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Die Abfallverbrennungsanlage Renova in Göteborg gehört zu den modernsten Anlagen der Welt, die durch die Verbrennung von Abfall für 30 Prozent der Fernwärme und fünf Prozent Strom der Stadt sorgt. Die Kapazität der Verbrennungsanlage ist so hoch, dass allerdings der gesamte Abfall Göteborgs und seiner Umgebung nicht ausreicht um die Anlage kostenneutral oder mit Gewinn arbeiten zu lassen, daher muss Abfall importiert werden.
Da jedoch in den letzten Jahren die modernen Verbrennungsanlagen in ganz Schweden wie Pilze aus dem Boden schossen, muss der Abfall mit Lastwagen und Schiffen aus anderen Ländern geholt werden. Göteborg profitiert vor allem davon, dass Norwegen seinen Abfall mangels ausreichender Anlagen los werden will und kann daher preisgünstig Abfall in Wärme und Strom verwandeln.
Göteborg lobt diese Lösung und spricht von grüner Wärme, die zudem die Müllhalden in Norwegen verhindert und denkt dabei wenig an die kurzsichtige und umweltschädliche Warte der Aktion. Denn zum einen sind auch in Norwegen keine Müllhalden mehr erlaubt, und zum anderen verursacht der Import durch den Transport bereits einen Schaden und verhindert zudem, dass Norwegen die grüne Wärme nutzen kann, Norwegen also das umweltschädliche Öl verbrannt werden muss um Wärme zu schaffen.
Herbert Kårlin
Nachdem das Ryaverket in Göteborg, wo sämtliche Abwässer der Stadt und einiger Randgebiete gereinigt werden, jährlich rund 800 Tonnen Abfall aus den Filtern entfernen muss, beginnt am 15. April eine Informationsaktion, die den Bürgern Göteborgs den Unterschied zwischen Abwasser und Abfall klar machen soll, damit Abfall in Zukunft direkt bei der Müllverbrennung ankommt und nicht erst den Umweg über das Wasserwerk machen muss.Während Baumwollbinden, Snus, Tampons, Zigarettenkippen und Kondome immer wieder Wasserrohre verstopfen und das Aufsammeln in den Gittern vor allem hohe Kosten für die Bürger verursacht, ist der Transport von 800 Tonnen Abfall zur Müllverbrennung auch energieaufwendig und, wegen der durchnässten Produkte, wird auch bei der Verbrennung sehr viel Energie verbraucht, die anderweitig sinnvoller genutzt werden kann.Ein noch größeres Problem entsteht jedoch dadurch, dass zahlreiche Göteborger auch Tabletten in die Toilette werfen oder Farbreste, giftige Abfälle und Kosmetika einfach in der Toilette entsorgen, Stoffe, die im Wasser aufgelöst werden und dann ins Meer geleitet werden, wo sie zu einem bedeutendes Umweltrisiko werden. Aber auch die Bakterien der Reinigungsanlage werden durch diese Stoffe teilweise zerstört, so dass das Reinigungswerk an Leistung verliert.Herbert Kårlin
Die Sprecherin der Grünen Göteborgs, Kia Andreasson, will bei der Sitzung in der nächster Woche den Müllimport stoppen, da dies im Widerspruch zur Politik der Stadt steht, nach der der Abfall pro Person permanent reduziert werden soll. Sie beschreibt es als Irrsinn, dass man den Abfall pro Bewohner reduziert, um letztendlich jedes Jahr mehr in den Verbrennungsanlagen zu verbrennen.
Gegenwärtig importiert die städtische Müllverwertung Renova jedes Jahr 100.000 Tonnen Müll aus Norwegen, der in den den Verbrennungsanlagen zu Fernwärme und Strom umgewandelt wird. Der norwegische Müll entspricht rund 20 Prozent der Menge, die in den Göteborger Anlagen verbrannt werden und ist eine Notwendigkeit, wenn die Wärmeproduktion für Wohnanlagen im heutigen Niveau aufrecht gehalten werden soll.
Die Grünen wollen nächste Woche gleichzeitig die Pläne von Stena Recycling im Göteborger Raum blockieren, einem privaten Unternehmen, das Müll aus Neapel im großen Stil importieren will um ebenfalls Wärme gewinnen zu können. Die Blockade würde allerdings lediglich bedeuten, dass Wärme in Göteborg teurer als in anderen Städten wird, da Stena Recycling in ganz Schweden arbeitet und die Verbrennung des italienischen Mülls dann anderen Orten zu Gute käme.
Herbert Kårlin
Das Göteborger Unternehmen Stena Recycling AB, ein Unternehmen, das sich auf die Aufbereitung von Abfall und die Wiederverwertung von Müll spezialisiert hat, ist nun am Müll aus Neapel interessiert, der dort in und um die Stadt bergeweise zur Verfügung steht und die italienischen Kapazitäten weit übersteigt, während schwedischen Müllverbrennungsanlagen bei weitem nicht ausgelastet sind.
Nach Stena Recycling soll der Müll aus Neapel importiert und auf die verschiedenen schwedischen Anlagen für Müllverbrennung verteilt werden, die Energie beim Verbrennungsprozess gewinnen und diese wieder in den Kreislauf zurückführen. Auch wenn der Verbrennungsprozess in Schweden als umweltfreundlich betrachtet werden kann, so ist eine weitere Frage inwieweit beim Transport CO2 oder andere schädliche Stoffe in die Atmosphäre verbreitet werden.
Da mittlerweile jedoch ein harter Markt innerhalb der Müllverwertung entbrannt ist, muss Stena Recycling nun in Neapel ein Angebot unterbreiten und für die Tonne Müll ein Angebot machen, das erheblich über dem schwedischen Marktpreis von 400 Kronen pro Tonne Müll liegt. Sollte Neapel das schwedische Angebot akzeptieren, so erfolgt erst eine Probesendung an Müll, da im Abfall weder Metall noch Essensreste enthalten sein dürfen, sondern dieser ausschließlich aus brennbaren Stoffen wie Papier, Holz oder Plastik bestehen muss.
Herbert Kårlin
Um einen Teil Göteborgs mit Fernwärme zu versorgen, müssen große Mengen an Anfall verbrannt werden. Da die eigene Abfallmenge jedoch nicht ausreicht, musste die Göteborger Müllverwertung Renova bereits voriges Jahr 140.000 Tonnen Abfall aus Norwegen importieren. Und der Bedarf steigt in diesem Jahr weiterhin an.Täglich rollen daher Lastwagen mit Abfall vom Nachbarland nach Göteborg um rund 25 Prozent des nötigen Mülls zu liefern, was nach Renova umweltfreundlicher ist als den Müll auf eine Müllkippe zu kippen und Norwegen nicht dazu zwingt eigene Müllverbrennungsanlagen zu errichten.Umweltorganisation halten jedoch nicht mit den Argumenten Göteborgs mit, da man einen Teil der Verbrennung durch Quellsortierung verhindern könnte, was weitaus umweltfreundlicher ist. Der enorme Bedarf an Abfall für Fernwärme hat dagegen den umgekehrten Effekt, dass nämlich immer mehr Abfall verbrannt werden muss um das aktuelle System aufrecht zu erhalten.Herbert Kårlin