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Sonntag, 17. März 2013

Göteborger Kulturfest eine teure Angelegenheit

Im Jahre 2010 verlangte die Polizei erstmals seine Einsatzkosten während des Göteborger Kulturfestes, da die Polizei das Festival als kommerzielles Ereignis betrachtet. Während jedoch im ersten Jahr nur 25 Prozent der tatsächlichen Kosten gefordert waren und die Summe dadurch nur 100.000 Kronen ausmachte, müssen mittlerweile die Gesamtkosten bezahlt werden, was bei den Preissteigerungen nun nahezu 500.000 Kronen pro Kulturfest ausmacht.

Göteborg hatte gegen diese Forderungen Einspruch eingelegt, da die Stadt davon ausgeht, dass das Kulturfest nicht gewinnbringend ist, da bei den einzelnen Veranstaltungen keinerlei Eintritt bezahlt werden muss. Nun hat das oberste Verwaltungsgericht, nach Überprüfung aller vorgelegter Unterlagen, entschieden, dass das Kulturfest einen Mehrwert für die Stadt schafft und damit, zumindest indirekt, ein Gewinn angestrebt wird. Nach dieser Entscheidung muss die Stadt nun die Rechnungen für die Polizeieinsätze bezahlen. Entscheidend für das Urteil war indes nicht, ob tatsächlich ein Gewinn erwirtschaftet wurde oder nicht, sondern es wurde das Ziel der Veranstaltung nach Gesetzeslage bewertet.

Nun geht diese Entscheidung zurück an das Kammergericht, das in letzter Instanz nochmals über den Fall entscheiden muss. Obwohl der Ausgang dieser Verhandlung nahezu klar liegt, hofft die Stadt mit neuen Argumenten noch die letzten Möglichkeiten auszuschöpfen und die Rechtsanwälte suchen nach Lücken im Urteil des Obersten Verwaltungsgerichts. Sollte, wie zu erwarten, Göteborg auch im Kammergericht unterliegen, so hat dies auch für andere Veranstaltungen der Stadt und des Västra Götalands bedeutende Folgen, da damit die Kosten einiger Veranstaltungen bedeutend in die Höhe getrieben werden.

Herbert Kårlin

Göteborg, ein Reiseführer

Dienstag, 5. Februar 2013

Führungszeugnis für unentgeltliche Arbeit in Göteborg

Obwohl nach eigener Definition die unentgeltliche Arbeit Jugendlicher während der unterschiedlichsten Veranstaltungen der Stadt ein Arbeitspraktika ersetzen soll und Jugendlichen dabei helfen soll anschließend eine feste Anstellung zu finden, stellt die zuständige Abteilung der Stadt Göteborg eine Bedingung, die diejenigen, die am dringendsten in die Arbeitswelt finden sollen, selbst von der kostenlosen Arbeit abhält.

Wer bei Team Göteborg eingetragen werden will, der Abteilung für unentgeltliche Hilfsarbeit, muss bei der Bewerbung ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, obwohl niemand unter ihnen eine verantwortliche Aufgabe übertragen bekommt oder selbst einen offiziellen Arbeitsplatz ersetzen darf. Für die Projektleiterin Sarah Marting von Team Göteborg ist es dennoch selbstverständlich zu erfahren ob der Jugendliche vielleicht aus Dummheit bereits einmal rechtlich auffiel und daher irgendwie mit der Justiz zu tun bekam.

Natürlich versichert Sarah Marting, dass auch eine schwarzer Punkt in der Vergangenheit eines Jugendlichen nicht dazu führen muss, dass er nicht kostenlos arbeiten darf, aber sie will auch nicht versichern, dass dieser Punkt keine negativen Folgen hat. Sicher ist jedoch, dass ein Jugendlicher sich gar nicht erst bewerben wird wenn er kein einwandfreies Führungszeugnis vorlegen kann. Eine Studie der Göteborger Universität belegt ebenfalls, dass Jugendliche mit Problemen in solchen Fällen sich gar nicht erst bewerben und damit noch weiter vom Arbeitsmarkt entfernt werden.

Herbert Kårlin

Sonntag, 15. Januar 2012

Wärmekameras rechnen Besucher Göteborgs

Im letzten November wurden in der Innenstadt Göteborgs neun Wärmekameras installiert, die dabei helfen sollen die Bewegungen in der Stadt zu messen. Nach den Auswertungen von Dezember konnte nun festgestellt werden, dass sich im zentralsten Teil der Stadt jede Woche eine halbe Million Menschen bewegten, wobei ein Viertel der Bewegungen jeweils am Samstag und die geringste Personenbewegung am Sonntag gemessen wurden.

Das Projekt, das von der Stadt Göteborg, den Besitzern der wichtigsten Bauten im Zentrum und dem Verband der Geschäftsleute „Innerstaden Göteborg“ getragen wird, soll dabei helfen die Ursachen der Volksbewegungen zu analysieren, den Einfluss bestimmter Veranstaltungen messen und dazu dienen die zukünftige Entwicklung der Stadt und die Bedeutung der Maut auf den Besucherstrom zu messen.

Die neuen Kameras, durch die eine Identifizierung der Personen nicht möglich ist, sollen insbesondere auch dabei helfen die wirtschaftliche Situation der Innenstadt zu verbessern, indem man durch die Analyse der Bewegungen besser entscheiden kann an welchen Straßen es sinnvoll ist zusätzliche Geschäfte zu eröffnen und wie man in Zukunft erfolgversprechende Veranstaltungen planen kann. Das Gesamtprojekt ist auf 25 bis 30 Jahre ausgelegt.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Das Scandinavium in Göteborg - Ausbau oder Umbau

Im Verhältnis zu anderen Arenen Europas ist das Scandinavium in Göteborg heute zu klein geworden. Es geht dabei nicht nur um die Menge der Besucher, da Göteborg nicht über Einnahmen aus kulturellen Veranstaltungen klagen kann, sondern viele Veranstaltungen können im Scandinavium nicht mehr akzeptiert werden. Die Träger können nicht mit der Vielzahl an Strahlern und Lautsprechern belastet werden, die viele Musiker heute fordern, viele Shows verlangen ein höheres Dach und auch sonst gilt das Scandinavium einfach als veraltet.

Heute wird nun von der Stadtverwaltung, die Eigner des Scandinaviums sind, entschieden, ob es reicht die Arena auszubauen oder ob eine neue Arena errichtet wird, die sich mit London, Paris und New York vergleichen lässt. Eine Entscheidung, die vielleicht in Zeiten der Krise von vielen Göteborgern nicht sehr wohlwollend aufgenommen wird, da Bibliotheken geschlossen werden und ältere Bewohner mit erheblichen Einschnitten wegen Einsparungen im Budget zu rechnen haben.

Tatsache ist jedoch, dass Anneli Hulthén, die nicht nur die Stadt leitet, sondern auch Sprecherin der Gesellschaft Scandinavium ist, mehrere Argumente wiegen lassen wird. Die Höhe des Daches liegt bei 15 Metern, im Gegensatz zu modernen Arenen, die in der Regel über 25 Meter verfügen. Beyoncé und der Cirque de Soleil mussten daher ihre Shows dem Scandinavium anpassen und die Zuschauer konnten nicht die völlig identische Show sehen wie die Besucher in anderen Ländern. Und Britney Spears konnte nicht nach Göteborg kommen, weil ihr Beleuchtungs- und Lautsprechermaterial mehr wog als die 35 Tonnen, mit denen das Scanidanvium belastet werden kann. Neue Arenen können mit bis zu 100 Tonnen belastet werden.

Aber es geht natürlich auch um die Einnahmen des Scandinaviums und der städtischen Veranstalter, denn das heutige Scandinavium fasst zwischen 12.000 und 14.000 Besucher und eine neue Arena würde mit Sicherheit 20.000 Besucher fassen, was die Nettoeinnahmen fast verdoppeln würde.

Herbert Kårlin

Sonntag, 23. August 2009

Mitternachtslauf in Göteborg im Aufwind

10.600 Teilnehmer konnte der diesjährige Mitternachtslauf in Göteborg zählen, 2300 mehr als im letzten Jahr. In orangen T-Shirts mussten die Teilnehmer innerhalb von maximal 2 Stunden eine Strecke von 10 Kilometern im nächtlichen Göteborg zurücklegen.

Der Midnattsloppet oder Mitternachtslauf in Göteborg besteht erst seit 2008 und wird vom Göteborger Friidrottsförbund, Utby IK und Solvikingarna nach dem Vorbild anderer schwedischer Städte veranstaltet. Nach den Veranstaltern soll der Lauf der Gesundheit dienen und alle Göteborger auf die Straße locken und sie zur Bewegung animieren.

Aber auch wenn die Veranstaltung sich an alle Göteborger richtet, so nehmen jedoch auch Elitespringer teil, die die Strecke in Rekordzeit laufen und nicht nur die ungewohnten Jogger, an die sich die Veranstaltung im Grunde richten soll. Für viele Göteborger ist auch die hohe Einschreibegebühr ein Hindernis, da nicht jede Familie für drei Teilnehmer über 100 Euros für 2 Stunden Gesundheitsübung auf den Tisch legen kann und daher einen kostenlosen Gesundheitslauf bevorzugt.

Mehr Informationen über den Midnattsloppet (Mitternachtachtslauf) bei
Midnattsloppets officiella webbplats
Över 10 000 till start i Midnattsloppet

Herbert Kårlin