Montag, 30. April 2012

Wildschweinprobleme im Västra Götaland

Nach letzten Zählungen des Wildschweinbestands im Västra Götaland, einer Region Schwedens in der bisher noch keine zu bedeutenden Probleme mit den Tieren auftauchten, stellt man fest, dass die Population in einem Masse wächst, dass in Zukunft mit erheblich höheren Schäden und einem steigenden Unfallrisiko in der gesamten Region zu rechnen ist, zu Beginn jedoch insbesondere im Küstenstreifen und der Region um Göteborg.

Nach bisherigen Erfahrungen mit Wildschweinen wird es nur sehr wenige Jahre dauern bis sich die Tiere in ganz Västra Götaland verbreitet haben, ohne dass die Jäger entsprechende Maßnahmen ergreifen werden, da gegenwärtig kein steigender Bedarf an Wildschweinfleisch festzustellen ist und die Tiere keine natürlichen Feinde in den schwedischen Wäldern haben.

Bereits heute sind Wildschweine in Schweden an mehr Autounfällen beteiligt als Elche, wobei die Schäden durch einen Unfall mit einem Wildschwein in der Regel auch höher liegen als bei Elchen. Es ist ebenfalls zu erwarten, dass sich die Schäden in Landwirtschaft und auf Golfplätzen im Västra Götaland auf eine Ebene zubewegen, die man bereits in Skåne als nahezu unfinanzierbar hält.
Herbert Kårlin

Sonntag, 29. April 2012

Göteborg sagt nein zu vier Freischulen

Obwohl die Schulinspektion seit einem Jahr immer häufiger das Ausbildungsniveau an Göteborger Freischulen kritisiert oder selbst einige Schulen wegen bedeutenden Mängeln ganz schließen mussten, gingen bei der Stadtverwaltung erneut vier Einträge auf Freischulen ein, die ab Herbst ihre Arbeit aufnehmen wollen. Auch wenn die Stadtverwaltung allein die Gründung nicht verhindern kann, so schlägt sie den zuständigen Instanzen dennoch vor diese vier Anträge abzulehnen.

Die Stadtverwaltung Göteborg lehnt in diesem Fall die Neugründungen jedoch nicht wegen einem zweifelhaften Ausbildungsziel ab, sondern weil sich die vier Betreiber, die erneut auf Risikokapital aufbauen, weigern einen Vertrag zu unterschreiben, der garantiert, dass die Steuergelder in Göteborg bleiben und statt der Gewinnmaximierung der Ausbildung der Schüler dienen sollen. Alle vier Schulen fordern jedoch die Genehmigung Steuern der Göteborger als Gewinn aus Schweden abziehen zu dürfen.

Die vier geplanten Schulen sind für 935 Schüler gedacht, die damit vom staatlichem Schulsystem auf ein freies System umgeleitet werden sollen und auch die Zuschüsse der Steuerzahler fordern, ohne jedoch das Geld für die Ausbildung zu garantieren. Der Antrag auf eine Gesetzesänderung, die die Entfremdung von Steuergeldern verhindern soll, wird von der aktuellen Regierung nicht getragen, was die Ausbildungsqualität in ganz Schweden in Frage setzt.

Herbert Kårlin

Samstag, 28. April 2012

Göteborger Vergnügungspark eröffnet die Saison

Pünktlich um 12 Uhr öffnet heute der Göteborger Vergnügungspark Liseberg seine Türen zur Sommersaison 2012, ohne dieses Jahr jedoch mit einer Sensation aufzuwarten, denn das neu installierte Riesenrad stand bereits an der Oper, ein Autokarussell wurde lediglich der neuesten Technik angepasst und die Eisbar musste dem neuen Restaurant Skeppsmagasinet weichen.

Und dennoch handelt es sich dabei um gute Neuigkeiten, denn die Aussicht vom neuen Riesenrad ist ein wahres Erlebnis, das Karussell ist schneller und die Autos steigen höher als bisher und das Essen in Lisberg wurde billiger, wobei das Skeppsmagasinet ausschließlich Fisch bietet, der unter Einbeziehung aller ökologischer Anforderungen an Land gezogen wurde.

Aber auch sonst hat sich einiges in Liseberg verändert, denn aus den neun Eingängen am Haupteingang wurden 19, was das Schlangestehen verhindert, die Hefte mit 16 Coupons für die Attraktionen wurden wieder eingeführt und die Jahreskarte ist nun persönlich, was bedeutet, dass man sie über Internet aktivieren muss und beim ersten Besuch fotografiert wird, damit man die Eintrittskarte nicht mehr an Familie, Freunde oder Bekannte weitergeben kann.
Herbert Kårlin
 

Freitag, 27. April 2012

Amphetamine sind die häufigsten Drogen Göteborgs

Im Laufe des letzten Jahres haben die Göteborger Sozialämter, Ärztehäuser, Kliniken, Gefängnisse und Organisation, die gegen den Drogenmissbrauch kämpfen, versucht sich ein Bild über den Missbrauch von Drogen in Göteborg zu machen. Das nun vorliegende Ergebnis scheint indes niemanden zu erstaunen, lässt aber auch zahlreiche Fragen offen.

Nach dem vorliegenden Ergebnis zählt man im Raum Göteborg gegenwärtig rund 2000 Drogenabhängige, das heißt Personen, die seit mindestens einem Jahr täglich zu einer Droge greifen. Das Durchschnittsalter der Drogenabhängigen liegt bei 36 Jahren und die häufigste Abhängigkeit liegt bei Amphetaminen, gefolgt von Cannabis und Heroin.

Allerdings halten einige Sozialämter und vor allem die Freiwilligenorganisationen die Zahlen für zu niedrig und rechnen mit einer hohen Dunkelziffer, da sich sehr viele Drogenabhängige in einem geschlossenen System bewegen, von dem aus keine Information nach Außen dringt. Viele glauben auch, dass die Abhängigkeit von Amphetamin im Rückgang ist, ohne jedoch zu wissen von welcher Droge der Stoff dann ersetzt wird.
Herbert Kårlin

Donnerstag, 26. April 2012

16. Wissenschaftsfestival in Göteborg

Am 26.  April beginnt, nach der Einweihung am Abend des Vortages, das 16. internationale Wissenschaftsfestival (Vetenskapsfestivalen) für Jedermann in Göteborg. Wie bereits die letzten Jahre, so werden während der vier Tage etwa 70.000 Personen an einer der zahlreichen Aktivitäten teilnehmen, die alle wissenschaftlichen Richtungen in allgemeinverständlicher Weise umfassen.

Das diesjährige Thema des Wissenschaftsfestivals ist das Gehirn, ein Zentrum in dem die Gefühle wohnen, Eindrücke verarbeitet werden, aber auch die Steuerzentrale des Menschen sitzt, die über Gut und Böse bestimmt. Die Frage ist daher wie das Gehirn beeinflusst wird und wie das Gehirn uns beeinflusst. Wie bereits die vorhergehenden Jahre sind fast alle Veranstaltungen erneut kostenlos.

Das internationale Wissenschaftsfestival findet nicht nur an den dafür bekannten Einrichtungen statt, sondern nimmt ganz Göteborg ein, denn die Aktivitäten werden auch ins Kino Roy getragen, in das Einkaufszentrum Nordstan, die alte Zuckerraffinerie bei Röda Sten und nach Liseberg, das nur zu diesem Anlass bereits einige Tage früher öffnet und in den 42 Gondeln des Riesenrades je einen Forscher setzt, der den Fahrgästen dann sein Wissensgebiet näher bringt.
Herbert Kårlin

Mittwoch, 25. April 2012

Integration von Roma in Göteborg

Auch wenn Göteborg bei der Roma-Politik nicht immer eine vorbildliche Rolle spielte, sondern Bettler dieser Volksgruppe bereits zwangsweise zurück in die Heimatländer transportierte, wo sie riskierten Verfolgungen ausgesetzt zu werden, hat sich der schwedische Staat entschieden in Göteborg ein Pilotprojekt zur Integration der Roma zu starten. Parallel zu Göteborg wird dieses Projekt auch in Helsingborg, Linköping, Malmö und Luleå verfolgt.

Bis einschließlich 2015 sollen die fünf Städte nun mit guten Beispielen vorangehen und damit anderen Städten des Landes die richtigen Wege zur Integration der Roma weisen. Der Projektleiter Göteborgs, Jan Svensson, ist der Meinung, dass Göteborg gewählt wurde, weil hier bereits erste Schritte wie das Feiern des Nationaltags der Roma und eine geplante Ausstellung im Stadtmuseum als positive Beispiele gewertet wurden. Die bisherigen Projekte der Stadt zu Fragen der Roma wurden insbesondere von Europageldern gestützt.

Um das Projekt erfolgreich zu gestalten, sollen bei der Vorbereitung des Planes erstmals Vertreter der Roma aktiv mitwirken. Die bedeutendsten Punkte der Integration sollen auf Ausbildung, Arbeit, Gesundheit und Altersvorsorge zielen, wobei das übergreifende Ziel sein soll, dass Roma, die im Jahre 2012 geboren werden im Jahre 2032 die gleichen Möglichkeiten innerhalb der schwedischen Gesellschaft haben wie Nicht-Roma.
Herbert Kårlin

Dienstag, 24. April 2012

Schlechtes Unternehmerklima in Göteborg

Bei der jährlichen Untersuchung der 290 schwedischen Gemeinden nach ihrem Unternehmerklima erlebte Göteborg eine herbe Überraschung, auch wenn sie wohl keinen Unternehmer der Stadt wundert. Innerhalb eines einzigen Jahres hat Göteborg 30 Plätze verloren und landet damit auf Platz 127, während Stockholm auf dem 27 Platz zu finden ist und damit nun einen nahezu unaufholbaren Vorsprung verzeichnet.

Gesamt gesehen zeigt sich jedoch, dass nicht nur Göteborg sich mehr um seine Unternehmen kümmern muss, sondern das gesamt Västra Götaland einen Nachholbedarf hat, denn auch wenn Alingsås mit dem 116. Platz noch vor Göteborg zu finden ist, so ist die Gemeinde im freien Fall und hat innerhalb eines Jahres 66 Plätze verloren. Unter den ersten 25 Stellen findet man nur noch zwei westschwedische Ort, nämlich Vårgårda mit rund 5000 Einwohnern und Härryda, das nahezu 35.000 Einwohner aufweist.

Bei der jährlichen Untersuchung beurteilt eine repräsentative Auswahl an Unternehmern einer Gemeinde Fragen wie die Gründung von neuen Unternehmen, die Steuerpolitik der Gemeinde, das Verkehrsnetz, Arbeitslosigkeit, aber auch die Infrastruktur, den Service der Gemeinden, das IT-Netz, die Hilfsmöglichkeiten oder die Kompetenz der Verwaltung. In nicht einem Bereich kommt Göteborg, die dynamische Stadt Westschwedens, über einen Durchschnittswert.

Herbert Kårlin