Donnerstag, 7. Juni 2012

Picknick-Festival in Göteborg

Als im Jahre 2005 einige Mädchen der Kålltorpsschule in Göteborg den Nationaltag Schwedens zu einem multikulturellen Tag machen wollten um auch ein Zeichen gegen die Fremdenfeindlichkeit zu setzen, dachte niemand daran welche Ausmaße der Aufruf zu einem Sympathiepicknick auf dem Apslätten nehmen würde, denn bereits beim ersten Nationaltags-Picknick im Jahre 2006 kamen 700 Teilnehmer, die sich auf der Wiese zu einem großen Fest niederließen.

Im nächsten Jahr zählte das alternative Picknick am Nationaltag bereits 4000 Personen. Sponsoren meldeten sich und das Picknick, das jedes Alter anzieht, wuchs zu einem Picknick-Festival bei dem Künstler auftreten, eine Zirkusschule für Kinder geboten wird und auch eine regelrechte Organisation fordert, die mehrere Jugendliche nahezu das ganze Jahr über beschäftigt.

Bereits 2011 nahmen am Nationaltag-Picknick mehr Göteborger Teil als der Apslätten verkraften konnte, so dass die Veranstalter des kostenlosen Festivals nach einem weiteren Picknickplatz Ausschau halten mussten. Die Wahl fiel dabei auf die Grünflächen am Svarte mosse im Göteborger Stadtteil Hisingen, der sich gestern auf Anhieb ebenfalls mit Tausenden von Picknickern jeden Alters füllten.
Herbert Kårlin

Mittwoch, 6. Juni 2012

Öffentliche Toiletten in Göteborg

Wer in Göteborg unterwegs ist und dringend eine öffentliche Toilette benötigt, muss sich entweder sehr gut auskennen, Glück haben oder sein Bedürfnis unterdrücken können, denn die Ausschilderungen zur nächsten Toilette sind rar, wobei auch die Toiletten in der Stadt relativ selten sind, was so manchen Besucher aus einem anderen Land zur Verzweiflung bringt.

Nahezu unbekannt ist jedoch, dass Göteborg mit einer Anzahl an Restaurants ein Abkommen besitzt, die besagt, dass die Toiletten im Schnellimbiss oder Restaurant von Jedermann benutzt werden kann, auch von jenen, die keine Kunden sind. Vorgesehen ist dabei, dass die entsprechenden Restaurants eine Markierung tragen, damit man sich nicht mit einem Besitzer anlegt, der seine Toilette nicht der Allgemeinheit offen hält. Leider sind diese Markierungen nur in einigen Ausnahmefällen zu finden, da niemand eine Schlange vor seiner Toilette sehen will.

Aber dass die Toilette von Restaurant X oder auch von McDonalds oder Burger King der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich sind, so bedeutet dies nicht, dass der Besuch der Einrichtung kostenlos ist, denn es setzt sich immer mehr durch, dass jeder Benutzer seinen Anteil an den Reinigungskosten und der Unterhaltung tragen muss, auch die Kunden. Besucher aus dem Ausland, die dann keine 5-Kronen-Stücke in der Tasche haben, müssen sich daher immer noch ihr Bedürfnis verkneifen.

Herbert Kårlin

Dienstag, 5. Juni 2012

Tausende von Göteborgern müssen umziehen

Alle Gesellschaften, die Mietshäuser besitzen, haben in Göteborg gegenwärtig begonnen ihre Häuser aus den 70er Jahren einem modernen Standard anzupassen. Diese Kosten werden selbstverständlich von allen Unternehmen auf die Mieter übertragen, die in diesen Fällen nicht entscheiden können, ob sie einen Parkettboden benötigen oder gar Marmor im Bad erhalten wollen, sondern können nur auf die neue Miethöhe warten, die dem Komfort angepasst sein wird.

Die Situation ist für die Mieter bei kommunalen und privaten Baugesellschaften identisch und bringt den Mietern in den meisten Fällen keine modernisierte Wohnung, sondern hat zur Folge, dass sie eine neue Wohnung suchen müssen, da die neuen Mieten zwischen 20 und 60 Prozent über den aktuellen Mieten liegen werden und dadurch vom aktuellen Einkommen nicht mehr bezahlt werden können oder extreme Einschränkungen des Mieters fordern.

Sehr viele Mieter mit geringem Einkommen werden daher in den kommenden Jahren auf der Straße landen, da in Göteborg gegenwärtig immer weniger preisgünstige Wohnungen angeboten werden und die Warteschlangen bei diesen Angeboten bereits so lang sind, dass auch diese Wohnung modernisiert wird bevor der Einzugstermin überhaupt in Frage kommt. Ein Ergebnis wird sein, dass Geringverdiener nur noch zum Arbeiten in Stadt kommen können, aber wegen den hohen Kosten für die Anfahrt dennoch weiterhin an oder unter der Armutsgrenze leben müssen. Allein bei kommunalen Wohnungen stehen indes allein in Göteborg schon 300.000 Wohnungen auf der Liste für Modernisierungsmaßnahmen.

Herbert Kårlin

Montag, 4. Juni 2012

Häufig Hautkrebs im Västra Götaland

Hautkrebs, insbesondere das maligne Melanom, der schwarze Hautkrebs, kommt im Västra Götaland weitaus häufiger vor als in den anderen Teilen Schwedens und steigt in diesem Teil des Landes jährlich um weitere vier bis sechs Prozent an. Unter den knapp 500 Personen, die mittlerweile jährlich in Schweden am bösartigen Hautkrebs sterben, findet man rund 60 Fälle allein im Västra Götaland.

Einer der Gründe für die hohe Anzahl an Hautkrebs in Schweden ist die Tatsache, dass die Bevölkerung, trotz ihrer relativ hellen Haut, die Sonnenbestrahlung nicht als Gefahr betrachtet, aber auch, dass die Vorsorge wenig ernst genommen wird und auch Ärzte oft nicht auf die ersten Anzeichen reagieren. Von den Problemen, dass im Sahlgrenska Universitätskrankenhaus ein Pathologe eine sehr hohe Anzahl an bösartigen Fällen als gutartig betrachtete, ganz abgesehen.

Diese häufigen Fälle an bösartigem Hautkrebs in Westschweden sind auch der Grund dafür, dass nun in dieser Region als erstes ein Handlungsplan aufgestellt wurde, der eine Frühdiagnose des Krebses garantieren soll, da man bei einer frühzeitigen Behandlung eine große Anzahl an Leben retten kannt. Das Programm, das auch die Telemedizin integriert, soll in Zusammenarbeit zwischen Hautkliniken und 15 Ärztehäusern entstehen.

Herbert Kårlin

Sonntag, 3. Juni 2012

Göteborg und Liseberg hoch im Kurs

Nach der jährlichen Analyse des Reiseverhaltens und der Reisewünsche der Schweden hat die schwedische Eisenbahn (SJ) entdeckt, dass Göteborg, das Västra Götaland und Liseberg dieses Jahr zu den wichtigsten Zielen gehören und vielen nur noch Gotland interessanter erscheint als die schwedische Westküste mit Göteborg und dem Bohuslän.

Dass Göteborg, Stockholm, Visby und Malmö zu den beliebtesten Städtereisen gehören, ist seit Jahren eine Tatsache. Allerdings findet man dieses Jahr eine neue Stadt in der Liste der fünf beliebtesten Reisestädte, denn erstmals findet man Kiruna am fünften Platz, die Stadt, dessen Zentrum in Kürze wegen Einsturzgefahr umziehen muss.

Unter den beliebtesten schwedischen Attraktionen gab es eigentlich auch dieses Jahr keine große Überraschung, denn an erster Stelle steht erneut Liseberg für das sich 33 Prozent der Befragten ausgesprochen haben. Von Gröna Lund oder Kolmården fühlen sich gerade einmal sieben Prozent angesprochen und Skansen finden noch vier Prozent der Schweden interessant. Aber auch hier ist, ebenfalls mit vier Prozent, ein Neuling zu verzeichnen, denn irgendein Museumsbesuch ist dieses Jahr für ebenso viele Schweden ein Sommerspaß wie das Skansen.
Herbert Kårlin

Samstag, 2. Juni 2012

West Sweden und ihr frühere Direktor in Brüssel

Auch wenn Kjell Peterson als ehemaliger Direktor der Lobby-Organisation West Sweden seine Arbeit in Brüssel wegen bedeutenden Skandalen niederlegen musste, zum Beispiel weil er es als normal empfand, dass seine Parkvergehen, seine Feste mit reichlich Alkohol in luxuriöser Umgebung und ein selbst eingeführtes dreizehntes Gehalt von Steuergeldern bezahlt wurden, so zeigt sich heute wie wenig er sich einer Schuld bewusst ist und wie weit seine Skrupelschwelle bereits gesunken ist.

Da Kjell Peterson nach seinem Scheitern in Brüssel nun nach Schweden zurückkehren will, fordert er West Sweden auf ihm die gesamten Umzugskosten zwischen 100.000 und 200.000 Kronen zu bezahlen. Er geht davon aus, dass er dienstlich nach Brüssel zog und daher auch seine Rückkehr nach Schweden in voller Höhe finanziert werden muss. Auch dass ihm wieder eine Arbeit in Spitzenposition zusteht, hält der Ex-Direktor für normal.

Auch nach der Veröffentlichung der Affäre Kjell Peterson kamen weitere zweifelhafte Rechnungen bei West Sweden an, die belegen, dass der frühere Direktor erhebliche Summen nicht zweckgebunden ausgab. West Sweden lässt nun sämtliche Verträge mit Kjell Peterson überprüfen um ihn eventuell für den Schaden haftbar zu machen. Solle sich allerdings zeigen, dass bereits der Vertrag lückenhaft oder unüberlegt war, so wird West Sweden wohl auch noch den Umzug bezahlen müssen, da Peterson sich vermutlich wenig einsichtig zeigt.
Herbert Kårlin

Freitag, 1. Juni 2012

Öffentlicher Verkehr in Göteborg wird teurer

Auch wenn der öffentliche Verkehr in Göteborg jetzt schon das Schlusslicht der drei Großstädte Schwedens ist, wenn man Leistung und Preis gegenüberstellt, so wird Västtrafik im Herbst erneut die Preise erhöhen ohne seine Leistungen in irgend einer Weise zu verbessern. Selbst in Stockholm bezahlt man bei einer Monatskarte für die gleiche Kilometerzahl statt 1365 Kronen nur 790 Kronen, wobei die Busse in Stockholm im Durchschnitt neuer und verkehrssicherer sind als jene in Göteborg.

Durch die Preiserhöhung in diesem Herbst in Höhe, die im Durchschnitt bei sechs Prozent liegen wird, wird für viele Göteborger das Autofahren wieder rentabler als den Bus zu nehmen, der in vielen Randgebieten ohnehin nur sehr selten verkehrt und in Stoßzeiten so überfüllt ist, dass man sich bei einem Stehplatz eher als Sardine als als Passagier empfindet, und dennoch für einen Sitzplatz bezahlt hat.

Wenn im kommenden Januar die Maut in Göteborg eingeführt wird, ist damit zu rechnen, dass die Anzahl der Passagiere bei Västtrafik um weitere zehn Prozent ansteigt ohne dass dafür die notwendige Menge an Bussen und Straßenbahnen eingesetzt werden kann, da sonst die Bestellungen der Fahrzeuge bereits getätigt wären. Die Situation für die Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel wird sich daher ab kommenden Januar weiterhin verschlechtern und vermutlich auch eine neue Preiserhöhung heraufbeschwören.
Herbert Kårlin