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Samstag, 5. Mai 2012

Göteborg muss für Prestigeobjekt Gelder zurückzahlen

Nachdem die Göteborger Tageszeitung GP im letzten Dezember auf die Missverhältnisse des Göteborger Prestigeobjekte Upp aufmerksam gemacht hatte, ein Projekt, das Jugendlichen der Stadt in das Berufsleben helfen sollte, hat nun der europäische Sozialfond ESF, der das Projekt zu einem Drittel finanzierte, das mittlerweile eingestellte städtische Projekt überprüfen lassen und musste erhebliche Mängel in jeder Stufe des Projekts feststellen.

Nachdem weder die Qualität, noch die Quantität den offiziellen Angaben von Upp entsprachen und nahezu nichts bei diesem Projekt ordnungsgemäß und geldgebunden zuging, muss Göteborg nun die gesamte bereits ausbezahlte Subvention an das ESF zurückzahlen. Besonders kritisch sieht das ESF dabei auch, dass die führende Projektgruppe, die die Jugendlichen leiten sollte, erst nach 20 Monaten besetzt wurde, was ein Scheitern des Projekts zwangsläufig herbeiführen musste.

Während der Direktor des Projektes Upp nach Aufdeckung zahlreicher Unzuverlässigkeiten unmittelbar seines Postens enthoben wurde, hat das Scheitern und die mangelhafte Überwachung des Projekts durch die städtische Leitung keinerlei Folgen nach sich gezogen und wird daher auch kaum dazu führen, dass zukünftige Projekte besser geplant und besser überwacht werden. Die Leitung der Stadt begnügt sich, wie schon bei vergangen Fällen, einen Sündenbock vorzuschieben statt die Wurzeln des Problems zu suchen und dort anzusetzen.
Herbert Kårlin

Samstag, 16. Januar 2010

Der Zugtunnel Västlänken in Göteborg sprengt das Budget

Der seit 1987 diskutierte Västlänken, ein neuer Zugtunnel unter Göteborg, ist das einzige Projekt Göteborgs, das die Einführung einer Maut in Göteborg rechtfertigen soll und auch, nach Stadt- und Landrat nötig macht. Nun zeigt sich, dass allein die Vorberechnungen bereit 4 Milliarden Kronen unter den tatsächlichen angeschlagenen Kosten liegen und dadurch die Maut entweder teurer oder um mehrere Jahre verlängert werden muss, damit das Prestigeprojekt tatsächlich finanzierbar ist.

Niemand weiß heute, ob der Bau eines neuen Zugtunnels irgendwelche Vorteile bringen wird, langsichtig kostensparend sein wird und wieviel der Bau wirklich kosten wird, da Göteborg auf Fels und Lehm erbaut wurde. Die neu geplanten Bahnhöfe am Korsvägen und in Haga liegen innerhalb der Mautzone, es gibt dort keine nennenswerten Parkmöglichkeiten und für viele wird sich durch den Tunnel die Bahnfahrt zur Arbeitsstelle um 5 bis 10 Minuten verlängern. Sämtliche Berechnungen bauen daher nur auf die Einwohnerdichte und nicht auf eine Bedarfsberechnung.

Die Alternative, eine U-Bahn zu bauen, die den Verkehr in der Innenstadt tatsächlich entlasten könnte, wird durch den Västlänken völlig aufgegeben, auch mit dem Argument, dass man beim lehmigen Boden die tatsächlichen Kosten eines Tunnels kaum berechnen kann. Merkwürdigerweise ist dies nun beim Zugtunnel Västlänken gelungen. Bei der Kostenaufstellung wurde auch nicht berücksichtigt, dass Direktbuslinien zwischen den neu zu bauenden unterirdischen Bahnhöfen in Haga sowie am Korsvägen und dem Hauptbahnhof eine weitaus billigere und umweltbewusstere Maßnahme wäre als der Bau des Västlänken.

Herbert Kårlin