Freitag, 7. Oktober 2011

40 Wohnhäuser in Göteborg auf instabilem Grund

Obwohl die Stadt Göteborg heute mitteilte, dass eine interne Untersuchung belegt, dass es für keinerlei Bauten der Stadt ein bedeutendes Einsturzrisiko gibt, stellten Wissenschaftler fest, dass sieben Prozent aller Gebäude Göteborgs auf instabilem Grund erbaut wurden, der sich bewegt und zum Teil auch langfristig Probleme für die Bewohner darstellen könnte und daher nicht den offiziellen Sicherheitsbestimmungen entspricht.

Das städtische Bauamt erklärt die Sicherheit dennoch auf die Weise, das keine Gefahr besteht, gibt aber zu, dass Baugenehmigungen auf Grundstücken erteilt wurden, die nur eine geringe Sicherheit aufweisen und daher nicht an die staatlichen Sicherheitsvorschriften heranreichen. Die Verantwortlichen Göteborgs sehen es jedoch nicht als notwendig an die Besitzer der Gebäude auf diese Situation hinzuweisen.

Die Stadt will auch nicht mitteilen wie viele Personen unter einem gewissen Risiko wohnen müssen, auch wenn sie erwägt an der notwendigen Absicherung der Gebäude, die sich überwiegend bei Lärjeån, Säveån, Norra Hisingen und Skår liegen zu arbeiten. Das Göteborger Bauamt will sich auch nicht darüber aussprechen, ob die Vergabe von Baugenehmigungen in Zukunft Risikogebiete ausschließt oder besondere Forderungen an das verwendete Baumaterial stellen wird.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Historisches Stadion in Göteborg verfällt

Zum dreihundertjährigen Jubiläum Göteborgs entstand 1923 die Sportanlage Slottsskogsvallen, die heute vor allem durch die Konzerte, die dort gegeben werden, und den Göteborger Halbmarathon GöteborgsVarvet bekannt sind, wo aber früher Weltrekorde geschlagen wurden und mehrere Fußballmannschaften trainierten. Nun besteht die Frage, ob der Slottsskogsvallen die 400. Jahresfeier der Stadt noch erleben wird.

Seit rund 25 Jahren vernachlässigt die Stadt die Anlage und unternimmt nur notdürftige Reparaturen. Verwittertes Holz wird nur übermalt, Glascheiben werden von Plexiglas ersetzt und das Gras nur notdürftig unterhalten, damit die wenigen Fußballmannschaften und Schulen überhaupt noch Sport auf der Anlage betreiben können. Selbst die Steine, die von der Mauer fallen bleiben einfach auf dem Boden liegen.

Auch wenn die Anlage Slottsskogsvallen nicht unter Denkmalschutz steht, so wird die Anlage von der Regionalregierung als schützenswert eingestuft, da sie von kulturhistorischem Interesse ist. Aus diesem Grund will nun die Stadt statt den 200.000 Kronen, die dieses Jahr in die Tribünen investiert wurden nächstes Jahr bis zu zwei Millionen Kronen für Reparationen zur Verfügung stellen, eine Summe, die zumindest den weiteren Verfall vorübergehend bremsen kann.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Sport lockt in Göteborg keine Mädchen

Seit 2003 bekommt jeder Sportverein Göteborgs für ein Mädchen, das an einem Training oder einem sportlichen Ereignis teilnimmt, 50 Öre mehr als für einen Jungen. Ziel dieser zusätzlichen Subvention sollte sein, dass die Vereine mehr Mädchen anziehen und damit im Sport für eine Gleichstellung sorgen sollten, denn immer weniger junge Mädchen interessieren sich für eine sportliche Aktivität.

Gegenwärtig ist der weibliche Anteil bei den 350 subventionierten Sportvereinen Göteborgs gerade einmal 35 Prozent und liegt damit immer noch auf dem gleichen Niveau wie 2003. Obwohl mittlerweile acht Jahre seit der Erhöhung des Beitrags für Mädchen vergangen ist, will die Stadt von keinem Versagen reden, sondern erwägt, im Gegensatz dazu, den höheren Beitrag wieder zu streichen, da die Vereine ihrer Aufgabe nicht nachkommen.

Die Vereine wiederum, die bisher kaum junge weibliche Teilnehmer bewerben, sondern hoffen, dass diese allein den Weg zu ihnen finden, wollen einen noch höheren Beitrag für Mädchen und sehen das Problem beim abnehmenden Sportunterricht in den Schulen, da ihrer Meinung nach Mädchen nicht zum Sport finden können, wenn sie nicht rechtzeitig verschiedene Sportarten ausprobieren können.

Herbert Kårlin

Dienstag, 4. Oktober 2011

Junger Elch irrt durch Göteborger Straßen

Es geschieht sehr selten, dass sich ein Elch in die Innenstadt Göteborgs verirrt, wie gestern Nachmittag, als ein Jungtier wie aus dem Nichts plötzlich im Vasaparken auftauchte und dann entlang der Hauptverkehrsstraßen durch die Stadt wanderte. Glücklicherweise entstand durch das Jungtier weder eine Panik noch ein Verkehrschaos bis die herbeigerufenen Polizei dem Elch folgen konnte und dabei den Verkehr absicherte.

Der Elch, ziemlich verwirrt durch den regen Straßenverkehr, bummelte durch die Grünflächen, die sich entlang einiger Hauptverkehrsstraßen ziehen, bis zum Järntorget, dann entlang dem Göta Älv zum Fährhafen, an dem die Boote nach Dänemark ablegen und machte sich dann auf den Weg nach Westschweden, wo ihn nur noch einige Kilometer von der freien Natur trennten.

Die Polizei hatte während der letzten Strecke durch die Stadt einen Jäger zu Hilfe gerufen, der das Tier bei Eintritt einer bedeutenden Gefahr erlegen sollte, wobei der Auftrag jedoch lautete den Elch möglichst unbeschadet durch Göteborg zu bringen. Aber auch ohne dass jemand der Beobachter eine ernsthafte Gefahr für den Verkehr oder Personen entdecken konnte, wurde das Jungtier dann vom Jäger erlegt noch bevor es die Freiheit wieder erlangen konnte.

Herbert Kårlin

Montag, 3. Oktober 2011

Göteborg arbeitet an sicheren Fahrradwegen

Da in Göteborg im Durchschnitt täglich über 100.000 Fahrten mit dem Fahrrad zurückgelegt werden und jährlich nahezu 300 Unfälle mit Fahrrädern zu verzeichnen sind, will die Stadt nun die Sicherheit für Fahrradfahrer erhöhen indem Fahrradwege sicherer gemacht und deutlicher gekennzeichnet werden. Einer der wichtigsten Punkte ist dabei die Abgrenzung zwischen Fußgängern und Radfahrern.

Eines der größten Probleme in Göteborg ist tatsächlich, dass man auf den Fahrradwegen, trotzt der Schilder, nahezu permanent Fußgänger, Jogger und insbesondere Frauen mit Kinderwagen findet, die entweder die Verkehrszeichen nicht sahen, dachten, dass es eine gemischte Bahn sei oder sich einfach keine Gedanken darüber machten, dass ihr Verhalten eine Gefahr für sie und andere darstellt.

Ohne dass Göteborg bisher einen Gesamtplan für sicherere Fahrradwege ausgearbeitet hat, so ist bereits sicher, dass ein Teil der Fahrradwege, wie in anderen europäischen Städten, rot angestrichen werden soll, deutliche Trennlinien oder kleine Gräben zwischen Fußgängerbereich und Fahrradteil gezogen werden und die Breite der Fahrradwege auch tatsächlich für die Begegnung anderer Fahrräder ausgebaut werden, damit auch Fahrräder nicht mehr auf den Gehsteig oder die Fahrbahn ausweichen müssen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 2. Oktober 2011

Unregelmäßigkeiten im Göteborger Universitätskrankenhaus

Nicht nur in den Baugesellschaften Göteborgs und den stadteigenen Stromversorgern scheinen Bestechung, Betrug und andere Unregelmäßigkeiten an der Tagesordnung zu sein, sondern auch im Sahlgrenska Universitätskrankenhaus, wie die lokale Tageszeitung GP aufdeckte. 105 von den 172 Professoren der Sahlgrenska Akademien sitzen zusätzlich im Vorstand privater Unternehmer oder haben eigene Firmen, was nur rund die Hälfte unter ihnen auch bei der Universitätsverwaltung angeben.

Gegenwärtig kennt die Leitung des Sahlgrenska bei den meisten Professoren, die sowohl im Universitätskrankenhaus als auch der Göteborger Universität aktiv sind, weder welche Arbeitslast bei den einzelnen Professoren liegt, noch wie hoch ihr tatsächliches Einkommen ist und inwieweit sie gegen Verordnungen verstoßen, eine Situation, die ein Drittel der Professoren als völlig normal betrachtet.

Ein Extremfall in diesem System ist der Professor für Arbeitsmedizin Mats Hagberg, der ein eigenes Unternehmen hat und nicht nur für unter ihm arbeitende Ärzte, sondern auch für sich selbst Konferenzbeteiligungen am eigenen Unternehmen unterzeichnete ohne seinen Vorgesetzten davon zu informieren. Auch wenn anzunehmen ist, dass der Vorgesetzte den Empfehlungen des Chefarztes nachgekommen wäre, so ist es verantwortungslos wie mit Steuergeldern umgegangen wird um Schützlingen teure Veranstaltungen im eigenen Unternehmen zu vermitteln.

Herbert Kårlin

Samstag, 1. Oktober 2011

Muslimische Grundschule in Göteborg geschlossen

Vorige Woche wurde nach nur vier Wochen Aktivität die muslimische Grundschule „Fredens Skola“ (die Schule des Friedens) von der Schulinspektion geschlossen, da die Probleme, die bei der Inspektion zu Tage kamen, so groß waren, dass dem Schulamt Göteborgs gar keine andere Wahl blieb. Die Schule, die von der Wissam Utbildning AB betrieben wurde, hatte Arabisch als Unterrichtssprache und sollte den Schülern Respekt für alle Kulturen und andere Menschen beibringen sowie die Integration in die schwedische Gesellschaft fördern.

Die Probleme, die von der Schulinspektion jedoch, nach zahlreichen Klagen von mehreren Eltern, entdeckt wurden, zeigten ein chaotisches Bild, denn schiitische Schüler bekämpften Sunniten, Kränkungen von Lehrern und Schülern war an der Tagesordnung, Schlägereien waren permanente Realität und selbst Lehrer und Schulleitung lebten seit Eröffnung der Schule nur in Konflikten. Friede und Verständnis waren die einzigen Werte, die man in der neu gegründeten Schule nicht fand.

Nur wenige Tage nachdem die Schule des Friedens geschlossen wurde und die Schüler in andere staatliche Schulen verteilt wurden, kommt jedoch das ganze Ausmaß zu Tage, denn Lehrer berichten, dass sie von Schülern täglich angegriffen wurden, da diese die Autorität jedes Lehrers ablehnten. Manche Eltern sind überrascht über das Resultat der Inspektion und hoffen nun ihre Kinder in Schulen zu finden in denen nicht Gewalt dominiert.

Herbert Kårlin