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Gestern wurden auf Initiative des schwedischen Naturschutzbundes in 40 Städten Schwedens eine Kleidungstauschtag veranstaltet, an dem Göteborg, wo Kleidungstausch bereits eine gewisse Tradition hat, ebenfalls teilnahm, wenn auch die Information über diese Aktion etwas zu wünschen übrig ließ.Dennoch kamen zum Lagerhaus am Järntorget zwischen 500 und 600 Personen, die fünf ihrer Kleidungsstücke gegen fünf andere austauschen wollten. Zeitweise entwickelte sich eine lange Schlange bereits vor dem Eingang des Lagerhauses, was den Erfolg solcher Aktionen in Göteborg beweist.Nach dem Naturschutzbund kann Kleidungstausch statt Kleidungskauf ein bedeutender Beitrag im Umweltschutz sein, denn um ein Kilo Kleidung herzustellen spart man 8000 Liter Wasser, drei Kilo Chemikalien und sämtliche Energie, die zur Produktion und dem Transport von Kleidungsstücken nötig sind.Herbert Kårlin
Als der schwedische Naturschutzverband den gestrigen Tag zum Kleidungstauschtag ausrief, war das Weltkulturmuseum (Världskulturmuséet) in Göteborg mit auf dem ersten Rang. Als das Museum öffnete, warteten 300, vor allem jüngere, Göteborger bereits darauf ihre Kleidung abzugeben um später dann mit neuen Kleidern, Hosen, Schuhen oder anderem Gewand das Museum wieder zu verlassen. 50 der Tauschwilligen mussten letztendlich bereits abgewiesen werden, da der Platz im Museum sonst für die Aktion nicht ausgereicht hätte.Vor allem modebewusste junge Leute greifen in Göteborg immer häufiger zum Kleidungstausch und sparen damit nicht nur Geld, sondern helfen damit auch der Umwelt. Zahlreiche Jugendliche warten regelmäßig auf die verschiedensten Kleidungstauschaktionen, die in Göteborg zu den unterschiedlichsten Ereignissen statt finden.Ein Durchschnittsschwede kauft im Jahr 24 Kilogramm Kleidung und Textilien, was einem enormen indirekten Verbrauch an Energie entspricht. Nach Berechnungen des schwedischen Naturschutzverbandes kann man bei jedem getauschten oder in einem Secondhandlanden gekauften Kleidungsstück 97% der für die Herstellung eines Kleidungsstück nötigen Energie einsparen. Auch wenn der Kleidertauschtag nicht in Zusammenhang mit dem gleichzeitigen Göteborger Wissenschaftsfestival in Verbindung steht, so kann das Ereignis dennoch im Rahmen des Klimaschutzes gesehen werden, der beim Vetenskapsfestivalen eine bedeutende Rolle spielt.Herbert Kårlin
Seit dem Jahre 2007 sammelt die schwedische Hilfsorganisation Hjärtehjälpen Kleidung um sie an Bedürftigen im Baltikum und Polen weiterzugeben. Den Sammlungen gehen in der Regel Flugblattaktionen voraus, bei denen die Bevölkerung gebeten wird an bestimmten Tagen die Kleidung an zentralen Stellen zu deponieren, damit die Hilfsorganisation sie dann abholen kann.Die jüngste Aktion von Hjärtehjälpen erfolgte nun im Göteborger Stadtteil Västra Frölunda, was unmittelbar eine gewisse Polemik hervorrief, da die Hilfsorganisation auf der Schwarzen Liste der schwedischen Hilfsorganisationen steht, da sie weder Mitglied des offiziellen Verbandes ist, noch klare Angaben darüber existieren wo die Kleidung verteilt wird, zumindest auf staatlich geregeltem Niveau.Rechtlich gesehen benötigt man in Schweden weder eine besondere Genehmigung, noch die Anerkennung des Staates wenn man Hilfe leisten will, was jedoch, wie jetzt in Västra Frölunda, dazu führt, dass unmittelbar in ganz Göteborg davon abgeraten wird der entsprechenden Organisation eine Hilfe zukommen zu lassen. Hjärtehjälpen auf seiner Seite unterstreicht seine Seriosität und behauptet, dass ein Anerkennungsverfahren eingeleitet sei, was jedoch zeit- und arbeitsaufwendig sei.Herbert Kårlin
Zum Göteborger Kulturkalas (Kulturfestival) hat das Projekt "Bytiken" von Emelie Heilmann Premiäre. Vor der Oper findet man ihr 50 Quadratmeter großes Zelt, das eine besondere Butik darstellt, da man hier nur tauschen kann. Kein Buch, keine Schallplatte und kein Kleidungsstück kann hier käuflich erworben werden.Emilie Heilmann, 24, will mit ihrem Projekt auf die Überkonsumierung sensibilisieren und einen Gegenpol schaffen zum System, bei dem ein Gegenstand nur kurz dient , um dann im Abfall zu landen.Das Prinzip von Bytiken ist einfach, denn jeder, der etwas tauschen möchte bringt selbst drei Gegenstände ins Zelt und erhält dafür drei Kupons mit denen er dann sofort oder später drei Gegenstände eintauschen kann. Wichtig ist dabei der persönliche Wert einer Ware, denn warum sollte die CD eines Künstlers nicht den gleichen individuellen Wert haben wie eine Jeans oder ein Kleid? Emelie und ihre vier Freundinnen hoffen, dass ihr Projekt, das als Facebook-Initiative startete auch nach dem Göteborger Kulturfest eine Zukunft hat. Bytiken ist eine Neuschaffung aus den Worten byta (tauschen) und butiken (die Butik).Herbert Kårlin