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Nach den Unterlagen des Göteborger Gerichtsvollziehers wurden dieses Jahr bereits neun Familien mit Kindern auf Grund einer kommunalen Zwangsräumung auf die Straße gesetzt, obwohl die Stadtverwaltung seit Jahren betont, dass dies bei stadteigenen Wohnungen nicht mehr der Fall sein soll und Mitglieder der Stadtverwaltung in den Aufsichtsräten der Wohnungsverwaltungen sitzen.Da es sich bei den Zahlen nur um jene handelt bei denen der Gerichtsvollzieher die Zwangsräumung unternahm, ist völlig unbekannt wie viele Familien mit Kindern in sich Göteborg ohne Dach über dem Kopf befinden, zumal private Vermieter meist in keinerlei Statistiken eingehen und bisweilen auch sehr persönliche Methoden der Zwangsräumung unternehmen. Die Situation des vorigen Jahres wiederholt sich auch dieses Jahr erneut.Obwohl die Vorsitzende des Göteborger Stadtrates, Anneli Hulthén, betont, dass es nicht Wille der Stadt ist Familien mit Kindern auf die Straße zu setzen, will sie nicht versprechen, dass dies nicht auch in Zukunft selbst bei städtischen Wohnungen der Fall sein wird, da die Stadt die Entscheidungen weiterhin den einzelnen städtischen Verwaltern überlassen will. Schon heute ist jedoch klar, dass die Zwangsräumungen insbesondere in bestimmten Stadtteilen vorkommen und gewisse städtische Unternehmen dabei am aktivsten sind.Herbert Kårlin
Bereits kurz vor den schwedischen Lokalwahlen dieses Jahres wurden mehrere endgültige Entscheidungen zu den Mautabgaben, die in Göteborg mit dem Infrastrukturpaket eingeführt werden, gefällt. Einige der Entscheidungen treffen auch die Besucher Göteborgs, bzw. alle, die auf der Strecke ins Bohuslän, zum Vänern und nach Norwegen zwangsweise durch Göteborg fahren müssen.Im ersten Schritt wurden die schwedischen Gesetze dahingehend geändert, dass auch ausländische Fahrzeuge die Maut in voller Höhe bezahlen müssen. Diese Entscheidung betrifft jedoch nicht nur Göteborg, sondern auch die Durchfahrt in Stockholm. Welches Bezahlsystem in Göteborg angewandt wird ist bisher jedoch noch nicht entschieden.Die zweite maßgebliche Änderung, die alle Besucher Schwedens betrifft, ist die europäische Zusammenarbeit, die Schweden am 1. Juli 2010 mit Europa aufgenommen hat. Sowohl Polizei als auch Gerichtsvollzieher können nun europaweit Gebühren einziehen, was bei nicht termingerechter Bezahlung der Maut oder eines Protokolls wegen Falschparken zu erheblichen Kosten führen kann.Herbert Kårlin
In den ersten sechs Monaten waren sechzehn Kinder in Göteborg von Zwangsräumungen betroffen, deren Zukunft damit mehr als nur ungewiss ist. Die Regierung Göteborgs verfolgt, nach eigenen Aussagen, die Politik, dass Familien mit Kindern ihre Wohnung nicht verlieren dürfen und das Sozialamt rechtzeitig einschreiten muss. Die aktuellen Zahlen beweisen jedoch, dass diese noble Idee nicht in entsprechende Handlungen umgesetzt wird.Wenn eine Familie ihre Miete nicht mehr bezahlen kann, so ist der erste Schritt ein Antrag beim zuständigen Sozialamt, das die Situation der Familie überprüft und im Normalfall bei vorübergehenden Schwierigkeiten und der Bereitschaft der Erwachsenen zu arbeiten finanziell einschreitet, damit der Familie Wohnung und Nahrung in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.Steht der Gerichtsvollzieher mit dem Räumungsbefehl vor der Tür, so haben die Bewohner erneut einige Tage um mit dem Sozialamt Kontakt aufzunehmen. Für sechzehn Kinder, de von Räumungen betroffen waren, halfen diese Fristen nicht, denn am Räumungstag mussten sie die Wohnung mit dem, was sie tragen konnten verlassen, bevor der Gerichtsvollzieher das Türschloss austauschte. Lebensmittel, Pflanzen, schmutziges Geschirr und feuchte Textilien wurden von ihm unmittelbar weggeworfen. Die restliche Habe wird drei Monate lang eingelagert und der Familie nur ausgehändigt, wenn sie die Lagerkosten innerhalb der Frist bezahlen kann.Herbert Kårlin
Nach einer Untersuchung der Göteborgs-Posten vom 23. Juni 2010 stehen 44 Kommunalpolitiker und 21 Regionalpolitiker mit insgesamt über 10 Millionen Kronen in der Kreide beim Gerichtsvollzieher und wollen dennoch im Herbst in die Regierung einziehen und damit, unter anderem, anderen Bürger, die weitaus weniger Schulden haben, die Schanklizenz entziehen oder ihnen auch eine Geschäftstätigkeit in bestimmten Bereichen untersagen.Da einige Parteien von ihren Mitgliedern, die auf einer Wahlliste stehen wollen, eine Erklärung fordern, dass sie weder ein Strafverfahren erwarten, noch im Verzeichnis des Gerichtsvollziehers zu finden sind, zeigt sich, wie vertrauenswürdig die Arbeit dieser Kandidaten sein wird, falls sie gewählt werden, denn Falschaussagen sind nicht die optimale Weise seine Integrität zu beweisen und Steuerschulden von 680.000 Kronen zeugen auch nicht davon, dass man in der Lage ist die Finanzen einer Stadt in den Griff zu bekommen.Die Wähler in Göteborg und Västra Götaland haben jedoch keine Wahl, wenn sie eine Partei aus diesen Gründen nicht wählen wollen, dann auch wenn die rechten Parteien bei der Untersuchung etwas schlechter abschneiden als die linken, so gibt es keine Partie, die kein schwarzes Schaf auf die Wahllisten für Herbst geschrieben hätte.Herbert Kårlin
Jede zweite Gaststätte in Göteborg schlitterte im letzten Jahr erheblich in die Krise, was sich besonders an den Anmerkungen bei den Kreditüberwachungsgesellschaften und beim Gerichtsvollzieher deutlich macht. Die Hälfte der Gaststätten Göteborgs verfügen mittlerweile über keinerlei Kapital mehr, haben bereits Schulden in erheblicher Höhe oder sind mit den Zahlungen ihrer Abgaben mehrere Monate hinterher. Dies bedeutet letztendlich auch, dass sie keinerlei Kredite mehr von Banken und Lieferanten bekommen und neue Lösungen finden müssen oder im Jahre 2010 in einen Konkurs rutschen.Gaststätten konnten in den letzten Jahren vor allem auf Konferenzen setzen, sowie Veranstaltungen und Firmenessen für Göteborger Unternehmen ausrichten, was sich im Jahr der Krise als Nachteil auswirkte, da fast jedes Unternehmen an Sparmaßnahmen interessiert war und große Essen wie der Julbordet als erstes auf der Strecke blieben.Ein neues Problem entstand auch dadurch, dass immer mehr Tische reserviert wurden, die Gäste sich dann aber im letzten Moment anders entschieden und weder abbestellten noch auftauchten. Diese Situation zwingt die Göteborger Gaststätten nun eine Gebühr zu verlangen, eine sogenannte Couvertabgabe, die fällig wird, wenn jemand einen Tisch bestellt ohne dann auch zu erscheinen.Herbert Kårlin