Samstag, 7. Dezember 2013

Göteborg veranstaltet einen Jubiläumsmarathon

Auf Initiative der Vorsitzenden des Göteborger Stadtrats, Anneli Hulthén, veranstaltet  der Göteborger Leichtathletikverband zur 400-Jahrfeier der Stadt zusätzlich zum jährlichen Halbmarathon GöteborgsVarvet einen internationalen Marathon, der im Jahr 2021 die Weltelite anziehen soll. Allerdings soll es sich bei dieser Veranstaltung um ein einmaliges Event in Erinnerung an die Stadtgründung vor 400 Jahren handeln.


Damit die Spitzensportler weltweit auch genügend Zeit haben um den 19. September 2021 rechtzeitig einzuplanen, beginnt die Einschreibung für die ersten 7000 Startplätze bereits am 27. Februar 2014.  Da der Verband nur 15.000 Läufer zulassen wird, müssen vermutlich jene, die als Amateure an diesem Marathon teilnehmen wollen, sehr schnell sein, da bereits die Anmeldungen zum jährlichen Halbmarathon bereits nach wenigen Tagen die Grenze erreichen und hunderte von Läufern anschließend abgelehnt werden.

Göteborg hat bereits intensiv begonnen den Geburtstag der Stadt vorzubereiten und zu vermarkten, wobei Sport nur ein Teil dieser Satzung ist, denn Ziel soll sein, dass die Stadt bis 2021 das Profil einer Eventstadt zeigt in der nahezu alles möglich ist. Störend könnten nur die vermutlich zahlreichen Baustellen sein von denen Göteborg 2021 voraussichtlich belastet ist und die selbst dem Marathon einen etwas negativen Beigeschmack verleihen könnten.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 6. Dezember 2013

Fünf Architekten wollen Heden in Göteborg verändern

Seit hundert Jahren wollte man in Göteborg nicht mehr so viel verändern wie nun und, wenn möglich, noch vor der 400-Jahrfesfeier der Stadt im Jahr 2021. Nur wenige der Projekte sind wirklich durchdacht und ausgereift, aber die Zeit drängt wenn man in nur acht Jahren eine Weltstadt schaffen will, die vielleicht etwas weniger schwedisch, dafür aber herausragend ist, modern und zukunftsweisend.

Bild: Adept APS

Nun hat die Stadt auch fünf Projekte zur Neugestaltung von Heden ausgewählt, für eine Gegend, die in der Tat modernisiert werden muss und mit seinen Sportfeldern, dem offenen Trödelmarkt im Sommer, dem Exerzierhaus und den Parkplätzen nicht unbedingt in einem der Zentren der Stadt erwartet wird. Die Ausschreibung  war allerdings ungenau genug um sehr unterschiedliche Vorschläge zu erhalten, denn Sport, Kultur und öffentlichen Raum für eine Eventstadt zu vereinen lässt sich sehr weit auslegen. Entsprechend unterschiedlich sind die ausgewählten Vorschläge.

Kaum erstaunen wird, dass die eingereichten Vorschläge von internationalen Architekturbüros kommen unter denen eines sogar eine Abteilung in Göteborg unterhält. Sehr einfallsreich ist bereits der Vorschlag der dänischen Architekten von Adept APS, denn neben einem offenen Gebiet findet man neben der Pariser Pyramide noch einige andere Zeichen, die in anderen Städten Erfolg hatten. Auch einige der anderen Vorschläge haben futuristische Zeichen einer international Großstadt, unter anderem mit Wolkenkratzern, die bei einer Luftaufnahme den Kontrast eines alten und neuen Göteborg zeigen. Anschließend müssen nur noch die Gebäude aus dem 20. Jahrhundert abgerissen werden. Sicher bei allen fünf Vorschlägen ist allerdings, dass man Heden nicht wiedererkennen wird, egal was die Stadtplaner auswählen.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Ausstellung zum Sten A. Olssons Kulturstipendium

Seit 17 Jahren vergibt die Stiftung Sten A. Olsson jährlich Ausbildungsstipendien in Höhe von jeweils 150.000 Kronen an Personen, die sich in Forschung oder Kultur besonders hervorheben. Künstler, die dieses Stipendium erhalten, werden gleichzeitig mit einer Ausstellung im Göteborger Kunstmuseum belohnt, die dieses Jahr am 5. Dezember 2013 um 17 Uhr mit der Vernissage eröffnet wird.

Hans Berg, Nathalie Djurberg, Patrick Nilsson, Madeleine Olsson Eriksson

Im Kunstmuseum findet man dieses Jahr die Werke des Künstlers Patrick Nilsson und die musikalische Videoinstallation des Künstlerpaares Nathalie Djurberg und Hans Berg. Sämtliche Künstler, die das Stipendium erhalten, haben in irgendeiner Weise eine engere Verbindung zu Göteborg oder dem Västra Götaland, selbst wenn die meisten unter ihnen mittlerweile weit entfernt von Göteborg leben.

Die Werke, die man vom 5. Dezember 2013 bis zum 12. Januar 2014 im Kunstmuseum findet, wurden bisher noch nie in dieser Art präsentiert, wobei Patrick Nilsson einige der vorgestellten Werke für dieses Ereignis in Göteborg schuf und das Paar Djurberg-Berg präsentiert die vierkanalige Videoinstallation The Black Pot, die bisher lediglich in Moskau und in Helsinki vorstellt wurde erstmals einem schwedischen Publikum.

Copyright: Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Neue Berg- und Talbahn Helix wird teurer als geplant

Während der zur Stadt Göteborg gehörende Vergnügungspark Liseberg bisher immer davon sprach, dass die neue Berg- und Talbahn der Superlative rund 200 Millionen Kronen kosten wird, zeigt sich nun bereits nach Beginn des gigantischen Bauunternehmens, das den gesamten Vergnügungspark betrifft, dass die Kosten mit Sicherheit um 40 Millionen über den bisherigen Zahlen liegen werden und der Preis vielleicht sogar erneut nach oben korrigiert werden muss.


Nach Aussagen der Geschäftsführung von Liseberg werden sämtliche Kosten für die neue Attraktion Helix aus den eigenen Einnahmen und Gewinnen getragen, wobei das Budget als solches, ebenfalls nach Aussagen Lisebergs, seit Beginn der Planung bei 239 Millionen Kronen liegt. Helix ist die größte Investition des Göteborger Vergnügungsparks und soll Liseberg zum größten Magnet des Vergnügens im Norden machen.

Noch ist nicht bekannt wie viel eine Fahrt mit Helix kosten wird und ob davon tatsächlich Besucher aus ganz Europa angezogen werden, aber die Verantwortlichen sind schon heute überzeugt davon, dass sich die Investition an der Menge der Besucher auszahlen wird. In der Tat benötigt Liseberg eine Attraktion der Weltklasse wie Helix, da die letzten beiden Jahre einen Einbruch der Besucherzahlen zeigten, was allerdings auch mit der wirtschaftlichen Situation Schwedens und den hohen Preisen Lisebergs verbunden ist.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. Dezember 2013

Neue Markthalle in Göteborg leidet unter Kundenschwund

Obwohl die neue Markthalle Göteborgs in Kville auf Hisingen mit einer Fläche von 1500 Quadratmetern Fläche, zwölf Geschäften, Restaurant und Café erst im August des Jahres öffnete, so klagen bereits sämtliche Mieter über den starken Rückgang an Kunden, was auch das Überleben dieser Markthalle im gegenwärtig größten Baugebiet Göteborgs in Frage stellt.

Allerdings sind es weder die Händler, die die Kunden verschrecken und auch nicht die Preise, sondern es liegt einfach daran, dass die Stadt Göteborg zwar eine Markthalle baute, nicht jedoch die für die Kunden notwendigen Parkplätze, denn auch wenn sich Göteborg immer grüner geben will, so wollen die Göteborger überwiegend mit dem Auto zum Einkaufen fahren, selbst wenn die Ware in einer einzigen Plastiktüte Platz hat. Mit einem Umweltbewusstsein ist bisher nicht zu rechnen.

Dass der August noch gut für die Händler begann, lag vor allem daran, dass neben der Halle ein Bauplatz lag, den man zum Parken benutzen konnte, nun jedoch die Fläche für die Entwicklung der Stadt benötigt wird. Die Idee der Stadt Kurzparkplätze in der Nähe der Markthalle in Kville zu schaffen, hilft den Händlern wenig, denn auf diesen darf man gerade einmal zehn Minuten stehen, was kaum zu einem schnellen Kaffee reicht, sicher aber nicht zum Gang zur Markthalle, zum Einkauf und dem Weg zurück. Der Bauherr und Besitzer der Markthalle, das städtische Unternehmen Älvstranden, verspricht nun einige zusätzliche Parkplätze zu schaffen, auch wenn es  nur wenig Platz dafür gibt.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 2. Dezember 2013

Keine Rehabilitation im Universitätskrankenhaus in Göteborg

Als zwei leitende Ärzte des Universitätskrankenhauses Sahlgrenska in Göteborg verzweifelt nach einer Rehabilitationsmöglichkeit für einen Mann, der erst kurz zuvor am Rücken operiert worden war und ohne unmittelbarer Rehabilitation mit größter Wahrscheinlichkeit im Rollstuhl landen sollte, suchten, stellten sie fest, dass die Universitätsklinik keinerlei Plätze frei hatte, denn die Einsparung der wirtschaftlichen Geschäftsführung interessiert sich kaum für das Schicksal der Kranken, sondern nur für die Rentabilität.

Die beiden Ärzte entschieden sich daher kurzerhand ihrem Patienten zu helfen und schickten ihn, auf Kosten des Sahlgrenska Universitätskrankenhauses in eine Privatklinik, die nicht unter den gleichen Platzproblemen litt wie die eigene Klinik. Die Kosten in Höhe von 93.000 Kronen für die Rehabilitation dort waren mit Sicherheit höher als jene, die die eigene Abteilung hätte aufbringen müssen, wurde jedoch letztendlich, wenn auch widerwillig, vom Sahlgrenska bezahlt.

Bei schweren Rückenoperationen ist es wichtig unmittelbar mit der Rehabilitation einzusetzen, da die Chancen wieder gehen zu können mit jedem Tag Verzögerung geringer wird. Die einmonatige Rehabilitation in der Privatklinik liegt bereits mehrere Monate zurück, der Patient kann wieder gehen, aber der Wunsch der Ärzte, dass ihre Überweisung an eine Privatklinik auch die Leitung des Krankenhauses zum Nachdenken bringen würde, scheiterte, denn bis heute ist absolut nichts in der Abteilung für Rehabilitation des Sahlgrenska geschehen.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 1. Dezember 2013

Umstrukturierung der Göteborger Universität

Nachdem Universitäten in Schweden nach Willen der Zentralregierung in Stockholm unter wirtschaftlichen Aspekten arbeiten sollen und die Universität Göteborg in Zukunft mit weniger Geld auskommen muss, hat sich die Leitung der Universität entschlossen eine sehr zweifelhafte Umlegung der Gelder einzuführen, die zwar einige Gewinner herauskristallisiert, jedoch sehr viele Verlierer zurücklässt.


Eine der wichtigsten Änderungen, die nun in Kraft tritt, besteht nicht nur darin, dass die allgemeinen Kosten der Universität für die Administration und die Bibliotheken nach einem statistischen Modell auf die einzelnen Fachbereiche umgelegt werden, sondern auch darin, dass jeder Fachbereich für die Mietkosten seiner Räume aufkommen muss. Vor allem diese Änderung führt einige der Fakultäten in Göteborg in sehr große Schwierigkeiten.

Da die Universität dezentralisiert verteilt liegt und vor allem die kleineren Fachbereiche wie Journalismus in teilweise sehr teuren Gebäuden untergebracht wurden, die für Massenstudien nicht geeignet waren, müssen diese Fakultäten in Zukunft mit sehr bedeutenden Mieterhöhungen rechnen. Der Präfekt der Fakultät für Journalismus berechnete nun, dass er allein im kommenden Jahr zusätzliche Kosten in Höhe von neun Millionen Kronen aufbringen muss, die nur von den Geldern für Ausbildung und Ausbildern genommen werden können. Die Ausbildung in kleineren Fachbereichen wird daher in Göteborg in Zukunft kaum noch interessant für Studenten sein.

Copyright: Herbert Kårlin