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Donnerstag, 8. September 2011

Straßenmusik in Göteborg nun geregelt

Gestern hat sich der Stadtrat Göteborgs einstimmig dazu entschlossen in Zukunft wieder Straßenmusik zuzulassen, ohne dass die Musiker vorher eine polizeiliche Genehmigung einholen müssen. Wer sich daher mit Straßenmusik etwas Geld verdienen will, darf in Zukunft an Nachmittagen an (nahezu) allen Stellen der Stadt den Passanten wieder seine Kunst anbieten.

Ob die getroffene Lösung jedoch alle Interessen wahrt, ist weniger sicher, da einige Teile der neuen Bestimmung dehnbar sind und andere überhaupt nicht gelöst wurden. Nach der neuen Verordnung, die in etwa einem Monat unterschrieben wird, darf ein Straßenmusiker jeweils eine Stunde am gleichen Platz spielen, jedoch keine Verstärker benutzen und dabei mit der Lautstärke die Besucher der anliegenden Geschäfte nicht stören.

Es bleibt dabei die Frage offen, ob nach einer Stunde ein anderer Straßenmusiker die gleiche Stelle einnehmen darf, wann die Lautstärke eines Musikers störend wird und wie man die neuen Bestimmungen kontrollieren kann. Es ist daher auch kein Wunder, dass nach der Entscheidung die Präsidentin des Stadtrats, Anneli Hulthén, meinte, dass sie hofft, dass die neue Regelung alle Parteien befriedigen werde.

Herbert Kårlin

Samstag, 11. September 2010

Straßenmusik in Göteborg wieder zugelassen

Nachdem die Stadt Göteborg im Jahre 2009 in mehreren Bereichen Göteborgs das Recht auf Straßenmusik stark einschränkte oder auch die Ausübung ganz verbot, macht die Stadt nun, nach zahlreichen Protesten, eine Kehrtwende und erlaubt in Zukunft erneut Straßenmusiker auf öffentlichen Plätzen und Straßen.

Die neue Bestimmung besagt, dass ein Straßenmusiker jeweils eine Stunde am gleichen Ort spielen darf und seine Verstärkeranlage auf ein normales Niveau geregelt sein muss, was jedoch die Auslegung beider Punkte relativ offen lässt. Es wurde nicht geklärt, ob eine bestimmte Stelle nach einer Stunde von einem anderen Straßenmusiker belegt werden darf, wie weit man sich vom ersten Ort entfernen muss um weiter spielen zu können und wie viele Dezibel als „normal“ betrachtet werden können. Inwieweit die Göteborger Verordnung eine Wirkung zeigen wird, ist daher offen.

Auch wenn es keine Statistik über die Anzahl an Straßenmusiker in Göteborg gibt, so teilen sich die Musiker jedoch in zwei Gruppen. Zum einen in eine Gruppe an Musikern, die sich dabei ihre Reise verdienen oder ihre Ausbildung bezahlen, zum anderen in Einwanderer, vor allem aus den östlichen Ländern, die Straßenmusik der Bettelei vorziehen, zum Teil jedoch nur eine geringe musikalische Ausbildung haben.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 7. April 2010

Polemik um Straßenmusik in Göteborg

Während Besucher Göteborgs Straßenmusik sehr positiv aufnehmen, da sie einer Straße Leben und eine besonderes Ambiente vermitteln, fühlen sich jene, die in anliegenden Geschäften arbeiten, davon gestört, vor allem, wenn Straßenmusiker gerade einmal einen oder zwei Melodien oder Songs auf Lager haben. Jemand, der die Straße entlang spaziert hört diese Melodie vielleicht ein- oder zweimal, wer jedoch dort arbeitet, lauscht den gleichen Tönen tagelang. Positiver Tourismus und normales Arbeitsleben treten hier in einen Konflikt.

Die permanenten Klagen von Anwohnern und Geschäftsinhabern führten im Jahre 2009 zu einer städtischen Verordnung, die die Straßenmusik in der Innenstadt teils verbot, in jedem Fall aber sehr stark einschränkte. Mittlerweile halten sich die vor allem aus anderen Ländern stammenden Straßenmusiker in Göteborg immer weniger an die Bestimmungen des vorigen Jahres und Polizeieinsätze sind an der Tagesordnung, was die sinnvolle Arbeit der Polizei stark einschränkt, zumal sie wenig Handhabe gegen Straßenmusiker haben und sie in der Regel nur vom Platz verweisen können.

Das Jahr 2010 zeigt nun eine weitere Folge dieser Verordnung, die noch im Frühjahr von der Stadtverwaltung neu überdacht werden soll, um zu einer sinnvolleren Regelung zu führen. Immer mehr Straßenmusikanten wählen nun die Göteborger Straßenbahnen als Szene, nach dem gleichen Prinzip, nach dem voriges Jahr mehrere anerkannte Künstler kurze Vorstellungen in Straßenbahnen gaben. Musik in Straßenbahnen kommt jedoch noch weniger bei Passagieren an als Straßenmusik in der Innenstadt, da man bei, oft eintöniger Musik, weder telefonieren kann noch ein Buch lesen oder sich entspannen. Neue Konflikte und Spannungen werden Verantwortliche in Göteborg bald zum Handeln zwingen.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Neue Regelung für Göteborgs Straßenmusiker für 2010 in Sicht

Nach einem Jahr absolutem Verbot von Straßenmusik in Zentrum Göteborgs, überdenkt nun ein Teil der Stadtverwaltung diese Bestimmung und hofft bis zum Saisonbeginn im Juli 2010 eine neue, etwas lockerere Regelung in Kraft zu setzen.

Der neue Vorschlag soll das Verbot aufheben, wie auch das Genehmigungsverfahren, jedoch für jeden Straßenmusiker die in diesem Kreis übliche Regelung zu übernehmen, nach der jeder Musiker nur maximal eine Stunde am gleichen Ort spielen darf und jeder Straßenmusiker sich außerhalb des Hörbereichs eines anderen Straßenmusikers aufhalten muss.

Der Änderungsantrag wurde von sechs Kommunalpolitikern Göteborgs eingereicht, die bei ihrem Antrag argumentieren, dass Straßenmusik eine Spontaneität voraussetzt, was von einem Regelwerk zerstört wird. Außerdem sei juristisch die Rolle der Polizeibehörde nicht eindeutig klar. Hinzu kommt, dass die Vorschrift der Stadtverwaltung letzten Sommer ohnehin nur sehr schwer durchzusetzen war und das Verhältnis der Straßenmusiker zu Göteborg nur verschlechtert hat.

Herbert Kårlin

Samstag, 11. Juli 2009

Straßenmusik aus dem Zentrum Göteborgs verbannt

Während die meisten Städte Straßenmusik an zentralen Stellen der Stadt begrüßen oder sogar bezahlen, folgt Göteborg seit dem 1. Juli den Beispielen Stockholms und Malmös und verbietet diese Aktivität zu bestimmten Zeiten im Zentrum vollständig. Zudem müssen Musiker zu anderen Zeiten über eine städtische Genehmigung verfügen, damit die Stadtverwaltung die Auswahl über "genehme Musik" treffen kann.

Diese Regelung, die diesen Sommer das erste Mal in Kraft tritt, erfolgte auf Grund eines Antrags und der Lobbyarbeit des Unternehmerverbandes der Kungsportsavenyn. Mit diesem Verbot verschwand eine der bedeutendsten Touristenattraktionen der "Avenyn", der bedeutendsten Flanierstraße Göteborgs und macht aus ihr eine Strasse in der man sich nicht mehr amüsieren, sondern konsumieren soll.

Es ist nur bedauerlich, dass sich die Kunden der Geschäfte, die das Verbot durchsetzten, sich nicht über die ständige Berieselung durch immer gleiche Musik in den Läden beschweren, denn vor allem in Nordstan, wo Straßenmusik zwischen 11 und 17 Uhr verboten ist, hört man den ganzen Tag über nur die gleiche Musik der Butiken.

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