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Dienstag, 25. September 2012

Hummerpremiere im Västra Götaland

Gestern morgen um 6 Uhr 30 verließen hunderte von Fischerbooten jeder Größe die Häfen im Västra Götaland um pünktlich um sieben Uhr die ersten Hummerkörbe ins Wasser zu lassen, wie jedes Jahr, wenn die ersten Hummer des Jahres gefangen werden dürfen. Auch wenn es für viele nur ein Sport ist, so gibt es auch jene, die am Dienstag morgen die ersten sein wollen, die auf der Fischauktion ihren Fang anbieten können, denn voriges Jahr brachte der erste Hummer pro Kilogramm 31.600 Kronen, ein Rekord.

Und wie jedes Jahr glauben auch einige, dass die Küstenwache ja wohl nicht das ganze Meer überwachen kann, und wollen ihre Hummerkörbe bereits einen Tag zu früh an ihrer Lieblingsstelle ins Wasser lassen, was natürlich dazu führte, dass noch vor dem Startschuss bereits rund zwanzig Hummerkörbe beschlagnahmt wurden. Sicher ist dies relativ wenig, wenn man bedenkt, dass an der Westküste rund 9000 Hummerfischer gezählt werden, aber für die Betroffenen ist die Saison zu Ende.

Für die Seerettung bedeutet die Hummersaison allerdings eine bedeutende Mehrarbeit, denn auch wenn der Wunsch nach Hummer sehr groß ist, so gelten für viele der Fischer keine Regeln auf See, was jedes Jahr einigen das Leben kostet, nur weil man als Fischer keine Schwimmweste tragen will, was bei starkem Wind und dem Bergen der Hummerkörbe fatal sein kann. Da der Hummerbestand in Westschweden relativ stabil ist, sind auch dieses Jahr keine besonderen Begrenzungen beim Fang vorgesehen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 3. August 2011

Die Jagd auf Kormorane in Västra Götaland

Da während der letzten drei Jahre nicht einmal die Hälfte der 2000 Kormorane, die vor der Küste des Västra Götalands zur Jagd freigegeben waren, erlegt wurden, will die Lokalregierung die Jagd auf die schwarzen Vögel, die mit ihren offenen Wingen auf den Klippen sitzen, auch auf die nächsten beiden Jahre ausdehnen, zumal diese Vogelart in Europa nicht als gefährdet gilt.

Auch wenn bisher in Europa kein bedeutender Schaden durch Kormorane nachgewiesen werden konnte, klagen die Fischer darüber, dass ihnen die Kormorane das Wasser leer fischen und ihre Netze zerstören. Natürlich hat der eine oder andere Kormoran mittlerweile gelernt Netzte aufzubeißen, einen der Aale zu verzehren und die anderen durch die Öffnung zu befreien, aber bisher handelt es sich hier um Einzelfälle, die durch eine Jagd nicht verhindert werden können.

In Schweden kommen zwei Unterarten von Kormoranen vor, wobei die eine Unterart im Winter mehrheitlich in südliche Gefilde zieht und die andere Unterart der Phalacrocorax carbo nur einen Teil des Winters in Schweden verbringt, die Jagd sich also auf beide Unterarten erstreckt. Naturschützer fordern, dass auch die europäischen Kormorane unter Schutz gestellt werden müssen, da jede Umweltkatastrophe ihre Anzahl erheblich dezimieren und dadurch gefährden kann.

Herbert Kårlin

Freitag, 18. Juni 2010

50 Fischhändler wurden in Göteborg kontrolliert

Regelmäßig zu Beginn der Sommersaison erhielten in Göteborg 50 Fischhändler und Fischstände Besuch der Lebensmittelkontrolleure, die erneut überprüften, ob die Händler ihre Ware auch gemäß der geltenden Lebensmittelgesetze handhaben und nur korrekte Fische zum Verkauf anbieten. Obwohl die Kontrolle erwartet war, konnten die Beamten zahlreiche Unregelmäßigkeiten entdecken.

Vierzehn der 50 Händler handhabten ihr Geschäft nicht ordnungsgemäß und sieben davon wurden mit unmittelbarer Wirkung wegen schwerer Fehler geschlossen, weil der Verkauf der Fische so nachlässig gehandhabt wurde, dass die Käufer gesundheitliche Risiken zu befürchten hatten. Bei der vorjährigen Aktion konnten nach Behebung der Mängel die meisten Fischhändler wieder ihre volle Aktivität aufnehmen, was die Gesundheitsamt auch dieses Jahr hofft.

Die meisten Fehler bei der Handhabung der Fische beruhte auf dem Einsatz von unausgebildetem Personal und mangelhaften Kenntnissen der Lebensmittelgesetze. Mehrere Fischstände hatten keine geteilten Waschstellen, lagerten rohen Fisch neben bereits zubereiteten Waren oder hatten verschmutzte Eismaschinen, übliche Probleme bei zu kleinen Räumen und Marktwagen der Händler. In einigen Fällen hatten die Fischhändler auch keinen Hinweis angebracht woher der Fisch kam.

Herbert Kårlin

Dienstag, 18. Mai 2010

Ein neuer Fisch in den Kanälen Göteborgs

Beim diesjährigen Vallgravsmete in Göteborg, das jährlich zu Christi Himmelfahrt stattfindet und vor allem jungen Leuten das Angeln als Hobby näher bringen soll, wurde dieses Jahr an der Feskekôrka ein unerwarteter Fang an Land gezogen, der erneut beweist, dass sich das Wassermilieu Schwedens ändert.

Einer der Fischer hatte eine Schwarzmund-Grundel (Neogobius melanostomus) an der Angel, einen Fisch, der ursprünglich nur im Kaspischen Meer und dessen Flussmündungen vorkommt und am Grunde der Gewässer lebt. Der bis zu 25 cm lange Speisefisch ernährt sich vor allem von kleinen Krebsen, Würmern und Fischeier. Falls sich der Fisch vermehrt und permanent im Rosenlundskanal in Göteborg ansiedelt, ist zu befürchten, dass dort einheimische Fischarten verdrängt werden.

Veränderungen im Meeresmilieu, die einheimische Arten bedrohen, wurden während der letzten Jahren immer häufiger an der schwedischen Westküste entdeckt. Die japanische Auster (Crassostrea gigas) ist dabei einheimische Austern völlig zu verdrängen, die Chinesische Wollhandkrabbe (Eriocheir sinensis) bevölkert immer grössere Strecken der schwedischen Küste und die Rippenqualle (Mnemiopsis gardeni) bedroht bereits Fischbestände Skandinaviens.

Herbert Kårlin

Samstag, 8. Mai 2010

Verschrottungsprämie in Göteborg dient Neukauf

Um die Überfischung von Kattegatt, Skagerrak und Ostsee zu verhindern, muss die Fischereiflotte Schwedens reduziert werden. Mehrere Maßnahmen wurden gleichzeitig in Gang gesetzt, die diesem Ziel dienen sollen, unter anderem wurde Fischern, die ihre alten Fahrzeuge verschrotten eine europäische Verschrottungsprämie zugesagt, die ihnen den Abschied vom Fischfang erleichtern soll.

Im Jahr 2010 sollen nun in Göteborg 24 Fischkutter verschrottet werden, wobei jedoch auch ein Neukauf genehmigt war. Die erste Verschrottungsprämie des Jahres diente jedoch nicht dazu, dass sich die Equipe des Bootes zur Ruhe setzte oder einer anderen Aktivität nachging, sondern diente dem Kauf eines neuen, modernen Fischkutters im Ausland.

Da Boote ab einer Länge von 10 Meter auch die Zuteilung von Fangtagen benötigen, die bei der Verschrottung auf kein neues Boot übergehen, kauften sich die Fischer in Fiskebäck ein modernes Boot, das gerade noch unter der zugelassenen Länge liegt und damit, auch auf Grund der modernen Ausstattung, weitaus mehr Fisch an Land ziehen kann als das alte Boot. Dass Fischer zu diesem Trick greifen ist verständlich. Unverständlich ist jedoch, dass das Göteborger Fischereiwerk wusste, wozu das Geld Europas diente.

Herbert Kårlin

Dienstag, 6. April 2010

Berufsfischerei in Göteborg am Verschwinden

Die Berufsfischerei in Göteborg findet immer weniger Nachwuchs und viele Boote werden mittlerweile verschrottet sobald die Besitzer in Rente gehen. Wenn die aktuelle Tendenz fortsetzt, so wird sich bereits in 10 Jahren die Göteborger Fischereiflotte halbieren.

Umso erstaunlicher war, dass im Jahre 2009 das Fischereiwerk in Göteborg zwei jüngeren Fischern eine Million Kronen Zuschuss gewährte, damit sie sich ein neues Fischerboot bauen konnten. Die beiden Fischer bezahlten selbst, teils über Kredite, weitere vier Millionen Kronen, um dann, zu Beginn des Jahres 2010 eine kalte Dusche zu bekommen.

Das Fischereiwerk teilte ihnen nach den neuen Regeln 46 Tage für den Fischfang zu, in denen sie vor der westschwedischen Küste fischen dürfen, also einen Tag pro Woche. Da es natürlich nicht möglich ist von einem Tag Fischfang zu leben und noch das Schiff zu finanzieren, mussten sie von anderen Fischern Tage hinzukaufen, was natürlich nur rentable ist wenn sie an diesen Tagen auch reichlich Fisch aufs Boot ziehen können. Die Zukunft der beiden verschuldeten Jungfischer ist also ungewiss.

Die Ursache dieser Problematik liegt im schwedischen Artenschutz von Kabeljau, der zu den bedrohten Fischarten vor der Westküste gehört. Um Kabeljau nicht auszurotten, mussten Quoten eingeführt werden, aber da die gleiche Ausrüstung, die man zum Fangen von Kabeljau benutzt, auch zum Fangen anderer Fischarten dient, wird durch die neue Verordnung der gesamte Fischfang begrenzt, was die Arbeit für viele Berufsfischer unrentabel macht. Der Artenschutz wird dennoch nicht gewährt, da die dänische Regierung keine entsprechenden Gesetze verabschiedete und nun weiterhin Kabeljau vor der schwedischen Küste an Land ziehen, während der schwedische Fischfang vom Aussterben bedroht ist.

Herbert Kårlin