Freitag, 30. November 2012

Kreuzfahrten zum Göteborger Weihnachtsmarkt

Am kommenden Sonntag wird das erste von fünf Winter-Kreuzfahrtschiffen in Göteborg anlegen und damit die Wintersaison mit den Göteborger Weihnachtsmärkten einleiten, wobei mehrere der Märkte dieses Wochenende beginnen. Das erste Schiff, das nun anlegt, ist die Amadea mit 600 Passagieren aus Deutschland, was man nahezu als Softstart betrachten kann, da sich auf den fünf Kreuzfahrtschiffen insgesamt rund 6000 Passagiere befinden werden.

Die Besucher, die an einem Wochenende mit einem Kreuzfahrtschiff in Göteborg ankommen, werden von den Weihnachtsmärkten der Stadt geradezu verwöhnt, da sie nicht nur jenen in Liseberg besuchen können, sondern auch jenen im Kronhuset mit seinem Kunsthandwerk, jenen in der Haga Nygatan, den ältesten Weihnachtsmarkt Göteborgs, und zusätzlich noch einen etwas kleineren im Brunnsparken, der dieses Jahr wegen Bauarbeiten vom Gustav Adolf Torg an diese Stelle verlegt wurde.

Dass Göteborg im Winter so zahlreiche Kreuzfahrtschiffe anzieht, liegt allerdings nicht nur an der Attraktion der Stadt, sondern auch daran, dass die Mehrheit der nordischen Häfen im Winter für diese Art von Schiffen gesperrt sind. Göteborg ist mit seiner Lage eine der wenigen Ausnahmen. Die Hälfte der Wintergäste kommen dieses Jahr aus Deutschland und weitere 23 Prozent aus Großbritannien, zwei Ländern, die weihnachtliche Städte zu schätzen wissen.

Herbert Kårlin
 

Donnerstag, 29. November 2012

Die E20 wird im Västra Götaland zur Autobahn

Seit 1986 gilt der Streckenabschnitt der E20 von Göteborg in Richtung Stockholm, der sich im Bereich des Västra Götalands befindet, als einer der unfallträchtigsten des Landes und soll, nach ursprünglichem Plan, zur Autobahn ausgebaut werden, damit zum einen die Reisezeit nach Stockholm verkürzt wird, zum anderen aber auch die Unfälle reduziert werden, die vor allem deswegen entstehen, da an vielen Stellen, trotz Extremverkehr, nicht einmal die beiden Spuren voneinander getrennt sind und die Straße seit Jahren in schlechtem Zustand ist.

Nach rund 26 Jahren Diskussion wollte nun die linke Regierung der Region einen billigeren Plan in Angriff nehmen, der von den Autofahrern (Lastwagen und Personenwagen), die diese Strecke regelmäßig nehmen müssen, kaum als sinnvoll betrachtet wird, denn die Strecke sollte zwar im Laufe der kommenden Jahre in der Mitte getrennt werden, aber bis diese Maßnahme angegriffen werden kann, soll die Geschwindigkeit weiterhin gesenkt werden und ständige Kontrollen die Fahrer von überhöhter Geschwindigkeit abhalten.

Am Dienstag Abend wurde nun vom rechten Flügel, mit der Unterstützung der Sverigedemokraterna, entschieden, dass die E20 so schnell wie möglich in eine vierspurige Autobahn ausgebaut werden soll, damit sämtliche Probleme auf der Strecke behoben werden. Die Grünen unter der Führung von Kia Andreasson zeigen sich durch diese Entscheidung übergangen und sind der Meinung, dass damit die Umweltpolitik der Region boykottiert wird und die Kosten für den Bau finanzielle Einschränkungen auf jedem anderen Niveau fordern wird. Für Kia Andreasson gibt es nur die Alternative Eisenbahn, auch wenn man bei diesem Verkehrsmittel nie weiß ob man im Winter überhaupt ankommt.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 28. November 2012

Gustaf II. Adolf in Göteborg wird restauriert


Nachdem voriges Jahr bereits Poseidon am Götaplatsen restauriert wurde um zur 400-Jahresfeier der Stadt sein nahezu ursprüngliches Gesicht zeigen zu können, sind die Restauratoren nun bei Gustaf II. Adolf am gleichnamigen Platz angelangt. Bis Ende Dezember wollen sie analysieren welche Arbeiten im kommenden Jahr dringend nötig werden, damit die am häufigsten fotografierte Statue der Stadt wieder im alten Glanz erstrahlen kann.

Der Marmorsockel aus Carrara zeigt bereits deutliche Verschleißerscheinungen und zeigt kaum noch den Glanz der alten Tage, zumal diese Art von Marmor wenig für das schwedische Klima geeignet ist und Eisschäden sehr deutliche Spuren hinterlassen haben. Nun müssen die Restauratoren eine Möglichkeit finden, sämtliche Schäden am optimalsten zu reparieren um dem Marmor wieder seinen ursprünglichen Glanz verleihen zu können.

Aber auch die äußere Bronzeschicht des Stadtgründers Gustav Adolf selbst wurde durch den Einfluss von Möwenkot, Wind und Wetter stark beschädigt. Hier müssen die Restauratoren jedoch erst einmal feststellen ob der König auf einem Stahlgerüst steht oder nur die Bronze seine massive Figur in Form hält. Sicher ist jedoch, dass Gustaf II. Adolf innerhalb eines Jahres wieder sein früheres Aussehen erhalten wird. Falls das Geld der Stadt reicht, so werden in den folgenden Jahren noch zwei weitere Monumentalstatuen Göteborgs restauriert, nämlich der Kopparmärran am Kungsportsplatsen und die Johanna am Brunnsparken.

Herbert Kårlin

Dienstag, 27. November 2012

Aufsehenerregender Rechtsfall in Göteborg

Heute beginnt im Amtsgericht Göteborgs die Verhandlung gegen eine 37-jährige Frau aus Göteborg, die in ihrer Wohnung zahlreiche Knochen, ganze Skelette und Schädel aufbewahrte. Die Staatsanwaltschaft will während der Verhandlung beweisen, dass sich die Frau sämtliche Teile auf illegale Weise angeeignet hat und selbst zu sexuellen Zwecken benutzte. In ihrem Computer wurden zusätzlich eine große Anzahl an Dokumenten von Toten gefunden deren Sinn der Staatsanwaltschaft jedoch nicht ganz klar ist.

Die Frau ihrerseits bestreitet jede illegale oder abartige sexuelle Anwendung der Skelette und Knochen und verweist auf ein wissenschaftliches Interesse. Sie erklärte während der dreimonatigen Untersuchungshaft weiterhin, dass sie sämtliche Teile über Internet erworben hat und dass ihr nicht bewusst war, dass es einer Privatperson in Schweden verboten sei Knochen, Skelette oder Schädel zu besitzen, was in der Tat nicht eindeutig geklärt ist, so lange die Teile nicht von schwedischen Friedhöfen kommen.

In den letzten Tagen nahm dieser Fall durch die internationale Aufmerksamkeit eine besondere Wende, da bekannt wurde, dass in der Wohnung der Frau auch ein Foto gefunden wurde wo eine unbekannte Frau einen Schädel küsst und parallel dazu eine anonyme Person Fotos eines sehr makabren Falles in Australien online stellte. Mehrere Foren verbinden das für die Veröffentlichung angewandte Pseudonyme mit der 37-jährigen Göteborgerin. Allerdings ist die Veröffentlichung dieser Fotos keine Straftat, da die Bilder öffentlich zugänglich waren. Falls eine Verbindung zur Beklagten besteht, könnten dies jedoch ihre Aussagen entkräften.

Herbert Kårlin

Montag, 26. November 2012

Öffentliche Diskussion um Straßen in Göteborg

Am 28. November findet im Älvrummet in Göteborg eine öffentliche Diskussion über die Zukunft des Verkehrs im städtischen Milieu statt. Auch wenn die führenden Politiker Göteborgs nicht anwesend sein werden, so ist die zweite Garde der Stadt, unter anderem der Stadtarchitekt Björn Siesjö, vor Ort um auf alle Fragen einzugehen. Da bereits bei der ersten Diskussion über die Zugänglichkeit der Stadt für Behinderte der Raum überfüllt war und sich am Eingang eine lange Warteschlange entwickelte, wird dieses Mal der Raum noch schneller gefüllt sein.

Das Thema Verkehr umfasst alle Themen, die Göteborger Politiker während der letzten Monate ins Gespräch brachten, inklusive dem Infrastrukturpaket mit einem Eisenbahntunnel unter der Stadt, dem Problem der Autobahn, die durch die Stadt führt und der Citymaut. Sicher wollen und können die Veranstalter der Diskussion viele Fragen heute noch gar nicht beantworten, da im gegenwärtigen Stand niemand die Kosten einer Brücke oder eines Eisbahntunnels in Lehm voraussagen kann, aber sie wollen ein öffentliches Gespräch ermöglichen und von ihren Ideen überzeugen.

Björn Siesjö wird bei der Diskussion insbesondere die Frage aufwerfen wie man zu einem haltbaren Göteborg der Zukunft finden kann und wie die Umwelt geschützt werden kann ohne dass der Bürger bei seiner Fortbewegung Einschränkungen spürt. Auch wenn das Thema als offen angekündigt ist und die Partei Vägvalet mit am Tisch sitzen wird, die sich gegen die Citymaut stellt, so ist Ziel der Diskussion die Göteborger davon zu überzeugen, dass alle Nachteile, die auf sie zukommen, in Wirklichkeit nur Vorteile sind. Dies könnte auch der Grund dafür sein, dass man einen so kleinen Raum gewählt hat, da das Thema den Raum auch viermal füllen könnte, da dies eine zu heiße Diskussion verhindern kann.

Herbert Kårlin

Sonntag, 25. November 2012

HBTQ-Festival in Göteborg wird zu West Pride

Als im Jahre 2007 das HBT-Festival in Göteborg gegründet wurde, das sich dann in das HBTQ-Festival verwandelte, dachte man in erster Linie an ein schwedisches Publikum und wollte auch nicht den Namen Pride Festival verwenden, der bereits in Stockholm ein Begriff geworden war. Das Regenbogen-Festival in Göteborg hat sich jedoch weitaus schneller entwickelt als gedacht und spricht mittlerweile, als zweitgrößtes schwedisches „Pride-Festival“, auch ein internationales Publikum an.

Nachdem im Jahr 2012 während des fünftägigen HBTQ-Festivals 108.000 Besucher gezählt wurden und 370 Programmpunkte angeboten werden konnten, will sich das Göteborger Festival nun der Welt öffnen, was auch erfordert einen Namen dafür zu finden, der weltweit zu einem Begriff werden kann. Während der Jahresversammlung des veranstaltenden Vereins hat man sich daher entschlossen ab 2013 den Begriff West Pride zu verwenden, auch wenn diese Lösung erneut für Schweden mehr bedeutet als für das internationale Publikum, da der Begriff Pride zwar international verstanden wird, jedoch kaum jemand ausserhalb Schwedens bei West an die schwedische Westcoast denkt.

Auch wenn der Name West Pride vor allem für das jährliche Festival verwendet werden soll, so bietet der Verein mittlerweile das ganze Jahr über Veranstaltungen unterschiedlicher Art an und hat sich in das allgemeine Kulturprogramm Göteborgs und des Västra Götalands integriert und dort einen wichtigen Platz eingenommen. Das erste Festival unter der Bezeichnung West Pride wird vom 20. Mai bis zum 2. Juni 2013 stattfinden und am letzten Tag mit der traditionellen Regenbogenparade entlang der Avenyn enden.

Herbert Kårlin

Samstag, 24. November 2012

Gewaltsame Kontrollen in Göteborger Straßenbahn

Auf Grund mehrerer Fälle von Übergewalt durch Kontrolleure der Göteborger Verkehrsbetriebe Västtrafik hatte sich das städtische Unternehmen entschieden das Wachunternehmen Securitas mit den Kontrollen zu beauftragen. In den letzten Tagen wurden nun zwei Fälle bekannt bei denen sich vier Mann genötigt fühlten in der Straßenbahn jeweils einen einzigen Jugendlichen auf den Boden zu drücken und ihn mit äußerster Gewalt festzuhalten, da diese keinen Fahrschein für 20 Kronen vorweisen konnten.

Für die Göteborger Verkehrsbetriebe ist dies ein notwendiges Vorgehen gegen Schwarzfahrer und sie sehen dabei keine besondere Gewalt, obwohl auch ein einziger kräftiger Kontrolleur ausreichen würde um einen weitaus schmächtigeren 15-jährigen festzuhalten. Nach Västtrafik benötigt man jedoch die vier kräftigen und hoch ausgebildeten Wachkräfte, ein Verhältnis, das vielen Bürgern zu denken gibt und mehr an diktatorische Staaten erinnert als ein liberales Schweden.

Gleichzeitig bieten Västtrafik Autofahrern eine kostenlose Monatskarte an um sie von den Vorteilen der Verkehrsbetriebe zu überzeugen, was bei derartigen Vorfällen wohl kaum einen größeren Erfolg zeigen wird. Statistiken zeigen zudem, dass die Kontrollen weitaus mehr kosten als Västtrafik durch Schwarzfahrer verliert, da die tatsächliche Quote der Schwarzfahrer in Göteborg sehr gering ist. Für Västtrafik geht es jedoch bei ständig steigenden Fahrpreisen nicht um wirtschaftliche Aspekte, sondern um ein Prinzip, das von den Fahrgästen finanziert werden muss.

Herbert Kårlin