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Samstag, 11. Januar 2014

Göteborger Stadtteil kämpft gegen die Citymaut

Als Göteborg die Citymaut einführte, entstand im Ortsteil Backe des Stadtteils Hisingen eine Enklave bei der jeder Autofahrer zur Kasse gebeten wird, egal, ob er nur sein Gebiet verlassen will, über die Brücke ins Einkaufszentrum fährt und auch, wenn er mit Sicherheit nicht in die Stadt will, also weder die Straßen der Innenstadt belastete noch aber der schlechte Luft Göteborgs einen Todesstoß gibt.

Als die Proteste zu stark wurden, entschied sich die Stadt die Bewohner Backas nach Lösungen und Wünschen zu fragen, die dann vom Straßenverkehrsamt in zehn alternative Punkte zusammengefasst wurden und gestern den Betroffenen offiziell vorgelegt wurden, damit sie nun ihre letzten Wahl treffen können. Die Breite der Vorschläge reicht vom Abbau aller Zahlstellen bis zu ihrer Beibehaltung.

Als die Bewohner Backas die Vorschläge der Stadt sahen, war ihre mehrheitliche unmittelbare Meinung, dass die gesamten Zahlstellen in ihrem Gebiet verschwinden müssen und wenn Göteborg auf der Umgehungsstraße Lundbyleden eine Citymaut verlangen will, so sollen die Zahlstellen eben an den Auffahrten angebracht werden. Aber egal, was die Bewohner Backas wollen, so wird die Entscheidung letztendlich von der Stadt gefällt und, bevor es wirklich zu einer Änderung kommt, werden bis zu zwei Jahre vergehen, da auch die Regierung in Stockholm die Änderungen absegnen muss. Backas Bewohner hatten sicher mit einer schnelleren Reaktion gerechnet.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 16. März 2012

Göteborgs Luft immer noch über den Grenzwerten

Auch wenn sich die Göteborger Luft während der letzten Jahrzehnte erheblich verbesserte, so lagen die Werte an Stickstoffdioxid (NO2) auch im letzten Jahr wieder über der gesetzlich zulässigen Norm. Diese Werte sind in einem Bereich, der die Bewohner anfällig auf Infektionen macht und bei Lungenproblemen zu erheblichen Beschwerden führen kann.

Die Hauptübel für die hohen Werte an Stickstoffdioxid in Göteborg sind vor allem Fahrzeuge, insbesondere Lastwagen, und die Schifffahrt. Göteborg ist eine der wenigen Städte Schwedens in denen der gesamte Frachtverkehr nach Norwegen oder in die Gegend des Vänern durch die Stadt geleitet wird, da es keine Umgehungsstraßen gibt und auch keine geplant werden. Auch der regelmäßige Fährverkehr mit Lastwagentransport konzentriert sich auf die Innenstadt, was bedeutet, dass auch in Zukunft die durchschnittlichen Messwerte an NO2 zu hoch sein werden.

Natürlich liegen zeitweise auch andere Schadstoffe weit über der zulässigen Norm, wobei die Werte allerdings nicht nur von den Tagesstunden und der Windrichtung abhängig sind, sondern auch in den verschiedenen Stadtteilen sehr unterschiedliche Messwerte festgestellt werden. Besonders in kalten Wintern und die Anwendung von Spikereifen in der Stadt sind für die Bewohner besonders gesundheitsschädlich. Bereits voriges Jahr verzeichnete Göteborg die schädlichste Luft Schwedens.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. April 2011

Kein Volksentscheid in Göteborg

In Schweden halten Politiker sehr wenig von Volksentscheiden und greifen nur dazu, wenn sich die Parteien selbst nicht einig sind über eine Entscheidung. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Begehren der Partei Vägvalet, eine Volksentscheid zur Einführung einer Maut in Göteborg durchzuführen, unter fadenscheinigen Argumenten abgelehnt wurde.

Die Stadt gibt in ihrer Erklärung zu, dass die Anzahl der Stimmen, die Vägvalet von Göteborger Bürgern vorlegen konnte, für ein Volksentscheid ausreicht, aber argumentiert, dass die Entscheidung nun beim Reichstag liegt über die Maut zu entscheiden und daher Unterschriften aus Göteborg nicht mehr interessant sind.

Diese Entscheidung der Politiker Göteborgs setzt jedoch nicht nur jede demokratische Entscheidung der Bürger außer Kraft, sondern wird die Stadt zur 400-Jahrs-Feier in die größte Baustelle des Landes verwandeln, jede Entscheidung für eine notwendige Umgehungsstraße für mindestens 30 Jahre auf Eis legen und ein Projekt des Jahres 1987 in den Vordergrund heben, das kaum als zukunftsweisend betrachtet werden kann.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 24. März 2011

Vägvalet will Alternative zur Maut in Göteborg

Die westschwedische Partei Vägvalet fordert die Politiker Göteborgs auf eine Alternative zur geplanten Maut in Göteborg zu suchen, da das geplante System Geringeinkommer am härtesten trifft und Fahrer von Firmenfahrzeugen oder Personen, die im inneren Kreis Göteborgs wohnen, von dieser Steuer nicht betroffen sind.

Vägvalet fordert ebenfalls, im Falle, dass die Maut dennoch eingeführt wird, diese nur dort zu fordern, wo der Verkehr auch überlastet ist und nicht an Stellen wie der Älvsborgsbron, die nur selten Probleme verursacht, aber für viele Bewohner Hisingens die einzige Chance ist auf die andere Seite des Flusses zu kommen.

Die Partei Vägvalet hebt auch hervor, dass man die Situation Göteborgs nicht mit jener Stockholms vergleichen kann, da man die Innenstadt Stockholms durch seinen Ringverkehr vermeiden kann, in Göteborg jedoch keine Umgehungsstraße existiert und Autofahrer daher gezwungen sind durch das Zentrum zu fahren.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 21. April 2010

Die Maut schafft neue Probleme in Göteborg

Während die Stadt Göteborg mittlerweile fast einheitlich zufrieden ist mit dem neuen Infrastrukturpaket, das darauf baut, dass die Maut eingeführt wird und den Västlänken, eine Brücke über den Göta Älv und andere Projekte finanziert, macht sich bemerkbar, dass Göteborg bei seinen Planungen und Kalkulationen die Randgemeinden vergessen hat.

Mit Einführung der Maut wird sich der Verkehr auf mehreren kleineren Straßen, vor allem in Lerum, Partille und Mölndal verdoppeln und zu erheblichen Staus führen. Dass diese Situation weitere Investitionen von bis zu 500 Millionen Kronen erfordert, war nicht nur den Randgemeinden, sondern auch Göteborg bewusst, ohne jedoch diese Planungen und Kosten im Infrastrukturpaket aufzunehmen.

Auch wenn die Randgemeinden sich bereit erklären die Hälfte der Kosten zu übernehmen, will Göteborg von weiteren Straßen und Ausbauten nichts wissen und verweist dabei darauf, dass die Randgemeinden auf öffentliche Verkehrsmittel nach Göteborg setzen sollen. Aber auch wenn die Randgemeinden in Busse investieren würden, so wird sich der Verkehr in der Nähe ihrer Wohngebieten noch um mindestens 50% erhöhen, da auch der heutige Transitverkehr durch Göteborg nach Einführung der Maut teilweise auf Nebenstraßen ausweichen wird und die reinere Luft Göteborgs wird zu Lasten der Randgemeinden gehen.

Herbert Kårlin

Montag, 25. Januar 2010

Erste Probleme mit der Göteborger Maut

Noch bevor die endgültige Entscheidung gefallen ist wo die Zahlstellen sein werden, wieviele Zahlstellen nötig werden und wieviel jede Fahrt in Göteborg kosten wird, stellt sich die größte Randgemeinde Göteborgs bereits gegen die aktuellen Pläne, da sie bei der Maut nur die Interessen Göteborgs gewahrt sieht, nicht aber jene der eigenen Gemeinde, nämlich der Stadt Mölndal, die im Süden der Stadt, direkt an der E6 liegt.

Die Kritik an der Göteborger Entscheidung sind mehrschichtig und zeigen einmal mehr wie wenig Göteborg sich um seine Umgebung kümmert, wenn es um ein Prestige der Stadt selbst geht. Da die erste Mautstelle bereits wenige Meter außerhalb des Stadtgebiets von Mölndal liegt, aber zahlreiche Kinder die nahen Kindergärten, Vorschulen und Schulen besuchen, die bereits jenseits der Zahlstelle liegen, müssten bei Umsetzung des aktuellen Planes viele eine Steuer an die Stadt Göteborg bezahlen, nur weil sie ihre Kinder zum Kindergarten bringen müssen.

Das zweite maßgebliche Argument ist die hohe Verkehrsdichte, die Mölndal jetzt schon betrifft und die nach allen Hochrechnungen nach Einführung der Maut noch bedeutender wird. Da auch eine der unfallreichsten Straßen des Västra Götalands nach Göteborg bei einem Unfall nur eine Umgehung über Mölndal erlaubt, ist bei Einführung der Maut auch der häufige Kollaps des Verkehrs in Mölndal garantiert und das Umweltproblem wird ganz außerhalb der Mautgrenze verlagert.

Und schließlich sind gerade wenige Meter von der ersten Mautstelle Göteborgs 2000 neue Wohnungen geplant, die die ohnehin überlasteten Straßen sicher noch mehr belasten müssen. Eine Umgehungsstraße, die Göteborg bisher grundsätzlich ablehnte, könnte das Verkehrsproblem zwar beseitigen, würde jedoch 100 Millionen Kronen kosten.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 19. August 2009

Allgemeine Maut auf Göteborgs Straßen sollen Tunnel und Umgehungsstraße finanzieren

Anlässlich einer Pressekonferenz der Västra Götalandsregionen wurde ein Infrastrukturpaket in Höhe von rund 30 Milliarden Kronen vorgestellt in dem vor allem eine allgemeine Mautgebühr innerhalb Göteborgs und einiger umliegenden Orte eine bedeutende Rolle spielen.

Die Einkünfte aus der Maut sollen unter anderem sowohl einen weiteren Tunnel unter dem Göta älv finanzieren als auch einen Tunnel für den Bahnverkehr unter Göteborg (Västlänken), die gemeinsam als Maßnahmen gegen den fast permanenten Stau während des Berufsverkehrs gesehen werden. Als frühestes Datum für die Einführung der Maut wird das Jahr 2011 gesehen.

Anneli Hulthén, Sozialdemokrat, argumentiert, dass das Gesamtpaket das Transportsystem Göteborgs erheblich verbessern würde und Jan Hallberg, Moderat, hofft, dass damit in Göteborg der Arbeitsmarkt verbessert werden kann und Firmen einen Anreiz bekämen sich in Göteborg niederzulassen.

Leider wurde nicht berücksichtigt, dass gerade die Einführung einer allgemeinen Maut vielen Arbeitnehmern den Zugang nach Göteborg erschweren wird und ihnen monatlich eine hohe Zusatzbelastung zugemutet wird, zumal bereits die Parkgebühren in Göteborg über denen anderer schwedischen Städte liegen und die Entstehung neuer Siedlungen abseits des Öffentlichen Verkehrs geplant sind.

Herbert Kårlin