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Donnerstag, 2. August 2012

Ein Kiosk in Göteborg unter Bedrohungen

Im Göteborger Stadtteil Majorna, nahe des Platzes Mariaplan, steht seit den 50er Jahren ein kleiner Wurstkiosk, der innerhalb der Familie vererbt wurde und heute bereits eine kleine Attraktion ist, da das kleine Gebäude nahezu exotisch zwischen den Hochhäusern aussieht, aber immer noch eine treue Kundschaft anzieht, auch wenn das Angebot nicht, wie bei den konkurrierenden Gatukök wie Sibylla, immer weiter ausgedehnt wurde, sondern dort eben immer noch Korv, also schwedische Wurstbrötchen verkauft werden.

Zahlreiche andere Korvkiosk, die früher in ganz Göteborg üblichen Wurstbuden, mussten mittlerweile den Stadtplanern weichen oder in moderne Gebäude umziehen, im Gegensatz zur Würstchenbude in Majorna. Und dennoch schwebt seit Januar 2011 eine massive Bedrohung über der Verkaufsstelle, da sich einige sogenannte Tierschützer darauf versteift haben, dort den Verkauf von Wurst zu verhindern, was ihre Aufschrift „Fleisch ist Morde“ am Stand immer wieder deutlich machte.

Aber leider ist es nicht nur die Aufschrift, die die extreme Gruppe hinterlässt, denn in regelmäßigen Abständen legt die Gruppe seit 2011 Brände, die die Bude zerstören sollen, ohne Rücksicht darauf, dass auch die nahen Landshövdingehus dabei mit in Flammen aufgehen können. In der Nacht zum Dienstag musste die Feuerwehr erneut zum Wurstkiosk aufbrechen, weil Nachbarn Flammen an der Bude entdeckten. Da dieses Mal keine Aufschrift zu finden war, stellt sich die Frage, ob eine neue Gruppe die „Arbeit“ übernommen hat, oder ob die Täter nur gestört wurden. Glücklicherweise konnte der Wurststand bisher immer noch rechtzeitig gerettet werden, aber für viele stellt sich die Frage: „Wie lange noch?“

Herbert Kårlin

Donnerstag, 23. Dezember 2010

Tierschützer Göteborgs arbeiten mit Morddrohung

Der Kampf einiger Tierschutzorganisationen Göteborgs gegen Boutiquen, die Pelzwaren verkaufen, wird immer härter und verlangen vom Steuerzahler täglich einen höheren Einsatz, da in manchen Fällen beide Seiten nicht von ihrem Standpunkt abweichen. In manchen Fällen muss die Polizei rund um die Uhr Personal zum Schutz von Personen und Material abstellen.

Besonders stark betroffen ist die Boutique Fioruccis, die seit einem Jahr bereits fünfmal Schäden zu beklagen hatte und deren Fensterscheiben nur noch mit Klebeband zusammenhalten. Fast täglich steht eine Gruppe an Tierschützern mit Plakaten vor der Tür, die eventuelle Kunden vom Kauf in diesem Laden abhalten wollen. Niemand weiß welche Gruppe friedlich protestiert und welche zur Gewalt greift und Pauschalisierung wird daher groß geschrieben.

Charlotte Alfredsson, die Besitzerin von Fioruccis, will dem Druck nicht weichen und besteht darauf in ihrer Boutique das zu verkaufen, was sie für richtig hält. Mittlerweile erhielt bereits ihre 16-jährige Tochter Morddrohungen, die von der Polizei ernst genommen werden und daher die Überwachung von Laden und Personen erneut erhöhen musste. Die Frage in Göteborg lautet mittlerweile nicht mehr, ob es ethisch ist Pelz zu verkaufen oder nicht, sondern ob Morddrohung ein Mittel ist und ob der Pelzverkauf wichtiger ist als das Leben der eigenen Tochter.

Herbert Kårlin

Freitag, 15. Oktober 2010

Tierschutz in Göteborg


In den letzten Tagen haben Tierschutzorganisationen in Schweden bei Nachtaktionen Tausende von Nerzen aus ihren Käfigen befreit und damit bei den umliegenden Landwirten unkalkulierbare Schäden angerichtet, da die Nerze alle Kleintiere reißen, die ihnen in die Wege kommen. Hinzu kommt, dass durch diese Aktionen der Preis für Nerze nur in die Höhe ging und die Großanleger nun noch höhere Gewinne machen als bisher.

Tierschutzgruppen in Göteborg gehen andere Wege, indem sie, wie diese Woche in der Korsgatan, sich bei Sonne, Wind und Regen vor Geschäften sammeln, die Pelze verkaufen. Sie stehen so lange mit ihren Plakaten vor den Geschäften bis die Inhaber schriftlich erklären in Zukunft keinerlei echten Pelz mehr zu verkaufen, was Mitglieder dieser Gruppen dann auch regelmäßig überwachen.

Bereits mehrere Geschäfte der Stadt haben mittlerweile diesem stummen Druck nachgegeben und alle echten Pelze aus ihrem Programm genommen, zumal die reine Anwesenheit der bis zu 20 Aktivisten auch Kunden vom Kauf abhalten und die Firmen daher bisweilen in finanzielle Schwierigkeiten geraten können. Die Demonstration in der Korsgatan in Göteborg wird, um jede Ausschreitung zu verhindern, von vier Polizisten bewacht.

Herbert Kårlin

Freitag, 4. Juni 2010

Tierschutzorganisation führt Krieg in Göteborg

In diesem Jahr haben Tierschützer Göteborgs bereits in 18 Geschäften und Privathäuser Fenster eingeworfen oder die Fassaden mit Farben beworfen. Polizei, Vertreter verschiedener Berufsgruppen und betroffene Verbände wollen nun massiver gegen diese Aktivisten vorgehen und Gewalt und Drohungen von Seiten der Tierschützer stärker verfolgen und sehen nun die Grenze zwischen Meinungsfreiheit und Kriminalität überschritten.

In der Tat sind jedoch zwei Tierschutzgruppierungen in Göteborg aktiv und niemand kennt die teilweise schwimmende Grenze der beiden Organisationen. Zum einen gibt es die Djurrättsalliansen, die nach Aussagen ihres Sprechers nur demokratische Maßnahmen benutzt mit denen die Besitzer von Geschäften, die Pelzprodukte verkaufen, zum Umdenken gebracht werden sollen. Geschäftsinhaber meinen, dass die Gruppe Mafia-Methoden verwendet, indem sie die Besitzer zwingen eine Konvention zu unterzeichnen in der sie erklären keine Pelzprodukte mehr anzubieten und von der ein Duplikat im Schaufenster angebracht wird, damit andere Gruppen von Gewalt Abstand nehmen.

Zum anderen findet man die Djurens Befrielsefront, die seit 1985 gegen Pelzhandel, grausame Tierhaltung und Tierversuche kämpft und dabei auch zu gesetzlich illegalen Methoden greift. Auf deren Rechnung gehen vermutlich auch die immer häufigeren Zerstörungen. Nach Undercover-Polizisten und schwedischem Geheimdienst findet ein Mitgliederaustausch zwischen beiden Gruppen statt, wobei jedoch keine echte Verknüpfung der beiden Gruppen gefunden werden konnte.

Herbert Kårlin