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Mittwoch, 13. Oktober 2010

Göteborgs Überschuss geht in das Infrastrukturpaket

Die Stadt Göteborg kann für das Jahr 2010 einen Gewinn von weit über einer Milliarde Kronen verbuchen, ein Rekordgewinn für ein Krisenjahr in dem die Stadt an Kultur, Ausbildung und Vorsorge für Ältere sparte, da man, zumindest öffentlich, mit einem Verlust rechnete und Sparmaßnahmen frühzeitig an Angriff nehmen musste.

Wer nun jedoch darauf hofft, dass dieses Geld Schulen, Altersheimen oder gar der Schaffung von Arbeitsplätzen dienen könnte, wird beim endgültigen Budgetbeschluss im Dezember enttäuscht werden, da die neu gewählte Stadtverwaltung den Gewinn bereits anderweitig verplant hat, obwohl städtische Regierung noch nicht eingesetzt ist.

Alle größeren Parteien Göteborgs sind sich einig darüber, dass der Gewinn der Stadt für das Infrastrukturpaket benutzt werden muss, da die ersten drei Jahre der Einnahmen an der kommenden Maut im besten Falle gerade einmal die Errichtung der Zahlstellen finanzieren können, die Verbesserung der Infrastruktur jedoch bereits vor Ablauf dieser Zeit in Gang gesetzt werden muss.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 8. April 2010

Gaststätten in Göteborg, eine ungewisse Zukunft

Jede zweite Gaststätte in Göteborg schlitterte im letzten Jahr erheblich in die Krise, was sich besonders an den Anmerkungen bei den Kreditüberwachungsgesellschaften und beim Gerichtsvollzieher deutlich macht. Die Hälfte der Gaststätten Göteborgs verfügen mittlerweile über keinerlei Kapital mehr, haben bereits Schulden in erheblicher Höhe oder sind mit den Zahlungen ihrer Abgaben mehrere Monate hinterher. Dies bedeutet letztendlich auch, dass sie keinerlei Kredite mehr von Banken und Lieferanten bekommen und neue Lösungen finden müssen oder im Jahre 2010 in einen Konkurs rutschen.

Gaststätten konnten in den letzten Jahren vor allem auf Konferenzen setzen, sowie Veranstaltungen und Firmenessen für Göteborger Unternehmen ausrichten, was sich im Jahr der Krise als Nachteil auswirkte, da fast jedes Unternehmen an Sparmaßnahmen interessiert war und große Essen wie der Julbordet als erstes auf der Strecke blieben.

Ein neues Problem entstand auch dadurch, dass immer mehr Tische reserviert wurden, die Gäste sich dann aber im letzten Moment anders entschieden und weder abbestellten noch auftauchten. Diese Situation zwingt die Göteborger Gaststätten nun eine Gebühr zu verlangen, eine sogenannte Couvertabgabe, die fällig wird, wenn jemand einen Tisch bestellt ohne dann auch zu erscheinen.

Herbert Kårlin

Samstag, 13. Februar 2010

Trotz Überschuss muss Göteborg weiter sparen

Die Stadt Göteborg hat ein jährliches Budget von 28 bis 29 Milliarden Kronen. Nachdem seit Monaten über rote Zahlen in der Bilanz gesprochen wurde, zeigt sich nun, dass die Stadt zum Jahresende einen Überschuss von 220 Millionen Kronen aufweisen kann.

Wer nun jedoch hofft, dass damit einige massive Einsparungen, zum Beispiel bei Vorschulen oder Bibliotheken, rückgängig gemacht werden, täuscht sich, denn der Überschuss ist bereits verplant und dient nun dem Neubau von Vorschulen. Im Grunde sollten diese längst geplanten Bauvorhaben mit Krediten finanziert werden, was nun natürlich nicht mehr nötig ist.

Auch wer glaubt, dass nun nicht mehr über Krise oder weitere Sparmaßnahmen gesprochen würde täuscht sich, denn die vorgesehenen Einsparungen müssen durchgesetzt werden, da sich die aktuelle Krise ja verschärfen könnte. Die Einsparungen betreffen natürlich die ohnehin schon benachteiligte Schicht, zumal es führende Politiker Göteborgs als normal betrachten, dass das Gehaltsniveau innerhalb der städtischen Angestellten um bis zu 1000% auseinander klafft und ein Antrag dies auf 400% zu beschränken mehrheitlich abgelehnt wurde

Herbert Kårlin

Samstag, 17. Oktober 2009

Göteborger handeln lieber in Einkaufszentren außerhalb der Stadt

Der größte Gewinner der Krise und der Arbeitslosigkeit in Göteborg ist das Einkaufzentrum in Kungsbacka in Halland. Während der Handel in Göteborg stagniert und gesamt gesehen unter dem schwedischen allgemeinen Wachstum zurückbleibt, konnte Kungsbacke eine Umsatzsteigerung von 10% verbuchen.

Diese Situation gibt umso mehr zu denken, wenn man bedenkt, dass Göteborg den höchsten Bevölkerungszuwachs Schwedens verzeichnet und damit auch die Kaufkraft der Stadt, trotz Krise, steigt. Eine Entwicklung, die sich auch im nächsten Jahr voraussichtlich fortsetzt. Während selbst Geschäfte in Kållered, am Rande der Stadt, finanzielle Einbussen und Konkurse verzeichnen, erwirtschaften die gleichen Konzerne außerhalb Groß-Göteborgs mit Göteborgern einen Gewinn.

Die Stadtverwaltung will nun mit dem Ausbau von Avenyn und dem Södra Älvstranden diese Entwicklung umkehren, was jedoch eine zweifelhafte Aktion ist, da es sich sowohl bei der Entwicklung des Södra Älvstranden als der Avenyn um Geschäfte der oberen Preisklasse handelt und die Zugangsbeschränkungen durch die geplante Maut, sowie die reduzierten Parkmöglichkeiten eher das Gegenteil bewirken werden.

Copyright Text und Foto: Herbert Kårlin

Freitag, 17. Juli 2009

Firmengründungen in Göteborg auf Tiefststand

Die Wirtschaftskrise hat in Göteborg nun auch eine Schicht getroffen, die sonst gerade in Krisenzeiten einen Aufschwung verbucht. Immer weniger Göteborger wagen es eine eigene Firma zu gründen, was sicher auch damit zusammenhängt, dass Steuern ab dem Tag der Firmengründung fällig werden, selbst wenn die Einkommen ungewiss sind.

Im ersten Halbjahr 2009 verzeichnete man bereits 18,5% weniger Firmengründungen in Göteborg als voriges Jahr zur gleichen Epoche. Aber nicht nur die Steuerpolitik des Landes bremst diese Entwicklung, denn auch Banken gewähren immer seltener Kredite an Firmengründer und bremsen damit die Wirtschaftsentwicklung, die bei Krisenzeiten insbesondere auf Neugründungen baut.

Weitere Informationen über das Thema bei:
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