Samstag, 7. Mai 2011

Verkaufserfolg für Göteborger Torten Almondy

Wer heute eine der tiefgefrorenen Almondy-Torten in einem der 41 Länder kauft, in denen sie angeboten werden, denkt nur selten daran, dass es sich dabei um ein schwedisches Produkt handelt. Noch weniger wissen jedoch, dass diese Torten erstmals in Göteborg in größerer Anzahl gebacken wurden und die Hauptstelle sich nach wie vor in Göteborg befindet.

Seit die Firma im Jahre 1890 entstand und eine Mandeltorte anbot, hatte sie noch nie einen so großen Erfolg wie im April dieses Jahres. Nur in einem Monat konnte das Unternehmen weltweit Torten im Werte von über 50 Millionen Kronen verkaufen, etwa die Menge, die die Göteborger Tiefkühl-Konditorei im ganzen Jahr 2000 verkauft hat.

Die Nachfrage nach tiefgefrorenen Torten steigt jedes Jahr etwas mehr an, wobei Almondy allein während der letzten zehn Jahre ein Umsatzplus von 23 Prozent verzeichnen kann. Während die Großkonditorei zu Beginn seine Werke vor allem lokal verkaufte, gehen mittlerweile 80 der Produktion in andere Länder. Vor allem Deutschland und Großbritannien sind von den Göteborger Torten jedes Jahr mehr begeistert.

Herbert Kårlin

Freitag, 6. Mai 2011

Ja und Nein zu Graffiti in Göteborg

Seit vier Jahren verfolgt Göteborg im gesamten Stadtraum eine „Klotterpolicy“, die bedeutet, dass jede Bemalung des öffentlichen Raumes rechtlich verfolgt wird, egal, ob es sich um Graffiti-Kunst oder Schmiererei handelt. Der Erfolg ist zweifelhaft, da künstlerische Graffiti aus dem Stadtraum verschwand, aber schnelles Geschmiere zunahm.

Nach vier Jahren der Nulltoleranz will Göteborg nun seine Politik hinsichtlich Graffiti an öffentlichen Plätzen neu überdenken. Es werden vor allem Stimmen laut, die die Einrichtung von gewissen Wänden der Graffiti-Kunst befürworten, wobei sich dabei unmittelbar die Frage stellt, wo Geschmiere endet und Graffiti beginnt und wer mit seinen Spraydosen Zugang zu den Wänden erhält.

Ein besonderes Problem stellt sich beim Kunstzentrum Röda Sten, das Graffiti bis heute grundsätzlich tolerierte und Graffiti als Sweet Art respektiert und fördert. Problematisch wird nun, dass die Stadt das Kunstwerk Drachen, das sich vor dem Eingang zum Kunstzentrum befindet, abreißen will, ein Kunstwerk, das sich durch ständig neue Graffiti nahezu täglich änderte und ein Paradebeispiel für Göteborger Sweet Art ist.

Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. Mai 2011

Kostenexplosion beim Infrastrukturpaket in Göteborg

Nachdem bereits vor wenigen Tagen bekannt wurde, dass die Bewohner Göteborgs auf Grund des Infrastrukturpakets nicht nur mit einer Maut belastet werden, sondern auch mit höheren Kosten für Energie zu rechnen haben, kommen nun weitere Kosten in Hohe von einer halben Milliarde auf die Stadt zu.

Nach neuen Berechnungen der Stadt werden die Kosten für Ersatzbusse und andere öffentliche Verkehrsmittel während den Bauarbeiten im Rahmen des Infrastrukturpaketes und den Anpassungen für die Maut eine halbe Million über den bisher berechneten Kosten liegen, und dies, bevor Göteborg in eine Baustelle verwandelt wird, was bedeutet, dass die tatsächlichen Kosten sich nochmals um die gleiche Summe erhöhen können.

Anneli Hulthén, die die Stadt leitet, bekümmert diese Kostenexplosion relativ wenig und sie betont, dass jemand diese Kosten eben tragen muss, da nach den Umbauten alles so viel einfacher in Göteborg wird. Da die staatlichen Zuschüsse zum Infrastrukturpaket nicht erhöht werden und auch andere Kosten höher ausfallen werden als bisher bekannt, werden die Bewohner Göteborgs sehr lange für ein Prestigeobjekt der Stadt bezahlen müssen, dessen Nutzen sehr zweifelhaft ist.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. Mai 2011

Göteborska der beliebteste Dialekt Schwedens

Nach einer Sifo-Umfrage halten 18 Prozent der Schweden den Dialekt Göteborgs (Göteborska) für den attraktivsten und sexysten Dialekt des Landes. Gefolgt wird dieser Dialekt von jenem Nordschwedens, den 17 Prozent des Landes für den heißesten Dialekt halten und 16 Prozent stimmten für Skånska, den Dialekt im südlichsten Teil Schwedens.

Was die ersten beiden Stellen der Liste betrifft, so sind sich jedoch Männer und Frauen nicht ganz einig, denn Männer fühlen sich mehr vom Norrländska angezogen und Frauen bevorzugen Göteborska. Die Mehrheit der Liebhaber des westschwedischen Dialekts halten ihn für positiv und offen, ein Attribut, das anderen Dialekten fehlt.

Weniger Glück hatte der Dialekt Stockholms, der gerade einmal sieben Prozent der Schweden anspricht und damit noch nach Gotländska kommt. Am Ende der Liste kommt dann Halländska, der Dialekt Hallands, den gerade noch ein Prozent der Schweden für sexy halten. Nicht mehr in Liste geraten ist der Dialekt Örebros, den keiner der Befragten für attraktiv und ansprechend hielt.

Herbert Kårlin

Dienstag, 3. Mai 2011

Regionalwahlen im Västra Götaland

Wenn sich am 15. Mai die Bewohner des Västra Götalands nach einer Fehlzählung im Herbst zur Neuwahl der Regionalregierung zu den Wahlurnen begeben, zeichnet sich nach dem Meinungsforschungsinstitut Sifo weder für für den rechten noch für den linken Block eine Mehrheit aus, was die zukünftige Politik der Region bedeutend beeinflussen kann.

Da nach den Umfragen weder die Centerpartiet (Zentrumspartei) noch die Sjukvårdspartiet (Krankenpflegepartei) die Sperrquote überschreiten werden, müssen die Gewinner in jedem Fall eine Minoritätsregierung bilden, was jede Entscheidung zu einem Problem werden lässt, insbesondere im Schulsystem, Krankensystem und dem öffentlichen Verkehr.

Von größter Bedeutung wird im Västra Götaland, dass in vielen Fällen die rechtsextreme Partei Sverigedemokraterna den Ausschlag bei einer Entscheidung geben kann oder direkt in einen der Blocks aufgenommen werden muss. Auch wenn die Sverigedemokraterna eine maßgebliche Rolle in der Politik des Västra Götalands spielen werden, so ist, nach dem Sifo-Ergebnis, die Miljöpartiet (Grünen) der größte Gewinner und die Sozialdemokraten sind die größten Verlierer der kommenden Wahl.

Herbert Kårlin

Montag, 2. Mai 2011

Göteborg stiftet neuen Kulturpreis

Der neue Stadtteil Östra Göteborg, der die früheren Stadtteile Bergsjön, Gamlestaden, Kortedala, Kviberg und Utby umfasst, stiftete einen neuen Kulturpreis, der jährlich vergeben werden soll und 30.000 Kronen umfasst. Bis zum 30. Mai können noch Nominierungen bei der Stadtverwaltung Östra Göteborg eingereicht werden.

Der Kulturpreis soll die kulturelle und künstlerische Arbeit im Stadtteil fördern und kann sowohl an Einzelpersonen, als auch Gruppen, Vereine oder Organisationen vergeben werden, die in Östra Göteborg aktiv sind oder in irgendeiner Weise mit dem Stadtteil verknüpft sind.

Der neue Kulturpreis ist nicht für ein vollendetes Projekt gedacht, sondern soll zum einen eine finanzielle Stütze für ein Projekt sein und die Bewohner des Stadtteils auffordern künstlerisch oder kulturell aktiv zu werden, um diesem Teil Göteborgs ein positives kulturelles Bild zu verschaffen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Mai 2011

Das Infrastrukturpaket in Göteborg lässt Preise steigen

Das groß angelegte Infrastrukturpaket Göteborgs, das zum Großteil von der Einführung einer Maut in der gesamten Innenstadt finanziert werden soll, wird für die Bürger der Stadt weitaus teurer als offiziell bekannt gegeben, da nicht nur die Maut als bedeutende Zusatzausgabe auf sie zukommt.

Da das Infrastrukturpaket auch bedeutende Änderungen im Straßenverkehr und den Bau von einem Eisenbahntunnel einschließt, müssen nach dem ebenfalls stadteigenen Betrieb Göteborg Energi, der die Bewohner Göteborgs mit Strom versorgt, eine Vielzahl an Kabeln und Röhren neu verlegt werden, was einen Kostenaufwand von etwa 60 Millionen Kronen erfordert.

Nach Göteborg Energi sind diese Kosten weder durch die Maut noch andere Steuern vorgesehen. Die Kosten für sämtliche Arbeiten müssen, nach Beschluss des Stadtrates, von Göteborg Energi selbst getragen werden, was jedoch nichts anderes bedeutet, als dass das Unternehmen die Kosten auf die Kunden umwälzt, die damit jedes Jahr bis zu 300 Kronen mehr für ihre Stromlieferungen zahlen müssen.

Herbert Kårlin