Mittwoch, 13. August 2014

Leere Wahlversprechen in Göteborg

Die rot-grüne Regierung Göteborgs ging mit großen Visionen an die letzten Kommunalwahlen und setzt auch nun diese positive Sicht fort, obwohl es an der Zeit ist realistische Versprechen zu geben um auch in Zukunft maßgeblich über die Politik der Stadt entscheiden zu können, da der Begriff Sozialdemokraten in Göteborg immer weniger mit sozialem Denken und Mitentscheidung der Bürger verbunden wird.

Wenn man zudem beachtet, dass von den letzten Wahlversprechen im Jahre 2010, je nach Sicht, nur zwischen einem Drittel und der Hälfte gehalten wurden, so ist dies ein denkbar schlechtes Zeugnis für den Stadtrat. Vor allem die Versprechen die Gruppen in den Kindergärten zu verringern, mehr Wohnungen zu schaffen und die Versorgung der älteren Schicht Göteborgs zu verbessern, blieben auf der Strecke, Punkte, die eine breite Schicht der Wähler interessieren und für eine Wiederwahl entscheidend sein können. Erneut die gleichen leeren Versprechen abzugeben, kann sehr negativ wirken, denn auch die kommenden Prestigeobjekte des linken Blocks werden nicht unbedingt positiv von den Wählern gesehen.

Geradezu lächerlich wird dann jedoch, wenn Anna Johansson, die im Herbst vom Stadtrat ins Parlament wechseln will, die Schuld bei der bürgerlichen Regierung sucht, denn das größte Versagen findet man dort wo die Mehrheit des Stadtrates seinen Einfluss hat. Johansson erklärt, dass für Göteborg alles besser geworden wäre, wenn die Sozialdemokraten auch im Parlament die Mehrheit gehabt hätten, ein Wunschtraum auch für die kommende Periode, da alle Zahlen darauf hin weisen, dass zwar Grüne und Linke Wähler gewinnen können, aber der linke Block im Parlament die absolute Mehrheit erneut verpassen wird und mit den Sverigedemokraterna verhandeln müssen.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Dienstag, 12. August 2014

Das Göteborger Kulturfestival, ein Festival für alle

Wenn heute der Startschuss zum jährlichen Kulturfestival in Göteborg fällt, so lautet das Motto „Kostenlos für Alle“, womit man damit natürlich nur die Besucher des Festivals anspricht und natürlich auch nicht das internationale Essen meint oder Süßigkeiten, die von Händlern aus ganz Europa angeboten werden. Gemeint sind die kulturellen Veranstaltungen, die dieses Jahr weitaus breiter sind als die vergangenen Jahre, da Tasso Stafilidis, der Verantwortliche des Kulturkalaset, für wirklich jeden etwas bieten will.


Auch wenn das Kulturfest der Stadt vor allem für die Bürger der Stadt gedacht ist, so zeigen die Zahlen, dass sich bisher nur jeder zweite Göteborger wirklich dafür interessiert und die andere Hälfte der Besucher aus der gesamten Region anreisen, sich aber auch zahlreiche Touristen unter der Volksmasse befinden. Immerhin handelt es sich um rund 250.000 Personen, die jedes Jahr mindestens einen Tag lang die Atmosphäre dieses Kulturfestes genießen wollen, obwohl sie an diesem Tag Probleme mit Parkplätzen bekommen und die öffentlichen Verkehrsmittel teilweise längere Strecken nehmen müssen.

Auch wenn das Ziel des Göteborger Kulturfestivals ist mehr Bewohner der Stadt anzuziehen, so will man natürlich nicht auf die Gäste aus Schweden und aus anderen Ländern verzichten, denn immerhin gaben diese im vergangenen Jahr während der sechs Tage über 50 Millionen Kronen aus. Erstaunlich dabei ist jedoch, dass sich dieser Erfolg zwar bei Cafés und Restaurants zeigt, nicht jedoch bei Hotels, denn die Besucher des Göteborgs Kulturkalaset wohnen in der Regel außerhalb Göteborgs oder aber kommen bei Freunden oder der Familie unter.

Copyright: Herbert Kårlin

Montag, 11. August 2014

Wohnungsnot in Göteborg

Seit Monaten verspricht die Stadtverwaltung in Göteborg in Zukunft für mindestens 5000 neue Wohnungen pro Jahr zu sorgen, denn bis 2035 sollen auf diese Weise 100.000 zusätzliche Wohnungen geschaffen werden die der aktuellen Wohnungsnot, zumindest teilweise, ein Ende bereiten sollen. Allerdings weicht dieses Versprechen von den tatsächlichen geplanten Wohnungen der kommenden Jahre weit ab und zeigt eine leere Luftblase, die lediglich Wähler für die Kommunalwahlen im September anziehen soll.

Wenn man gegenwärtig einen Blick in den aktuellen Bebauungsplan wirft, so stellt man fest, dass auch in den kommenden Jahren nur die übliche Menge an Wohnungen geplant ist, nämlich die Hälfte der versprochenen Wohnungen, denn auch in Zukunft kann man nur mit etwa 2500 neuen Wohnungen pro Jahr rechnen, einer Menge, die nicht einmal ausreicht um das Bevölkerungswachstum der Stadt auszugleichen. Auch in Zukunft wird daher ein Wohnungssuchender jahrelang auf eie Wohnung warten müssen, wobei sich die Warteschlangen sogar noch verlängern werden.

Dass der Wohnungsbau auch in Zukunft sehr träge vor sich gehen wird, ist natürlich auch ein Hindernis für das wirtschaftliche Wachstum der Stadt, denn ohne weitere Büroräume können sich nur wenige neue Firmen ansiedeln und hochspezialisierte Unternehmen haben schon heute Probleme damit Fachkräfte zu finden, da auch Angestellte erst eine Wohnung in der Nähe ihrer Arbeitsstelle brauchen bevor sie eine Stelle annehmen können. Statt einem Aufschwung wird Göteborg daher den beiden anderen Großstädten Schwedens mehr und mehr hinterherhinken und dabei in so manchem Bereich sogar den Anschluss verpassen so dass die kommende 400-Jahrfeier im Jahre 2021 kaum zum Feiern Anlass geben wird.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 10. August 2014

Unsichere Zukunft für das Aeroseum in Göteborg

Seit Mai 2005 hat sich des Aeroseum in Göteborg zu einem wahren Erlebniszentrum in Göteborg entwickelt. Auch wenn die finanziellen Voraussetzungen in dieser Zeit nicht immer optimal waren, so gelang es den Verantwortlichen die Aktivitäten auszubauen und die unterirdischen Hallen begrüßen heute rund 50.000 Besucher pro Jahr. Neben einer staatlichen Subvention von jährlich zwei Millionen Kronen gelang es dem Aeroseum sich aus Einnahmen, mit Hilfe von Sponsoren und der Aktivität von Freiwilligen zu finanzieren, ein Modell, das nun in Frage gestellt ist.


Um auch weiterhin die absolut notwendige staatliche Subvention zu erhalten, muss das Aeroseum bereits ab 2015 nachweisen, dass auch die Region Västra Götaland und/oder die Stadt Göteborg am Erhalt der Einrichtung interessiert sind und das Erlebniszentrum ebenfalls finanziell unterstützen, genau genommen mit 3,5 Millionen Kronen, eine Summe, die auch garantieren würde, dass die wissenschaftliche Aktivität des Aeroseums ausgebaut werden kann und nicht mehr jede Investition zu einer Zerreißprobe wird.

Problematisch ist jedoch, dass sich bisher weder die Region noch die Stadt sonderlich für das Aeroseum interessierten und das Budget für das kommende Jahr bereits entschieden ist, ohne allerdings das Aeroseum einzubinden. Die Stadtverwaltung zeigt sich zwar offen für Verhandlungen mit dem Flugerlebniszentrum, sieht jedoch kaum einen Handelsspielraum für 2015. Die Verantwortlichen des Aeroseum blicken dem kommenden Jahr nun mit gemischten Gefühlen entgegen, denn sollte es die staatlichen Gelder verlieren, so können nur noch am Wochenende Besucher entgegengenommen werden, was die Einkünfte des Aeroseums stark mindern könnte.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 9. August 2014

Göteborger Insel für Arbeiter wird Kapitalanlage

Vor 70 Jahren wurde die Insel Knarrholmen vor Göteborg den Werftarbeitern der Götaverken geschenkt damit diese sich dort im Sommer aufhalten konnten, da für sie das Einkommen kaum für einen Urlaub reichte. Später übernahmen zwei Gewerkschaften, darunter die Gewerkschaft Metall, die Insel mit seinen 33 Sommerhäuschen und 65 Sommerwohnungen so dass auch nach der Auflösung der Götaverken Arbeitern weiterhin ein günstiger Aufenthalt geboten werden konnte.

Nun haben die Gewerkschaften die Insel mit seien Bauten für einen Gesamtpreis von 48,5 Millionen Kronen an einen Investor verkauft, der seinerseits nicht nur die vorhandenen Häuschen modernisieren will, sondern auch zusätzliche bauen will um diese dann einzeln weiterverkaufen zu können, für einen Preis, der für einfache Arbeiter allerdings unerschwinglich sein wird, da die Lage von einkommensstraken Gruppen gesucht wird. Die letzten Arbeiter-Mieter der Sommerhäuschen sind mittlerweile ausgezogen und die Vorbereitungen des neuen Besitzers sind in vollem Gang.

Sicher sollen die Gewerkschaften nun das eingenommene Geld in Form eines Fonds weiterhin zum Vorteil von Arbeitern anlegen, aber auf Grund von nicht Investitionen und Renovierungsarbeiten wird ein ungenannter Teil des Geldes dennoch in die Gewerkschaftskassen fließen große Teile der Einnahmen direkt in die Kassen der Gewerkschaften um diese und andere Kosten zu decken. Die Stadtverwaltung Göteborgs, die die Chance hatte die Insel weiterhin für alle zugänglich zu machen, hat bereits einen neuen Bebauungsplan erstellt und verzichtet darauf Knarrholmen denen zu lassen, die einen solchen Platz am meisten benötigen.

Copyright: Herbert Kårlin

Visit Göteborg!

Freitag, 8. August 2014

Der medizinische Wasserpalast Göteborgs

Im Jahre 2009 wurde im Göteborger Universitätskrankenhaus Sahlgrenska ein neues Gebäude eingeweiht, das das Bauunternehmen PEAB fertiggestellt hatte, eine Firma, die sehr häufig von Göteborg und der Region Västra Götaland mit wichtigen Projekten beauftragt wird. Bei diesem Neubau ging jedoch so einiges schief, denn die unprofessionelle Bauweise des Gebäudes hatte bald Nebeneffekte: Die Angestellten begann über Kopfschmerzen zu klagen, hatten Schwindelanfälle und wurden überdurchschnittlich oft krank.

Als es dann auch noch Regen durch undichte Fenster kam und sich Schimmel ansiedelte, waren bald mehrere Probleme gefunden. Auch die Ursache für die Probleme der Angestellten war bald lokalisiert, denn es handelte sich um ein Lösungsmittel im Leim, der von PEAB für das Verlegen des Fussbodens benutzt wurde. Angestellte und Gewerkschaften forderten daraufhin, dass die neu eingerichteten Abteilungen vorübergehend zurückgelagert werden sollen damit der Baupfusch schnellstmöglich behoben werden kann und die gesundheitlichen Probleme des Personals verhindert werden.

Erst jetzt, vier Jahre nachdem die Probleme entdeckt wurden, wird der Neubau stufenweise saniert und eine Abteilung nach der anderen in Angriff genommen, allerdings können die Arbeiten erst nach dem Besuch eines Gutachters durchgeführt werden, da bisher nicht klar ist wer für die Kosten aufkommen wird. Im Laufe des Jahres 2016 soll der Anbau des Krankenhauses wieder voll in Betrieb genommen werden, ohne dass dann noch irgendwelche Probleme zu verzeichnen sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 7. August 2014

Way Out West im Göteborger Schlosswald

Während zahlreiche Musikfestivals Schwedens mit finanziellen Problemen kämpfen, zeigt Way Out West, das heute Nachmittag im Göteborger Schlosswald mit den ersten von rund 150 Konzerten öffnet, keinerlei Probleme und expandiert weiterhin. Zum achten Mal findet nun das bereits legendäre Göteborger Musikfestival in der größten Grünfläche Göteborgs statt und zieht voraussichtlich erneut über 25.000 Besucher an, die drei Tage lang internationale Musik genießen wollen.


Way Out West hat sich innerhalb der acht Jahre zu einem der bedeutendsten Festivals in Göteborg entwickelt, auch wenn nicht alle Bewohner der Stadt von diesem jährlichen Ereignis begeistert sind, da ihr Lieblingspark teilweise unzugänglich wird, die Schlafzimmer vieler Göteborger bis spät in die Nacht von der Musik der vier großen Bühnen beschallt werden, die Stadt stark verschmutzt wird und die öffentlichen Verkehrsmittel ab dem frühen Nachmittag hoffnungslos überfüllt sind, Probleme, mit denen man in der zweitgrößten Stadt Schwedens leben muss.

Auch wenn die Musik bei Way Out West immer noch die größte Rolle spielt, so hat sich das Festival so nebenbei auch zu einem der größten europäischen Filmfestivals entwickelt, denn während der drei Festivaltage werden 32 Filme gezeigt, wobei der Kurzfilm Indigo von Paul Jerndal sogar seine Premiere hat. Für die Zukunft kann man daher erwarten, dass sich Way Out West zu einem doppelten Festival entwickeln wird und dabei Musik und Film noch enger zusammengeführt werden.

Weitere Information stehen der Presse unter Pressedienste und Presseinformationen zur Verfügung.

Copyright: Herbert Kårlin

Way Out West, Musik in Göteborg Göteborger Kulturfestival 2013