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Donnerstag, 8. Dezember 2011

Jugendprojekt in Göteborg wird eingestellt

Nachdem die Tageszeitung GP täglich neue Affären des Göteborger Prestigeprojektes Upp aufdeckte, das Jugendliche in die Arbeitswelt führen sollte, hat sich die Stadt nun entschlossen das Projekt vorzeitig abzubrechen und die Vorfälle von unabhängigen Gutachtern untersuchen zu lassen. In diesem Rahmen musst der verantwortliche Stadtdirektor bereits seinen Platz verlassen.

Die Stadtverwaltung will von all den Problemen nichts gewusst haben, obwohl Upp falsche Rechnungen Buch führte und der Projektleiter dafür eine schriftliche Verwarnung erhielt, obwohl Upp nahezu 500.000 Kronen an Way Out West bezahlte, damit Jugendliche dort kostenlos arbeiten konnten und mehrere Personen des Stadtrats von Upp kostenlose Tickets für das Festival erhielten. Auch Anna Johansson, Mitglied des Stadtrates, schien sich keine Sekunde den Gedanken darüber zu machen, dass dies als Bestechung gewertet werden kann.

Obwohl in Göteborg während des letzten Jahres zahlreichen Skandale aufgedeckt wurden, scheint sich die politisch gemischte Stadtverwaltung unter Annelie Hulthén bis heute keine ernsthaften Gedanken darüber zu machen, dass diese Missstände nur möglich sind, wenn die Kontrollorgane nicht funktionieren und leitende Angestellte es für normal halten sich bestechen zu lassen ohne irgendwelche ernsthafte Konsequenzen fürchten zu müssen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 4. Dezember 2011

Prestigeobjekt in Göteborg ein Fiasko

Im Jahre 2009 entschied sich die Göteborger Regierung mehrheitlich das größte Projekt Schwedens gegen Jugendarbeitslosigkeit zu schaffen bei denen Jugendliche durch eigenes Engagement und Couching Arbeitsplätze finden sollten. Das Projekt, das 63 Millionen Kronen kostet, sollte bereits während der ersten zwei Jahren über 4000 Göteborger Jugendlichen zu einem Arbeitsplatz verhelfen.

Nach einer Untersuchung der Göteborger Tageszeitung GP zeigen die Ergebnisse des Jugendprojektes Upp jedoch ein völlig anderes Bild, denn trotz dem hohen finanziellen Aufwand fanden bisher nicht einmal 200 Jugendliche einen Arbeitsplatz. Niemand in der Projektleitung kann oder will nun auf die Frage antworten wohin die Steuergelder verschwanden und wann das Projekt zu einer sinnvollen Maßnahme der Arbeitsbeschaffung für Jugendliche werden kann.

Nach GP waren die Stadträte auch nach zwei Jahren Aktivität noch nicht informiert über die Fortschritte des Projektes, da auch keiner der Politiker auf die Idee kam dem Geldfluss zu folgen oder Rechenschaftsberichte anzufordern. Die Göteborger Tageszeitung konnte indes hunderte von Personen ausfindig machen, die angeblich an einer der Fortbildungsmaßnahmen von Upp teilgenommen haben, teilweise ohne je ihren Fuß in die Stadt gesetzt zu haben. Im Extremfall war ein 71-jähriger Stockholmer auf der Liste der Jugendlichen zu finden, der nicht einmal von der Existenz des Projektes wusste. Der Erfolg der Maßnahme beruht daher ausschließlich auf gefälschte Eintragungen.

Herbert Kårlin