Freitag, 14. Dezember 2012

Göteborger Västtrafik schlechter als Ryanair

Nach einer Untersuchung von SKI (Svensk Kvalitetsindex) gibt es in ganz Schweden nur ein Verkehrsmittel, das von den Benutzern schlechter bewertet wird als die öffentlichen Verkehrsmittel Västtrafik Göteborgs, nämlich die Eisenbahn des Landes, auch wenn der Abstand zwischen den beiden Unternehmen nur sehr gering ist. Selbst Ryanair, die meist kritisierte Fluggesellschaft, die Schweden anfliegt, wird von den Benutzern besser bewertet als Västtrafik.

Drei von vier Benutzern von Västtrafik gaben bei der Untersuchung an, dass sie im vorigen Jahr mit mindestens einer Verspätung konfrontiert waren, was in vielen Fällen bedeutet, dass ein eingeplanter Bus gar nicht erst kam und man daher bis zu einer Stunde auf den nächsten warten musste. Den Ersatz, den Västtrafik in diesen Fällen bietet, wird ebenfalls als lächerlich empfunden. Der schlechte Zustand der Fahrzeuge kam bei der Untersuchung gar nicht erst ins Gespräch.

Da die Untersuchung noch vor dem diesjährigen Schneefall und den zahlreichen Fahrplanänderungen durchgeführt wurde, ist die Statistik sogar noch schmeichelhaft für Västtrafik, denn seit der Fahrplan geändert wurde nehmen Fahrer, die ständig zu anderen Routen gezwungen werden, auch falsche Straßen, einige Busse sind maßlos überfüllt so dass an Haltestellen niemand zusteigen kann und die Informationen über Änderungen der Linien ist so schlecht, dass Kunden die neuen Haltestellen gar nicht erst finden können.

Herbert Kårlin
 

Donnerstag, 13. Dezember 2012

Göteborg wählt die Lucia 2012


Dieser Jahr plante Göteborg die Wahl der Lucia des Jahres mit einem besonderen Ereignis zu verbinden und rief zum größten Lucienzug aller Zeiten auf, was zu einem Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde führen sollte. Aber auch wenn sich ein Zug mit etwa 1300 Personen vom Götaplatsen bis zum Ort der Krönung schlängelte, so lag die Zahl weit unter den erwarteten 4000 Teilnehmern, die den Sieg gebracht hätten. Nun muss man ein weiteres Jahr warten um zu erfahren, ob sich die Göteborger ausreichend für ihre Lucia mobilisieren können.

Die sieben Kandidatinnen, die bereits einige anstrengende Wochen mit unzähligen Auftritten hinter sich haben, wurden auf einem einfachen Wagen, der von zwei Pferden gezogen wurden zum Kungstorget gefahren, wo sie erfahren sollten wer unter ihnen am meisten Stimmen erhalten hat und nun ein Jahr lang die Göteborger Lucia sein wird. Begleitet wurden der Zug vom Jugendorchester Göta Lejon, die trotz der Minusgrade eine freudige Stimmung verbreiten konnten und natürlich 1300 Göteborgern, die alle eine Kerze in der Hand trugen.

Dieses Jahr war allerdings nicht nur eine Lucia bei der Krönung anwesend, denn noch bevor der Name der diesjährigen Lucia bekannt gegeben wurde, erlebte man die Lucia des Jahres 1982, Pernilla Warberg, die die Moderatorin der Veranstaltung war, die Lucia des Jahres 1952, Lillemor Nilsson, erzählte was sich innerhalb der letzten 60 Jahre verändert hat und Gabriella Sumberaz, die Lucia des Vorjahres, durfte die Lichterkrone überreichen, die der jüngsten Teilnehmerin des Jahres, Evelina Karlsson aus Öckerö auf das Haupt gesetzt wurde.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 12. Dezember 2012

Göteborg will elektronische Wahl testen

Nachdem bereits im März diesen Jahres der Stadtrat darüber entschieden hat möglichst schon zu den kommenden Wahlen im Jahre 2014 auf die elektronische Wahl überzugehen und auf Wahlzettel ganz zu verzichten, hat sich der Wahlausschuss der Stadt nun intensiver mit dem Thema beschäftigt und untersucht welche Möglichkeiten tatsächlich geschaffen werden können und wie die Theorie der elektronischen Wahl in die Realität umgesetzt werden kann.

Kurz vor Weihnachten schickt nun der Wahlausschuss Göteborg sein ausgearbeitetes Projekt zum Justizministerium, damit dort noch rechtzeitig eine Entscheidung gefällt werden kann, auch wenn die Chancen nicht sehr hoch stehen, dass die Behandlung des Antrags und die anschließenden Vorbereitungen in Göteborg noch in dieser kurzen Zeitspanne erfolgen können. Sollte das Justizministerium jedoch schnell antworten, so wird die Stadt alles versuchen bis zur Europawahl und den folgenden Parlamentswahlen einsatzbereit zu sein.

Die Stadt hofft durch eine elektronische Wahl die Probleme und Missverständnisse, die 2010 mit den Wahlzetteln auftauchten, vermeiden zu können. Während ursprünglich geplant war, dass auch die elektronische Wahl ausschließlich in den Wahllokalen stattfinden sollte, ist nun geplant die Wahl mit Hilfe einer ID-Kontrolle auch von zu Hause aus über einen Computer zu ermöglichen. Die einzig offene Frage ist noch, wie gut sich ältere Bewohner der Stadt bei einer Umstellung des Wahlsystems verhalten werden.

Herbert Kårlin
 

Dienstag, 11. Dezember 2012

Öffentlicher Verkehr in Göteborg bereitet sich auf die Citymaut vor

Um bis Januar genügend Erfahrungen für den Anstieg an Reisenden zu haben, die alle schneller als bisher ans Ziel kommen wollen, haben die Göteborger Verkehrsbetriebe Västtrafik am 9. Dezember ihre Fahrpläne der Zukunft angepasst und dabei auch zahlreiche Veränderungen an den Linien unternommen, was die Mehrheit der Fahrgäste diesen Montag erstmals erleben konnte. Das Ergebnis ist allerdings noch nicht unbedingt überzeugend.

Der neue Alependeln, eine Kurzstreckeneisenbahn, die ab Januar alle 15 Minuten gehen soll, zeigte am Montag Morgen die erste Schwäche, denn die ersten beide Züge wurden wegen Motorproblemen eingestellt und die Fahrgäste müssten auf überfüllte Busse ausweichen. Wer kein Smartphone mit Internet besaß, hatte auch gewisse Schwierigkeiten die neuen Abfahrtzeiten zu erfahren, da Västtrafik nahezu vollständig auf Internet setzt ohne dort jedoch immer die idealste Verbindung anzubieten, da die Verkehrsplaner von Västtrafik zu wenige Möglichkeiten testen.

Da seit Sonntag mehrere Schnellbusse an bisherigen Haltestellen vorbeifahren, waren nicht nur einige andere Busse maßlos überfüllt, sondern so mancher Fahrgast muss seit Montag mit dem Auto zur Arbeit fahren, da die neuen Verbindungen die Fahrzeit zur Arbeit um bis zu 30 Minuten pro Tag verlängern und frühere Direktverbindungen zu Umsteigeverbindungen machen. Noch hat Västtrafik drei Wochen Zeit um die entstandenen Probleme zu analysieren und abzuschaffen, damit die Einführung der Citymaut nicht zu einem Chaos wird.

Herbert Kårlin

Montag, 10. Dezember 2012

Göteborger Schlosswald soll geschützt werden


Das Göteborger Bauamt hat sich entschlossen den größten Stadtpark Schwedens, den Göteborger Schlosswald, im kommenden Jahr gegen jede Art von Bauprojekt zu schützen um ihn damit für alle Zukunft als Grünfläche für die Erholung der Städter zu erhalten. Auch wenn dieses Projekt seit über 20 Jahren immer wieder auf den Tisch des Stadtrats kam, kam nun mit der grüneren Politik der Stadt die Wende.

Sicher ist bisher jedoch nur, dass der Schlosswald geschützt wird, nicht entschieden ist jedoch in welche Kategorie er fallen wird. Im nächsten Schritt muss daher entschieden werden ob der Schlosswald nach Stockholmer Modell zu einem Nationalstadtpark wird, zu einem Naturschutzgebiet oder einem Kulturschutzgebiet, die alle drei gemeinsam haben, dass dort keine Miethäuser oder Privathäuser gebaut werden dürfen.

Auch wenn das Bauamt der Stadt nun als erstes den Schlosswald in seiner Gesamtheit unter Schutz stellen will, so geht der Plan des Amtes bereits weiter indem auch einige andere Parkanlagen der Stadt geprüft werden, die von Bauunternehmen bereits in Zukunftsprojekten eingeschlossen werden. Sollten daher diese Parks den Voraussetzungen für ein Schutzgebiet entsprechen, so können in den kommenden Jahre auch diese als Naturschutzgebiete Göteborgs ausgezeichnet werden.


Herbert Kårlin

Sonntag, 9. Dezember 2012

Weihnachten hat Göteborg erreicht


Am Freitag Abend wurde mit der Ankunft der Luciagruppe, dem Fackelzug zum Götaplatsen, der Projektion des neuen Weihnachtsfilms an den Fassaden des Stadttheaters, des Kunstmuseums, der Kunsthalle und dem Konzerthauses und der Weihnachtsbeleuchtung entlang der Lichterstrecke die Weihnachtsstadt Göteborg eingeweiht. Trotz der beißenden Kälte war der Götaplatsen bis zum letzten Quadratzentimeter von Zuschauern besetzt, die das Ereignis miterleben wollten.

Aber dieses Wochenende war nicht nur die Eröffnung der Weihnachtsstrecke in Göteborg, sondern auch die Weihnachtsmärkte lockten mehr Besucher denn je, so dass es bereits schwierig wurde einen Blick auf alle Stände zu werden. Das Kronhuset, der Weihnachtsmarkt der HDK-Studenten und der Weihnachtsmarkt in Haga konnten so viele Besucher zählen wie nie zuvor, obwohl das Thermometer zehn Grad Minus anzeigte.

Neu ist dieses Jahr auch die Beleuchtung, die sehr viele rote Haltestellen mit gekennzeichneten Küssstationen besitzt, der Weihnachtsmarkt der Kunsthandwerker in der Kyrkogatan, der internationale Genussmarkt am Bältespännarparken und der Versuch am 12. Dezember den längsten Luciazug der Welt zu organisieren, der mit der Krönung von Lucia am Kungstorget endet. Wer entlang der weihnachtlichen Lichterstrecke spaziert, sollte in den Fenstern des NK auch einen Blick auf das diesjährige Weihnachtsthema werfen und entdeckt dabei, unter anderem, eine sehr aktive Pippi Langstrumpf.

Herbert Kårlin

Samstag, 8. Dezember 2012

Göteborger Infrastrukturpaket mit neuen Problemen

Nachdem die Reichsrevision die Satzungen für Straßen und Eisenbahnen der Regierung genauer unter die Lupe nahm, stellte sie fest, dass mehrere Entscheidungen unter falschen Voraussetzungen gefallen waren und das dafür angesetzte Budget in keiner Weise mit der Realität übereinstimmt, da die Kosten selbst ohne die im allgemeinen üblichen Preissteigerungen weitaus höher liegen als in den Berichten verzeichnet.

Eines der grössten Probleme dabei ist in Göteborg zu finden, wo die Regierung die Hälfte der Kosten für das geplante Infrastrukturpaket zahlen soll. Allein der Västlänken, eine acht Kilometer lange Eisenbahnstrecke bei der sechs Kilometer als Tunnel geplant sind, wurde nur mit 20 Milliarden Kronen angesetzt, obwohl die tatsächlichen Kosten bereits heute  um bis zu 35 Milliarden Kronen höher liegen. Sollte man bei Bau auf bisher unvorhergesehene Probleme stoßen, so kann sich diese Summe sogar noch verdoppelt.

Eine der Ursachen dieser Fehlplanung ist, dass die Stadt Göteborg bei den Kostenvoranschlägen zwar die Kosten für die Strecke als solches bezifferte, jedoch nicht aufführte wie hoch die Kosten für zusätzliche Anfahrten, Umbauten und andere Investitionen liegen, die nötig sind, dass die neue Eisenbahnstrecke auch tatsächlich benutzt werden kann. Diese Zusatzkosten liegen mit Sicherheit höher als die Kosten für den Bau des Tunnels. Die Frage dabei ist lediglich, ob die Regierung die tatsächlichen Kosten nicht erkannte oder Göteborg mit unvollständigem Zahlenmaterial spielte, damit das gewünschte Infrastrukturpaket mit der Citymaut auch durchgesetzt werden kann.

Herbert Kårlin