere. Als Argument für die Schutzjagd gilt insbesondere, dass die Seehunde, nach Aussage der Berufsfischer, jährlich einen Schaden von über 50 Millionen Kronen anrichten.

Die Schutzjagd auf Seehunde im Västra Götaland findet bis zum 31. Dezember des Jahres statt, allerdings im Rahmen der zugelassenen Quote. Die Jagdverbände klagen jedoch, dass die Jagd auf Seehunde erneut nur von Land aus erfolgen darf und nicht, wie in anderen Ländern, von Booten aus. In Schweden dürfen nur Berufsfischer unter gewissen Bedingungen und nach Sondergenehmigung vom Boot aus einen Seehund erlegen.

Herbert Kårlin

Dienstag, 6. April 2010

Berufsfischerei in Göteborg am Verschwinden

Die Berufsfischerei in Göteborg findet immer weniger Nachwuchs und viele Boote werden mittlerweile verschrottet sobald die Besitzer in Rente gehen. Wenn die aktuelle Tendenz fortsetzt, so wird sich bereits in 10 Jahren die Göteborger Fischereiflotte halbieren.

Umso erstaunlicher war, dass im Jahre 2009 das Fischereiwerk in Göteborg zwei jüngeren Fischern eine Million Kronen Zuschuss gewährte, damit sie sich ein neues Fischerboot bauen konnten. Die beiden Fischer bezahlten selbst, teils über Kredite, weitere vier Millionen Kronen, um dann, zu Beginn des Jahres 2010 eine kalte Dusche zu bekommen.

Das Fischereiwerk teilte ihnen nach den neuen Regeln 46 Tage für den Fischfang zu, in denen sie vor der westschwedischen Küste fischen dürfen, also einen Tag pro Woche. Da es natürlich nicht möglich ist von einem Tag Fischfang zu leben und noch das Schiff zu finanzieren, mussten sie von anderen Fischern Tage hinzukaufen, was natürlich nur rentable ist wenn sie an diesen Tagen auch reichlich Fisch aufs Boot ziehen können. Die Zukunft der beiden verschuldeten Jungfischer ist also ungewiss.

Die Ursache dieser Problematik liegt im schwedischen Artenschutz von Kabeljau, der zu den bedrohten Fischarten vor der Westküste gehört. Um Kabeljau nicht auszurotten, mussten Quoten eingeführt werden, aber da die gleiche Ausrüstung, die man zum Fangen von Kabeljau benutzt, auch zum Fangen anderer Fischarten dient, wird durch die neue Verordnung der gesamte Fischfang begrenzt, was die Arbeit für viele Berufsfischer unrentabel macht. Der Artenschutz wird dennoch nicht gewährt, da die dänische Regierung keine entsprechenden Gesetze verabschiedete und nun weiterhin Kabeljau vor der schwedischen Küste an Land ziehen, während der schwedische Fischfang vom Aussterben bedroht ist.

Herbert Kårlin