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Samstag, 1. Februar 2014

Der Stadtteil Gårda bleibt teilweise erhalten

Der Kampf der Bewohner des Göteborger Stadtteils Gårda zeigt nun Erfolg, zumindest teilweise, denn die Mehrheit des Stadtrats hat nun dem Plan zugestimmt etwa die Hälfte der Altbauten, überwiegend historisch interessante Landshövdingehus, zu erhalten und die ursprünglichen Pläne neu zu überarbeiten, denn geplant war den gesamten Altbauteil dem Erdboden gleichzumachen um Parkplätze zu schaffen und das Gebiet an die Messe und das Scandinavium anzuschliessen.

Gårda ist jedoch nicht nur wegen seinen in Göteborg einmaligen Bauten von Interesse, sondern es handelt sich dabei auch um das letzte zentrale Gebiet mit geringen Mieten und einen Stadtteil, der sich noch mehr als Dorf als als Stadt sieht. Da der Standard in den meisten Gebäuden gegenwärtig als absolut minimal betrachtet werden muss, wohnen hier vor allem Personen mit sehr geringem Einkommen und teilweise Studenten.

Ob die Bewohner der Häuser allerdings auch in Zukunft in Gårda bleiben können, zumindest die Hälfte unter ihnen, ist ebenfalls noch nicht sicher, auch wenn die Stadt dies noch verspricht, denn in der Tat sollen nun sämtliche Gebäude restauriert und teilweise auch modernisiert werden. Die Kosten dieser Arbeiten werden selbstverständlich auf die Miete geschlagen. Es bleibt daher abzuwarten wie viel in den historischen Altbauten restauriert und modernisiert wird, denn sollte die Miete um 30 bis 40 Prozent steigen, so werden sehr viele der Bewohner auch ohne Abriss ausziehen müssen.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. September 2013

Göteborger Fischkirche unter Denkmalschutz

Bisher findet man in Göteborg 75 Bauwerke, die unter Denkmalschutz stehen, wobei in den letzten zwölf Jahren lediglich 17 unter ihnen in die Liste aufgenommen wurden, letztmals der Bockkran in Eriksberg im Jahre 2012. Nun wollen Landesregierung und die Stadt Göteborg ein weitere Gebäude und ein gesamte Ansammlung an Häusern unter Denkmalschutz stellen, damit zwei touristisch interessante Projekte erhalten bleiben können.

Blick auf den Bockkran in Eriksberg

Bei den beiden Projekten handelt es sich zum einen um die Fischkirche (Feskekôrka), das Gebäude mit dem Göteborger Fischmarkt, und das Quartier Furiren in Haga mit seinen Landshövdingehus, einem Baustil, den man ausschließlich in Göteborg findet und die damals sehr häufigen Brände verhindern sollten. Haga ist heute der von Göteborgern und Touristen meist besuchte Stadtteil Göteborgs, der durch seine Antiquitätenläden und seine Cafés eine kleine Stadt innerhalb Göteborgs darstellt.

Die Region und die Stadt wollen das Verfahren nun sehr schnell durchziehen, damit sowohl Feskekôrka als auch Furiren noch dieses Jahr einen geschützten Status erhalten können und eine entsprechende Plakette an den Gebäuden angebracht werden kann. Falls die Eigentümer der Gebäude damit einverstanden sind, so soll nach der Entscheidung die Plakette anlässlich eines kleinen Festes angebracht werden zu dem alle Bürger der Stadt eingeladen sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 19. November 2012

Historische Teile Göteborg erneut bedroht

Nachdem der Göteborger Rettungsdienst die historischen Gebäude in Gårda inspizierte, wurde der Stadt aus Gründen der Brandsicherheit die Auflage gemacht sämtliche Probleme in den Gebäuden bis zum 30. April 2013 zu beseitigen, was nach Berechnungen der Stadt etwa zwei Millionen Kronen kosten würde und zusätzliche acht Millionen um die preisgünstigsten Miethäuser der Stadt modernerem Standard anzupassen, eine Summe, die die Stadt lieber in andere Projekte stecken will.

Da die Landshövdingehäuser im südlichen Gårda nicht auf den Bebauungsplänen der Stadt zu finden sind, da sich das Bauamt nie die Mühe machte sie aufzunehmen, obwohl es sich dabei um ein Kulturgut der Stadt handelt, sehen immer mehr Mitglieder des Stadtrates die Lösung dabei die Gebäude abzureisen, damit die Stadt dort für Messebesucher Parkplätze schaffen kann oder dort zumindest Busse abgestellt werden können. Nach zwei Jahren relativer Ruhe kommt dieser Plan nun erneut ins Gespräch und findet, auf Grund der angesetzten Kosten für die Renovierung, immer mehr Fürsprecher.

Die aktuelle Vision Göteborgs ist eine moderne Stadt zu schaffen statt Kulturgut zu erhalten, wobei erneut der gleiche Weg gegangen wird, den man in den 60er und 70er Jahren einschlug, als alles Alte weichen musste und großen Teilen Göteborgs der Scharm genommen wurde, der für den Tourismus eines Ortes jedoch die wichtigste Rolle spielt, was zahlreiche andere Orte Schwedens permanent beweisen. Für die rund 100 Mieter spielt die Entscheidung jedoch kaum eine Rolle, denn falls, wider Erwarten, modernisiert wird, so werden sie die neuen Mieten die neuen Mieten nicht bezahlen können und wenn abgerissen wird, so werden sie in Randgebiete Göteborgs abgedrängt.

Herbert Kårlin

Montag, 30. August 2010

Flohmarkt als Kampf gegen Abriss in Göteborg

Da die Svenska Mässan seit dem Jahre 2008 ein Parkhaus zu einer Mehrzweckhalle umbauen will, sind zahlreiche historische Gebäude des Stadtteil Gårdas vom Abriss bedroht und sollen neuen Parkplätzen Platz machen. Und natürlich handelt es sich dabei nicht nur um historische Gebäude, die sogenannten Landshövdingehus Göteborgs, sondern auch um Mietwohnungen, die in Göteborg eine Mangelware sind.

Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, veranstalteten die Bewohner der Häuser nun einen Flohmarkt unter dem Motte „Wir wollen nicht unsere ganze Habe auf diese Weise verkaufen müssen.“ Für Bewohner, die hier mit günstiger Miete wohnen, bedeutet der Abriss nicht nur ihre geliebte Umgebung zu verlieren, sondern gleichzeitig auch den Anschluss an die Stadt, denn um eine Wohnung mit nur annähernd günstiger Miete zu finden, müssen sie den gesamten Einzugsbereich Göteborgs verlassen.

Als Grund für den Abriss nimmt das sozialistisch regierte Göteborg natürlich nicht das Argument, dass man Anwohner entwurzeln will und ökonomische Interessen vorliegen, sondern dass Wohnungen mit Außentoilette nicht mehr bewohnbar sind. Die Bewohner der Häuser stören sich nicht an diesem Detail, sondern lieben ihre alten Holzböden, ihre Spiegeltüren und die Gemeinschaft, die sich für die Bewohner entwickelt hat, die zum Teil seit 30 Jahren in diesen Häusern wohnen, aber auch jedes Jahr Studenten als Mieter willkommen heißen.

Herbert Kårlin