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Auch wenn Kjell Peterson als ehemaliger Direktor der Lobby-Organisation West Sweden seine Arbeit in Brüssel wegen bedeutenden Skandalen niederlegen musste, zum Beispiel weil er es als normal empfand, dass seine Parkvergehen, seine Feste mit reichlich Alkohol in luxuriöser Umgebung und ein selbst eingeführtes dreizehntes Gehalt von Steuergeldern bezahlt wurden, so zeigt sich heute wie wenig er sich einer Schuld bewusst ist und wie weit seine Skrupelschwelle bereits gesunken ist.
Da Kjell Peterson nach seinem Scheitern in Brüssel nun nach Schweden zurückkehren will, fordert er West Sweden auf ihm die gesamten Umzugskosten zwischen 100.000 und 200.000 Kronen zu bezahlen. Er geht davon aus, dass er dienstlich nach Brüssel zog und daher auch seine Rückkehr nach Schweden in voller Höhe finanziert werden muss. Auch dass ihm wieder eine Arbeit in Spitzenposition zusteht, hält der Ex-Direktor für normal.
Auch nach der Veröffentlichung der Affäre Kjell Peterson kamen weitere zweifelhafte Rechnungen bei West Sweden an, die belegen, dass der frühere Direktor erhebliche Summen nicht zweckgebunden ausgab. West Sweden lässt nun sämtliche Verträge mit Kjell Peterson überprüfen um ihn eventuell für den Schaden haftbar zu machen. Solle sich allerdings zeigen, dass bereits der Vertrag lückenhaft oder unüberlegt war, so wird West Sweden wohl auch noch den Umzug bezahlen müssen, da Peterson sich vermutlich wenig einsichtig zeigt.
Herbert Kårlin
Nachdem im letzten Dezember bekannt wurde, dass der von Steuergeldern getragene Verein West Sweden unter dem Direktor Kjell Peterson zu luxuriösen Geschäftsessen und Aufenthalten in Spa-Anlagen mit reichhaltig Alkohol einlud ohne die Rechnungen ordnungsgemäß abzurechnen, hat der Vorstand von West Sweden nun beschlossen einen Teil der Regeln für die Bewirtung zu ändern, insbesondere was den Alkoholausschank bei internen Versammlungen betrifft. Eine grundsätzliche Änderung der Missstände wurde bisher nicht in Erwägung gezogen.Der Vorstand von West Sweden hat nun beschlossen, dass bei internen Versammlungen grundsätzlich kein Alkohol mehr aus Steuergeldern finanziert werden darf und jede Einladung, auch im Büro in Brüssel, aufgeschlüsselt werden muss, so dass man auch hinterher noch weiß wer wen warum eingeladen hat. Wie teuer in Zukunft diese Essen oder andere Einladungen sein dürfen, wurde indes nicht festgelegt, sa dass Luxus nach wie vor nicht ausgeschlossen wurde.Nach dem Vorsitzenden des Vorstands, Robert Hammarstrand, sollen diese neuen Regeln, die einen Monat nach den Vorfällen kommen, wieder Vertrauen zu West Sweden schaffen. Ob jedoch das Vertrauen wieder gewonnen werden kann so lange nicht klar ist welche Leistungen West Sweden wirklich für die Region brachte und ob eine einseitige Gehaltserhöhung des Brüsseler Chefs Kjell Peterson mit der Aufgabe von West Sweden vereinbar ist, bleibt offen.Herbert Kårlin
Während das Finanzamt und die Staatsanwaltschaft die finanziellen Manipulationen des von Steuergeldern getragenen Unternehmens West Sweden zu untersuchen beginnt, stellt die Radiostation P4 in Göteborg fest, dass das gesamte Unternehmen, das sich als vorbildlich und wirtschaftlich bedeutend für das Västra Götaland darstellt, nur eine große Luftblase ist, die mit falschen Zahlen manipuliert und nach „Gefühlen“ urteilt, nicht aber über die tatsächliche Leistung der Organisation sprechen kann.So konnte P4 feststellen, dass während der letzten zehn Jahre gerade einmal ein Drittel der 70 westschwedischen Gemeinden über die Struktur von West Sweden eine Unterstützung aus Europa erhielten und der westschwedische Chef, Rune Malm, jeden Studienbesuch einer Gemeinde in Brüssel als lehrreiche und wissenschaftliche Unterstützung Europas wertet, die man kaum mit Geld aufrechnen sei. Er legt damit die Begriffe Lobbying, Ausbildung und Unterstützung sehr weit aus, ohne dass die Gemeinden davon in irgendeiner Weise profitieren können.Nach der Leitung West Swedens ist die Organisation so erfolgreich, dass es ihr gelang innerhalb von zehn Jahren eine halbe Milliarde an Europageldern nach Westschweden zu bringen, eine Rechnung, die vor allem die Lücke aufweist, dass es sich dabei um das Gesamtbudget der Sparte für ganz Europa handelt. Damit konfrontiert, reduziert die Leitung die Zahl auf 700 Millionen Kronen an Beitrag und eine Quote von 220 Millionen allein während der letzten drei Jahre. Nach einem Blick in die Buchhaltung stellt P4 fest, dass es sich jedoch gerade einmal um 25 Millionen in dieser Zeit handelte, was lächerlich wirkt, wenn man bedenkt, dass in dieser Zeit allein Kjell Peterson als Brüssel-Direktor Zuwendungen in Hohe von über vier Millionen Kronen erhielt.Herbert Kårlin
Nach einer Untersuchung der Radiostation P4, zeigt sich nicht nur der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung Lisebergs großzügig, wenn es um Luxus und Alkohol geht, denn auch der gemeinnützige Verein West Sweden mit zwei verknüpften Unternehmen in Göteborg und Brüssel belegt, dass für Politiker Steuergelder zum eigenen Vergnügen und vor allem für Alkohol verschwendet werden ohne sich der geringsten Verantwortung bewusst zu sein. Und wieder war Göran Johansson, ein früherer Spitzenpolitiker Göteborgs, mehrere Jahre lang Vorstand des Aufsichtsrates.Die Methode von West Sweden ist indes weitaus besser geplant als jene von Liseberg, denn im Göteborger Büro landen zwar die Rechnungen für exklusive Treffen mit Essen und Übernachtungen in Schlössern oder Spa-Anlagen, nicht jedoch die Einkäufe von Alkohol in der Systembolaget oder der Konsum in einer Hotelbar, denn diese Rechnungen werden selbstverständlich vom Büro in Brüssel beglichen. Die Steuergelder für West Sweden kommen zwar auch in diesem Fall aus dem Västra Götaland, tauchen aber nie in der Buchhaltung in Göteborg auf.Wie auch der Chef von Liseberg, hält Kjell Peterson, der Direktor von West Sweden, es für vollkommen normal für eine Übernachtung mit Essen und Alkohol für fünf Personen 16.000 Kronen aus Steuergeldern zu bezahlen. Die Aufgabe von West Sweden ist seit 1992 durch Lobbying Europagelder nach Westschweden zu bringen, wobei die Entscheidungen von 17 Spitzenpolitikern der Region gefällt werden, die auch davon reden, dass bei Treffen kein oder kaum Alkohol gereicht werden soll.Herbert Kårlin