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Dienstag, 12. November 2013

Archäologischer Fund in Göteborg

Als man in der Domkirche in Göteborg einen neuen Aufzug einbauen wolllte, stießen die Bauarbeiter auf einen erstaunlichen Fund, nämliche die Reste einer alten Kirchenmauer, die rund 400 Jahre alt ist und aller Wahrscheinlichkeit nach  innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Gründung Göteborgs durch Gustav II. Adolf gebaut wurde. Es handelt sich dabei um die ältesten archäologischen Funde des heutigen zentralen Göteborg.

Obwohl die alte Mauer nur in einer Tiefe von 30 Zentimeter lag, war sie bisher nicht entdeckt worden. Andererseits war natürlich diese erste Kirche, die im Laufe der Zeit mehrere verschiedene Namen hatte, überwiegend aus Holz gebaut, eine Gebäude, das am 15. April 1721, gemeinsam mit weiteren 211 Häusern, völlig abbrannte. Das gleiche Schicksal erlitt auch die folgende Kirche, die an der gleichen Stelle erbaut wurde, denn auch diese fiel dem Feuer zu Opfer, was erklärt, warum die aktuelle Domkirche nur bis 1815 zurückreicht.

Aber wie üblich in Göteborg, so wird man diese historische Mauer vermutlich nur kurze Zeit zu sehen bekommen, da sie vermutlich mit dem Einbau des neuen Aufzugs für immer verschwinden wird und als Fotosouvenir im Stadtmuseum aufbewahrt wird. Für einige Wochen wird der archäologische Fund jedoch hinter einer Plexiglasscheibe zu betrachten sein bevor sie von der „Zukunft“ Göteborgs einzementiert wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 4. November 2013

Ausgrabungen in der „Altstadt“ Göteborgs

Bevor im Göteborger Stadtteil Gamlestan, der Stelle, an der vor der Gründung des heutigen Göteborgs der historische Ort Nya Lödöse lag, ein Reisezentrum, eine neue Straßenbahnlinie und Wohnkomplexe entstehen werden, haben Archäologen der Stadt den Auftrag erhalten auf knapp 7000 Quadratmetern Fläche nach den Resten der mittelalterlichen Ansiedlung zu suchen, denn nach den Arbeiten wird diese Gegend ein modernes Aussehen erhalten und die Gegend endgültig unter Beton und Asphalt verschwinden.

Bisher haben die Archäologen, die an der Ausgrabung beteiligt sind, bereits etwa 600 Kilogramm an Gebeinen, tausende von kleineren Fundstücken und Reste eines Krugs gefunden, neben Mauerresten und einem Grabfeld mit 500 Gräbern. Ob die Fundstücke und die Reste der Stadt, in der etwa 1300 Personen lebten, neue geschichtliche Erkenntnisse mit sich bringen, ist bisher unbekannt, da die Ausgrabungen voraussichtlich erst gegen 2017 abgeschlossen sein werden und jedes Fundstück untersucht und katalogisiert wird.

Nya Lödöse existierte lediglich von 1473 und 1624, wobei die Bewohner anschließend gezwungen wurden in die neue Stadt umzuziehen, was bedeutet, dass sie Wertgegenstände mit Sicherheit nicht an einem Ort zurückließen, der dem Erdboden gleichgemacht werden sollte. Interessant ist jedoch, dass man bereits feststellen konnte, dass die Bewohner dort über einen befestigten Hafen verfügten, dem Göta älv Land abgewannen und die Handelsbeziehungen sich nicht nur auf Deutschland erstreckten, sondern auch England und Schottland umfassten, die Handelsreisen also weitaus ausgedehnter waren als man bisher vermutete.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. März 2013

Archäologische Baustelle in Göteborg

Bevor man nun im alten Teil Göteborg, dem Gamlestadstorget, Neubauten hochziehen wird, will man mehr über die Vergangenheit Göteborgs wissen, denn an dieser Stelle lag vor rund 600 Jahren eine der Vorgängerstädte Göteborgs, nämlich Nya Lödöse, eine Stadt von der wir bis heute nur relativ wenig wissen, da man sich beim Bau dieses Stadtteils wenig für archäologische Reichtümer interessierte.

Gegenwärtig sind 25 Archäologen damit beschäftigt eine Fläche von 7000 Quadratmetern schichtweise zu untersuchen, in der Hoffnung so viel wie möglich über die Anlage von Nya Lödöse zu erfahren, aber auch welche Tiere dort genutzt wurden, wovon sich die Bevölkerung ernährte und welche Pflanzen man damals anbaute, denn je mehr man hier findet, um so klarer wird das Bild dieser alten Stadt, die man bisher nur aus Aufzeichnungen kennt.

Nya Lödöse musste beim Bau des Stadtkerns von Göteborg (innerhalb des Wallgrabens) zwangsweise verlassen werden und die Gebäude wurden abgebrannt, damit die Bevölkerung nicht von der neu zu bevölkernden Stadt zurückkehren konnte. Bisher ist die Existenz von Nya Lödöse lediglich durch historische Aufzeichnungen bekannt, die jedoch mehr Aufschluss über die Handelstätigkeiten und die Bedeutung der Stadt geben als über das Leben der Bewohner als solches. Vorerst sind die Arbeiten bis Oktober des Jahres angesetzt, wobei die Bevölkerung in dieser Zeit viermal die Gelegenheit haben wird an einer Führung teilzunehmen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Wenig Respekt von historischem Gut in Göteborg

Nach Sveriges Radio P4 in Göteborg wurde in Rödbo im Stadtteil Hisingen auf einem Gräberfeld aus der Steinzeit ein Treffpunkt geschaffen ohne dass die Verantwortlichen über die notwendigen Genehmigungen verfügten. Einige Personen haben an der betroffenen Stelle Erde abgetragen und dann mit Kies gefüllt um eine gleichmäßige und stabile Fläche zu schaffen. Da die Arbeiten privat und archäologische Hilfe erfolgten, besteht nun das Risiko, dass historisches Kulturgut unwiederbringlich zerstört wurde.

Die Situation ist indes nicht sehr einfach zu sehen, da es sich bei diesem Gräberfeld um Flachgräber handelt, die auf der Oberfläche nicht sichtbar sind, jedoch Skelette, Urnen und andere Gegenstände enthalten können. Das vandalisierte Gräberfeld war von den Ämtern auch nicht durch Hinweisschilder ausgezeichnet, sondern lediglich auf Generalstabskarten vermerkt, die rechtlich die Voraussetzung dafür liefern, dass der Ort als geschützt betrachtet werden muss.

Theoretisch kann man an solchen Stellen auch einen Treffpunkt einrichten, vorausgesetzt, man beantragt vorher eine Genehmigung und ein Archäologe ist während der Arbeiten vor Platz, der überwachen kann, dass am Gräberfeld selbst keinerlei Schäden entstehen. Diejenigen, die die Arbeiten in Göteborg unternahmen haben diesen speziellen Platz vielleicht nicht gekannt, aber es kann ihnen dennoch ein Vergehen vorgeworfen werden, da bekannt ist, dass Rödbo reich an Fundstellen ist, die zum Teil nicht mit bloßem Auge sichtbar sind. Es ist daher notwendig immer vorher die offen zugänglichen Karten zu konsultieren.

Herbert Kårlin