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Samstag, 22. Dezember 2012

Neu Brücke in Göteborg bringt Verspätungen

Der Name für die neue Brücke, die im zentralen Göteborg die Götaälvbron ersetzen wird und zum Infrastrukturpaket gehört, das wiederum zur Citymaut ab dem 1. Januar führt, steht nun fest. Der Name Hisingsbron ist zwar nicht ganz neu, weil es früher bereits eine Brücke mit diesem Namen gab, aber der Name scheint beim Bau der Brücke auch das geringste Problem zu sein, was von von der Höhe der neuen Brücke nicht behaupten kann.

Die neue Brücke muss nämlich, nach Meinung des Stadtrates, in das Stadtbild des zukünftigen Göteborg passen und muss daher um acht Meter niedriger sein als die gegenwärtige Brücke, was für die Flussschifffahrt natürlich gewisse Probleme mit sich bringt, denn selbst die aktuelle Brücke musste im Durchschnitt noch dreimal am Tag geöffnet werden, damit die größeren Frachter das Meer erreichen konnten, was schon immer gewisse Probleme für den Verkehr zwischen Goteborg City und Göteborg Hisingen bedeutete.

Bei einer freien Segelhöhe von nur noch etwa zwölf Metern muss die neue Brücke jedoch durchschnittlich elfmal pro Tag geöffnet werden, wobei natürlich die Stoßzeiten ausgeschlossen sind, da die Passage eines einzigen Schiffes bereits mehrere Minuten dauert. Bei elf Passagen müssen die Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger daher immer wieder mit einer erheblichen Wartezeit rechnen, aber auch die Schiffe müssen unter Umständen eine Stunde warten bevor sie ihre Fahrt fortsetzen können. Der Schönheitswunsch Göteborgs wird daher sehr viele unzufriedene Benutzer schaffen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. Juli 2012

Acht Schiffe Göteborgs flaggen aus


Da sich Schiffe, die in Schweden registriert sind, immer weniger im internationalen Kampf behaupten können und die schwedische Regierung jede Anpassung der Gesetze an internationale Regelungen verweigert, greifen immer mehr Reedereien zur Selbsthilfe und flaggen ihre Schiffe in Schweden aus. Besonders stark betroffen davon ist die Schifffahrt in Göteborg, der Stadt mit dem größten Hafen des Nordens.

Bereits vor einem Monat gab die Reederei DFDS Seaways bekannt, dass sie vier Schiffe in Schweden ausflaggen wird und diese in Zukunft unter dänischer Flagge unterwegs sein werden. Den schwedischen Seeleuten wurde ein neuer Vertrag angeboten, wobei anzunehmen ist, dass die Mehrheit unter ihnen das Angebot, auch unter schlechteren Bedingungen, annehmen wird, da sie in Schweden kaum einen neuen Arbeitsplatz finden können.

Gestern teilte nun auch die Göteborger Reederei Transatlantic mit, dass vier Fahrzeuge ausgeflaggt werden um in Zukunft unter der Flagge Gibraltars, bzw. jener der Niederlande, die Fahrten aufzunehmen. In diesem Fall wurden bereits 25 schwedische Seeleute gekündigt, die in Zukunft durch billigere Arbeitskräfte ersetzt werden. Die Ausflaggung der Fahrzeuge ist für Herbst 2012 geplant.

Herbert Kårlin

Freitag, 16. März 2012

Göteborgs Luft immer noch über den Grenzwerten

Auch wenn sich die Göteborger Luft während der letzten Jahrzehnte erheblich verbesserte, so lagen die Werte an Stickstoffdioxid (NO2) auch im letzten Jahr wieder über der gesetzlich zulässigen Norm. Diese Werte sind in einem Bereich, der die Bewohner anfällig auf Infektionen macht und bei Lungenproblemen zu erheblichen Beschwerden führen kann.

Die Hauptübel für die hohen Werte an Stickstoffdioxid in Göteborg sind vor allem Fahrzeuge, insbesondere Lastwagen, und die Schifffahrt. Göteborg ist eine der wenigen Städte Schwedens in denen der gesamte Frachtverkehr nach Norwegen oder in die Gegend des Vänern durch die Stadt geleitet wird, da es keine Umgehungsstraßen gibt und auch keine geplant werden. Auch der regelmäßige Fährverkehr mit Lastwagentransport konzentriert sich auf die Innenstadt, was bedeutet, dass auch in Zukunft die durchschnittlichen Messwerte an NO2 zu hoch sein werden.

Natürlich liegen zeitweise auch andere Schadstoffe weit über der zulässigen Norm, wobei die Werte allerdings nicht nur von den Tagesstunden und der Windrichtung abhängig sind, sondern auch in den verschiedenen Stadtteilen sehr unterschiedliche Messwerte festgestellt werden. Besonders in kalten Wintern und die Anwendung von Spikereifen in der Stadt sind für die Bewohner besonders gesundheitsschädlich. Bereits voriges Jahr verzeichnete Göteborg die schädlichste Luft Schwedens.

Herbert Kårlin

Samstag, 22. Oktober 2011

Europaregeln benachteiligen Göteborger Hafen

Damit die Meere ihren Artenreichtum behalten, hat Europa beschlossen, dass alle Schiffe, die einen europäischen Hafen anlaufen, ab dem Jahre 2020 nur noch 0,1 Prozent Schwefel in ihrem Treibstoff haben dürfen. Die nordischen Reedereien waren bisher mit dieser Auflage vollkommen einverstanden und sind dabei ihre Fahrzeuge umzurüsten. Wenn nicht Europa eine Zwei-Stufen-Regel eingeführt hätte.

Während die strengen Schwefel-Regeln in Skandinavien bereits 2015 in Kraft treten, hat der Kontinent fünf weitere Jahre Zeit die Meere zu schützen. Während ein Schiff, das Göteborg, den bedeutendsten Frachthafen Schwedens, anlaufen will, nur umweltfreundlichen Treibstoff verwenden darf, dürfen Frachter, die Bremen oder Hamburg anlaufen noch die fünffache Menge an Schwefel an die Umwelt und damit die See weitergeben.

Zu Recht machen sich daher die Reedereien, die bisher Göteborg anlaufen, sowie der Göteborger Hafen, Gedanken über ihre Zukunft, denn die Alternative für Umweltverschmutzer wird sein, zum Beispiel Hamburg anzulaufen und dann die Waren per Lastwagen nach Schweden oder das restliche Skandinavien zu transportieren und damit den Gewinn im Wasser durch den Verlust in der Luft wett zu machen. Europa rechtfertigt ihre Entscheidung damit, dass die Gewässer Skandinaviens weniger kalkhaltig sind als die anderen Gewässer und daher am schnellsten geschützt werden müssen.

Herbert Kårlin