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Mittwoch, 1. Mai 2013

Ein Wanderfalke kann die Gasglocke retten

Nachdem das Göteborger Bauamt nun eine Abrissgenehmigung für die rostende Gasglocke in Göteborg ausgestellt hat ohne irgendwelche Bedingungen zu stellen, liegt es nun an den Wanderfalken (Falco peregrinus) über die Zukunft des Gebäudes zu entscheiden, das ein deutliches Kennzeichen Göteborgs ist. Die endgültige Entscheidung zum Abriss oder dem Erhalt der Gasglocke liegt nun an der Region und den Bestimmungen zum Naturschutz, denn Naturschutz interessiert weder den Stadtrat, noch das Bauamt oder den Besitzer der Gasglocke.

Nach über 50 Jahren hatte sich im Jahr 2012 ein Wanderfalke entschieden die Gasglocke als Wohnung zu benutzen und, nach über 50 Jahren, kehrte damit der rot gelistete Vogel nach Göteborg zurück. Der Platz schien jedenfalls sehr gut gewählt zu sein, denn das Weibchen blieb nicht allein und im Sommer 2012 konnte man ein Pärchen mit zwei Jungen über Göteborg entdecken, die die Gasglocke als ideale Wohnung betrachteten und auch dieses Jahr wieder dort wohnen wollen.

Die Region des Västra Götlands hat es nun nicht leicht, denn der Wanderfalke ist nicht nur sehr selten geworden und auf der Roten Liste Schwedens zu finden, sonder wird auch auf europäischem Niveau geschützt. Nach den geltenden Gesetzen darf ein Gebäude mit Wanderfalken nur dann abgerissen werden, wenn es absolut keine andere Lösung gibt, was in diesem Fall wohl sehr schwierig zu beweisen ist, denn auch wenn die Restauration der Gasglocke Geld kostet, so kann sie dennoch erhalten bleiben, umgebaut werden und weiterhin ein Nistplatz für Wanderfalken sein.

Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Sonntag, 10. Februar 2013

Statt der Göteborger Gasglocke ein Restaurant

Seit Jahren steht die Göteborger Gasglocke ungenutzt im Zentrum der Stadt, da alle bisherigen Pläne zur Anwendung verworfen wurden. Nur die Tatsache, dass das Gebäude zu einem Wahrzeichen der Stadt wurde, verhinderte bisher den Abriss. Da das Gebäude jedoch nun rapide verfällt und der Erhalt jedes Jahr mehrere Millionen Kronen kostet, haben sich sämtliche Parteien Göteborgs geeinigt und wollen den Bau abreißen, nicht jedoch ohne ein neues Wahrzeichen an der gleichen Stelle zu schaffen.

Außer der wartenden Seemannsfrau, dem Bockkran, dem Läppstiftet, den Gothia Towers und einigen anderen Wahrzeichen der Stadt ist es natürlich nicht ganz einfach ein altes Wahrzeichen mit einem neuen zu ersetzen, das möglichst die bestehenden Wahrzeichen aussticht. Entsprechend weit auseinander gehen auch die Meinungen der Verantwortlichen, zumal man sich auch nicht einig ist, ob das neue Wahrzeichen mehr Touristen oder die Bewohner der Stadt überzeugen soll.

Eine sehr konkrete Idee kommt von Kjell Björkqvist der Volkspartei, der vorschlägt ein Gebäude zu bauen, das nicht nur die gleiche Höhe wie die Gasglocke hat, sondern auf dessen Spitze sich ein verglastes Restaurant dreht. Die Grünen bleiben in diesem Punkt sehr wage und sehen nur, dass der neue Bau die beiden Flussseiten verbinden muss, was etwas merkwürdig scheint, wenn man bedankt, dass sich auf der anderen Seite vor allem Industrie und eine Werft befindet. Da die Sozialdemokraten noch keine klare Vorstellungen haben, denkt Tina Wallenius der Grünen noch daran, dass das neue Gebäude zu einem wichtigen touristischen Ziel der Stadt werden muss.

Herbert Kårlin