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Nach dem Erfolg der zahlreichen Wein- und Whisky-Clubs Schwedens, die ihren Kunden Alkohol an die Haustür liefern und sich dadurch zur größten Konkurrenz der staatlichen Systembolaget entwickelten, will das staatliche Monopol nun auch den Weg zur Tür des Kunden finden. Falls sich die Geschäftsleitung nun endgültig zu diesem Schritt entscheidet, so wird Göteborg eine der Versuchsstädte werden.
Systembolaget will sich mit dieser Änderung den Gewohnheiten seiner Kunden anpassen, die immer häufiger online einkaufen und dabei gleichzeitig seinen Kundendienst verbessern. Ob diese Idee, die seit rund einem Jahr diskutiert wird, auch umgesetzt wird, hängt nun noch von zwei Gutachten ab und natürlich von der Stadt Göteborg, die sich erst kürzlich entschloss, wegen Alkoholproblemen die Öffnungszeiten in Nachtklubs zu verkürzen. Hält die Stadt es für problematisch, dass die Systembolaget Alkohol ins Haus liefert, so stirbt das Projekt bereits vor einem ersten Versuch.
Die erste Systembolaget wurde bereits 1850 gegründet, mit dem Ziel für die Gesundheit des Volkes zu arbeiten und den Alkoholkonsum so einzuschränken, dass Alkohol nur ein Genuss ist, aber nicht zum Berauschen führt. Wenn man die neuesten Verkaufszahlen der letzten drei Monate betrachtet, so stellt man fest, dass das Monopol der Idee ein Stück näher kam, denn der Absatz an Alkohol stieg in dieser Zeit nur um 1,1 Prozent und der Verkauf von alkoholfreien Getränken um 35,3 Prozent, wäre nur nicht die Geschichte der steigenden Absätze durch Schmuggelgut und Clubs.
Herbert Kårlin
Was ein normales und traditionelles Abschlussfest der führenden Schicht und des Aufsichtsrates in den eigenen Räumen von Liseberg werden sollte, entwickelte sich, nachdem am Vormittag von der gleichen Schicht neue Richtlinien für interne Feste unterschrieben wurden, zu einem Desaster, da zwischen der neuen Policy und dem organisierten Abendessen eine große Kluft zu entdecken war.Das kleine abendliche Abschlussfest mit einem luxuriösen Essen mit drei Gängen mit Getränken für 30 Personen kostete die Kleinigkeit von 38.973 Kronen, also 1299 Kronen pro Teilnehmer. Während man über das „einfache Essen“, wie es die neue Policy vorschreibt, noch diskutieren kann, war für die Bürger Göteborgs unverständlich, dass dabei Alkohol von nahezu 22.000 Kronen getrunken wurde, darunter 13 Flaschen Wein zum Stückpreis von 590 Kronen.Vielleicht wäre auch dies, wie schon die vorigen Jahre, so nebenbei im Sand verlaufen, wenn Göteborg im vergangenen Jahr nicht einige Korruptionsskandale am Halse gehabt hätte, Liseberg nicht der Stadt gehören würde, die Teilnehmer nicht zum Teil im Stadtrat sitzen würden und der neu eingestellte Direktor Lisebergs, der Däne Andreas Andersen, dieses Gelage nicht als kleines harmloses Essen bezeichnet hätte und der Sprecher des Aufsichtsrates, Göran Johansson, geäußert hätte, dass er sich keine Gedanken über das Essen gemacht hätte, denn er sei geladen worden, so komme er eben zu einem kleinen Abendessen. Herbert Kårlin
Schweden gehört zu den Ländern in denen Alkohol nur in staatlichen Läden verkauft werden darf und wo Steuern und Gesetze den Genuss begrenzen sollen, auch wenn der Erfolg dieser Maßnahmen mehr als nur zu bezweifeln ist, denn tägliche werden Jugendliche mit Alkohol aufgegriffen und Statistiken des Gesundheitsamtes weisen auch wenig darauf hin, dass Schweden weniger von Alkoholbedingten Krankheiten betroffen ist als andere Länder.So konnte der schwedische Zoll nur im ersten Halbjahr über 50.000 Liter Schnaps, etwa 30.000 Liter Wein und über 175.000 Liter Starkbier beschlagen, die nachweislich illegal und zu Verkaufszwecken importiert wurden. Diese Menge wurde erreicht, obwohl die Beweislast beim Zoll liegt. Und dennoch zeigen diese Zahlen nur eine Tendenz und liegen weit unter den tatsächlichen.Wer je die Geschäfte entlang der deutschen Grenze besuchte, konnte feststellen, dass dort ab dem frühen Morgen schwedische Busse, Wohnwagen und Autos mit Anhänger mit schwedischer Nummer parken und völlig überlastet wieder Richtung Schweden fahren. Die flüssige Last ist nur in den seltensten Fällen für den Eigenverbrauch gedacht, sondern wird weiterverkauft, auch an Jugendliche. Und wer die Busgäste genauer betrachtet, kann feststellen, dass viele von ihnen jede Woche diese Reise unternehmen und kaum einer der Reisenden für Eigenbedarf einkauft. Von Göteborg aus verkehren diese Linien in regelmäßigem Rhythmus und mit steigendem Erfolg.Herbert Kårlin
Die Universität in Göteborg bietet insgesamt rund 1200 verschiedene Kurse an, mehr als jede andere Universität Schwedens. Auch wenn einige der Kurse in kein Studienprogramm eingebunden sind und unter Umständen nur drei Studenten anziehen, so dient dennoch jeder der Kurse dem Teilnehmer bei der Suche nach einer Arbeit oder der Vertiefung seiner Kenntnisse.Einige der Kurse helfen der Universität jedoch auch ihr Budget aufrecht zu halten, um damit bedeutende Forschungsprojekte finanzieren zu können. Eines dieser Beispiele ist der Abendkurs in Weinwissenschaft, der letztes Jahr 160 Teilnehmer anziehen konnte, die in einem Land, in dem es keinen kommerziellen Weinbau gibt, sich zu Önologen ausbildeten und sich mit der Biochemie des Weines und Gesteinen auseinandersetzten, die dem Wein seinen Geschmack geben.Aber auch die Lehre von Edelsteinen zieht jeweils große Gruppen an Studenten an, die, wie bei der Önologie, mehrheitlich auch die Prüfung bestehen. Für jeden Studenten, der sich an der Universität einschreibt, erhält die Lehranstalt 23.800 Kronen und, falls der Student sein Studium mit Erfolg abschließt, weitere 38.600 Kronen.Herbert Kårlin
Göteborg ist die einzige Stadt Schwedens, die seit diesem Jahr jeden Besitzer oder Geschäftsführer eines Restaurants und einer Kneipe mit den Registern der Polizeibehörde abgleicht. Ziel ist es, die Geschäftsführer oder Besitzer herauszufinden, die in irgendeiner Weise vorbestraft sind, da Vorbestrafte in Schweden kein Recht erhalten in ihren Lokalen Alkohol auszuschenken.In der Regel kann es ausreichen einmal mit einem zu hohen Alkoholspiegel in eine Polizeistreife zu geraten um, unter Umständen, seine Lebensgrundlage zu verlieren. Natürlich sind in Göteborg 99% der Betroffenen blütenrein und trinken nie auch nur ein Glas Wein bevor sie sich ans Steuer setzen, aber dennoch wurden dieses Jahr bereits fünf Personen in der Branche gefunden, die sich einmal mit Alkohol ans Steuer setzten.Während die städtische Behörde, das Finanzamt und die Polizeibehörden diese systematische Kontrollmaßnahme als notwendig betrachten bleibt sie nicht ohne Kritik des schwedischen Verbandes der Hotel- und Restaurantbesitzer SHR, die zwar permanente Kontrollen befürworten, es jedoch für übertrieben halten, dass ein Restaurantbesitzer nicht ein einziges Mal 0,2 Promille bei einer Kontrolle überschreiten darf während Ärzte selbst nach Verurteilung und 1,4 Promille weiter praktizieren können.Weitere Informationen zum Thema beiHårdare koll av krogarnaHerbert Kårlin