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Donnerstag, 7. November 2013

Göteborger Politiker und Führungskräfte feiern auf Kosten der Steuerzahler

Die Journalisten der Sendung Uppdrag Granskning zeigten gestern Abend, dass es sich Politiker und Führungskräfte Göteborgs während der Immobilien- und Baumarktmesse Mipim in Cannes sehr gut gehen lassen, denn immerhin verbrauchten sie während der letzten Jahre 4,6 Millionen Kronen aus Steuergeldern ohne klar angeben zu können wie viel Nutzen der Besuch dieser Messe für Göteborg brachte.

Wie bereits üblich wollen selbst die Politiker, die in Cannes anwesend waren, nicht bemerkt haben, dass man beim Feiern am französischen Mittelmeer weit über das Ziel hinausschoss, oder aber dieser Lebensstil ist für alle Beteiligten als normal zu betrachten. Die Journalisten konnten jedenfalls feststellen, dass die Quittungen und Aufstellungen sehr oberflächlich sind und teilweise von Leistungen zeugen, die man sicher nicht mit Steuergeldern zahlen sollte falls man den Begriff „Verantwortung“ kennt.

Ein weibliches Kleidungsstück wird als Snack aufgeführt, sechs Flaschen Sekt findet man als Frühstück und eine „offene Bar“ um Kontakte zu knüpfen wird mit 446.000 Kronen in Rechnung gestellt. So nebenbei wird dann ein Mietwagen für zehn Tage bezahlt, obwohl die Messe nur vier Tage dauert. Die sozialdemokratische Stadträtin Anna Johansson, die nun eine politische Karriere in Stockholm anstrebt, hat als Verantwortliche für die Unterzeichnung der Quittungen und Rechnungen nichts bemerkt und schenkt den Direktoren, die Steuergelder verprassen, weiterhin ihr Vertrauen. Für eine Stadt, die gegen Korruption und Bestechung vorgehen will, sind dies wohl kaum sinnvolle Zeichen, denn ohne Sanktionen und Selbstkritik wird sich kaum etwas ändern.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 10. Oktober 2013

Göteborg bekommt eine Luxus-Jugendherberge

Wer in Schweden nach preisgünstigen Unterkünften sucht, findet in der Regel eine der zahlreichen Jugendherbergen (Vandrarhem), von denen es gegenwärtig auch neun Stück in Göteborg gibt, die zwar mehrheitlich gut gelegen sind, aber eben doch mehr in den Randgebieten der Stadt. Ab 28. März des kommenden Jahres kommt nun eine weitere Jugendherberge in zentralster Lage hinzu, die, wie so viele andere unter den Vandrarhem, dem Netzwerk STF angeschlossen ist.

Drottninggatan, Göteborg

Der Unterschied ist jedoch, dass es sich dieses Mal um eine Jugendherberge der obersten Kategorie handelt, denn bereits für ein Zweibettzimmer mit neun Quadratmetern Fläche muss man hier 690 Kronen bezahlen und der exklusivste Raum kostet sogar 2800 Kronen, was für eine Unterkunft dieser Ordnung ein Rekordpreis sein dürfte. Der Vorteil davon ist jedoch, dass man hier mitten im Zentrum wohnt und die Stadt spürt sobald man nur das Fenster öffnet oder durch die Eingangstür geht.

Insgesamt wird die neue Jugendherberge über 102 Zimmer mit 304 Betten verfügen und die Größe eines mittleren Hotels haben. Entsprecht wird der Gemeinschaftsraum mit offenem Kamin Platz für 65 Personen bieten und die Selbstversorgungs-Küche entsprechend großzügig ausgelegt sein. Bei diesem Preis ist es natürlich auch selbstverständlich, dass jedes Zimmer über eine Dusche, eine Toilette und einen Fernseher verfügt. Wer im Zentrum Göteborgs wohnen will, wird für die Zimmer der Jugendherberge etwa 20 Prozent weniger bezahlen als für ein Hotel in ähnlicher Lage, muss dafür jedoch auch auf etwas höheren Komfort verzichten.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. Januar 2012

Neue Richtlinien für West Sweden

Nachdem im letzten Dezember bekannt wurde, dass der von Steuergeldern getragene Verein West Sweden unter dem Direktor Kjell Peterson zu luxuriösen Geschäftsessen und Aufenthalten in Spa-Anlagen mit reichhaltig Alkohol einlud ohne die Rechnungen ordnungsgemäß abzurechnen, hat der Vorstand von West Sweden nun beschlossen einen Teil der Regeln für die Bewirtung zu ändern, insbesondere was den Alkoholausschank bei internen Versammlungen betrifft. Eine grundsätzliche Änderung der Missstände wurde bisher nicht in Erwägung gezogen.

Der Vorstand von West Sweden hat nun beschlossen, dass bei internen Versammlungen grundsätzlich kein Alkohol mehr aus Steuergeldern finanziert werden darf und jede Einladung, auch im Büro in Brüssel, aufgeschlüsselt werden muss, so dass man auch hinterher noch weiß wer wen warum eingeladen hat. Wie teuer in Zukunft diese Essen oder andere Einladungen sein dürfen, wurde indes nicht festgelegt, sa dass Luxus nach wie vor nicht ausgeschlossen wurde.

Nach dem Vorsitzenden des Vorstands, Robert Hammarstrand, sollen diese neuen Regeln, die einen Monat nach den Vorfällen kommen, wieder Vertrauen zu West Sweden schaffen. Ob jedoch das Vertrauen wieder gewonnen werden kann so lange nicht klar ist welche Leistungen West Sweden wirklich für die Region brachte und ob eine einseitige Gehaltserhöhung des Brüsseler Chefs Kjell Peterson mit der Aufgabe von West Sweden vereinbar ist, bleibt offen.

Herbert Kårlin

Dienstag, 27. Dezember 2011

Lobbying auf Kosten der Steuerzahler

Nach einer Untersuchung der Radiostation P4, zeigt sich nicht nur der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung Lisebergs großzügig, wenn es um Luxus und Alkohol geht, denn auch der gemeinnützige Verein West Sweden mit zwei verknüpften Unternehmen in Göteborg und Brüssel belegt, dass für Politiker Steuergelder zum eigenen Vergnügen und vor allem für Alkohol verschwendet werden ohne sich der geringsten Verantwortung bewusst zu sein. Und wieder war Göran Johansson, ein früherer Spitzenpolitiker Göteborgs, mehrere Jahre lang Vorstand des Aufsichtsrates.

Die Methode von West Sweden ist indes weitaus besser geplant als jene von Liseberg, denn im Göteborger Büro landen zwar die Rechnungen für exklusive Treffen mit Essen und Übernachtungen in Schlössern oder Spa-Anlagen, nicht jedoch die Einkäufe von Alkohol in der Systembolaget oder der Konsum in einer Hotelbar, denn diese Rechnungen werden selbstverständlich vom Büro in Brüssel beglichen. Die Steuergelder für West Sweden kommen zwar auch in diesem Fall aus dem Västra Götaland, tauchen aber nie in der Buchhaltung in Göteborg auf.

Wie auch der Chef von Liseberg, hält Kjell Peterson, der Direktor von West Sweden, es für vollkommen normal für eine Übernachtung mit Essen und Alkohol für fünf Personen 16.000 Kronen aus Steuergeldern zu bezahlen. Die Aufgabe von West Sweden ist seit 1992 durch Lobbying Europagelder nach Westschweden zu bringen, wobei die Entscheidungen von 17 Spitzenpolitikern der Region gefällt werden, die auch davon reden, dass bei Treffen kein oder kaum Alkohol gereicht werden soll.

Herbert Kårlin