Dienstag, 31. August 2010

Immer mehr Kinder landen in Göteborg auf der Straße

In den ersten sechs Monaten waren sechzehn Kinder in Göteborg von Zwangsräumungen betroffen, deren Zukunft damit mehr als nur ungewiss ist. Die Regierung Göteborgs verfolgt, nach eigenen Aussagen, die Politik, dass Familien mit Kindern ihre Wohnung nicht verlieren dürfen und das Sozialamt rechtzeitig einschreiten muss. Die aktuellen Zahlen beweisen jedoch, dass diese noble Idee nicht in entsprechende Handlungen umgesetzt wird.

Wenn eine Familie ihre Miete nicht mehr bezahlen kann, so ist der erste Schritt ein Antrag beim zuständigen Sozialamt, das die Situation der Familie überprüft und im Normalfall bei vorübergehenden Schwierigkeiten und der Bereitschaft der Erwachsenen zu arbeiten finanziell einschreitet, damit der Familie Wohnung und Nahrung in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Steht der Gerichtsvollzieher mit dem Räumungsbefehl vor der Tür, so haben die Bewohner erneut einige Tage um mit dem Sozialamt Kontakt aufzunehmen. Für sechzehn Kinder, de von Räumungen betroffen waren, halfen diese Fristen nicht, denn am Räumungstag mussten sie die Wohnung mit dem, was sie tragen konnten verlassen, bevor der Gerichtsvollzieher das Türschloss austauschte. Lebensmittel, Pflanzen, schmutziges Geschirr und feuchte Textilien wurden von ihm unmittelbar weggeworfen. Die restliche Habe wird drei Monate lang eingelagert und der Familie nur ausgehändigt, wenn sie die Lagerkosten innerhalb der Frist bezahlen kann.

Herbert Kårlin

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