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Samstag, 23. Februar 2013

Trotz Citymaut mehr Besucher in Göteborg

Im vergangenen Januar waren in der Innenstadt, also dem Teil innerhalb des Wallgrabens, nach den dort eingerichteten Zählwerken rund 4,5 Prozent mehr Besucher gerechnet worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahrs, was eine bedeutende Steigerung ist, wenn man bedenkt, dass die Steigerung vom Januar 2010 auf Januar 2011 nur 2,5 Prozent ausmachte. Leider fehlt bei dieser Angabe die Anzahl der Besucher und die Information, ob auch der Umsatz der Geschäfte dadurch anstieg.

Nach der Aufschlüsselung der Angaben, so stellt man allerdings auch fest, dass die Menge der Besucher an Wochentagen gesunken ist oder kaum stieg, da vor allem an Sonntagen bis zu 33 Prozent mehr Besucher im zentralen Göteborg zu finden waren, was darauf schließen lässt, dass die Bewohner der Umgebung nun die Sonntage benutzen, da man am Wochenende nicht nur ausreichend günstige Parkplätze findet, sondern auch keine Citymaut bezahlen muss.

Für den Handel der Stadt kann diese Auswertung, falls man im Februar und März das gleiche Ergebnis feststellt, bedeutende Folgen haben, da dann nur die Unternehmen von den Besuchern profitieren können, die am Sonntag auch geöffnet haben. Da der sonntägliche Zusatzumsatz jedoch nicht ausreicht um zusätzliche Angestellte zu beschäftigen und an Wochentagen für die in der Innenstadt arbeitende Schicht offen gehalten werden muss, können nur die Besitzer der Läden mehr arbeiten oder die anderen Angestellten müssen mit einem größeren Druck rechnen.

Herbert Kårlin

Freitag, 16. Dezember 2011

Parkplätze mit Problemen in Göteborg

Am heutigen Freitag wird ein Großteil der Langzeitparkplätze in Göteborg zu Parkplätzen mit einer maximalen Parkzeit von zwei Stunden umgestellt, was an einigen zentralen Stellen wie dem Grönsakstorget bedeutet, dass bis zu 25 Prozent der Fahrzeuge, die dort bisher über vier Stunden parken, aus dem Zentrum verdrängt werden. Es handelt sich dabei überwiegend um Angestellte der nahen Büros und der Saluhallen.

Nach den Argumenten der Stadt soll diese Beschränkung lediglich dazu dienen, dass in Zukunft eine größere Anzahl an Personen die Möglichkeit haben soll in der Innenstadt einkaufen zu können, zumal die Geschäfte in nächster Nähe überwiegend schwedische Produkte schwedischer Hersteller anbieten. Die Planung des unterirdischen Parkplatzes am Grönsakstorget, sowie die Aufwertung des Platzes, wurde indes auf Eis gelegt.

Gleichzeitig mit der Reduzierung der Parkzeiten in der Innenstadt mussten zahlreiche Kurzzeitparker, die Stellen wählten, wo man nur bis zu 30 Minuten parken darf, dass die Automaten wegen einer falschen Einstellung grundsätzlich kein Wechselgeld herausgeben und das Parken daher für viele weitaus teurer wird als angegeben. Die Gesellschaft, die für die Einstellung der Parkautomaten zuständig ist, kennt das Problem, das ohne Schwierigkeiten behoben werden kann, und will dies im kommenden Jahr angehen.

Herbert Kårlin

Samstag, 19. Juni 2010

Mietfahrräder in Göteborg bekamen einen Namen

Da man in Göteborg jedem kleinsten öffentlichen Ereignis einen Namen gibt, selbst wenn später niemand diesen Namen anwendet, so bekam auch der Fahrradverleih, der ab 10. August seinen Betrieb in der Innenstadt aufnimmt, seinen Namen. Nach einer Ausschreibung wurden sie nun bei der ersten Pressevorstellung Styr & Ställ genannt, was soviel bedeutet wie „lenke es und stell es ab“.


Auch das Verleihsystem, das unter der Leitung der französischen Firma JC Decaux, nun zum ersten Mal nach Skandinavien kam, weist in der Fahrradstadt Göteborg einige Änderungen auf, denn die Mietkarten gelten jeweils für drei Tage oder eine Saison, also von Frühjahr bis Ende Oktober. Die Leihgebühr von zehn, bzw. hundert Kronen bei einer Jahreskarte, kann per Internet oder direkt an einer der auf etwa sechzig geplanten Verleihstellen per Kreditkarte bezahlt werden.

Auch wenn dieser Preis unter jenem der anderen europäischen Städte wie Paris, Montpellier oder Berlin liegt, so darf dabei nicht vergessen werden, dass sich bei diesem Preis jeder Leihzyklus nur auf 30 Minuten begrenzt. Wer also als Tourist die Stadt per Fahrrad entdecken will, muss mit einer bisher nicht bekannt gegebenen Summe rechnen oder mit zwei Karten alle 30 Minuten das Fahrrad wechseln.

Dies zeigt natürlich, dass Göteborg bei seinem Fahrradverleih weniger an seine Besucher dachte, sondern mehr an die Bewohner der Stadt selbst, die nur kurz von einem Ort zum nächsten wollen, denn schon der Besuch in einer Lebensmittelboutique dauert länger. Auch der Ausbau des Systems in Randgebiete wird schwierig, da man ohne bedeutendes Training nicht in 30 Minuten von Saltholmen bis in die Innenstadt kommt.

Herbert Kårlin

Dienstag, 26. Januar 2010

Erneut weniger Autos unterwegs in Göteborg

Seit 1970, dem ersten Jahr als der Autoverkehr im zentralen Göteborg statistisch erfasst wurde, war kein so deutlicher Rückgang an Autoverkehr in der Innenstadt zu verzeichnen als 2009. Um ganze 3,8% ging der Autoverkehr allein in der Innenstadt zurück. Aber da Statistik ausschließlich auf eine Zählung aufbaut, lässt dieser Rückgang natürlich keine Schlussfolgerungen zu und die Interpretation der Zahlen sieht je nach Interessengruppe unterschiedlich aus.

Während der Autoverkehr in ganz Göteborg im Jahre 2009 rückläufig war und selbst in Randbezirken 1,7% weniger Autos verzeichnet wurden als im Vorjahr, stieg die Anzahl der Fahrräder in dieser Zeit um 4%, die höchste Steigerung seit Jahren. Dennoch wagt das Verkehrsamt der Stadt dies nicht auf ein höheres Umweltbewusstsein der Bürger zu schreiben, denn dies würde die Argumente der gewünschten Straßenmaut zum Großteil nichtig machen.

Das Verkehrsamt Göteborgs sieht daher den sinkenden Autoverkehr mehr bei Verkehrsbeschränkungen im Stadtteil innerhalb des Wallgrabens, den Fahrthindern, den teuren Parkmöglichkeiten in der Stadt, den verbesserten öffentlichen Verkehrsmitteln, und sekundär auch bei den hohen Benzinpreisen und der steigenden Arbeitslosigkeit.

Einige dieser Argumente werden jedoch von anderen Statistiken widerlegt und jenes hinsichtlich der öffentlichen Verkehrsmittel teilt auch die Bevölkerung Göteborgs nicht mit dem städtischen Verkehrsamt, denn Busse halten sich sehr wenig an Fahrpläne, wobei 12% von ihnen sogar vorzeitig abfahren. Gesamt gesehen sind 39% der Göteborger unzufrieden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Göteborgs.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 9. Dezember 2009

Die Maut in Göteborg mit neuen Problemen

Nachdem die Maut in Göteborg als beschlossene Sache gilt, zeigen nun neue Berechnungen, dass die Straßenmaut frühestens 2013 in Angriff genommen werden kann, da die Stadt Göteborg erst einmal mindestens 1,5 Milliarden Kronen in Vorbereitungen und die Verbesserung der Infrastruktur stecken muss, falls man die billigste technische Lösung im kleinstmöglichen Gebiet der Innenstadt als Basis nimmt.

Da die Maut in Göteborg als Steuereinnahme gilt, ist sie zudem mit weiteren Problemen behaftet, da es nach Europagesetz verboten ist von ausländischen Fahrzeugen eine Steuer einzuziehen, was nichts anderes bedeutet, als dass der Sommerverkehr weiterhin kostenlos durch Göteborg läuft und die Umwelt belastet, da der Verkehr ins Bohuslän und nach Norwegen zwangsweise durch die Stadt führt, mangels Autobahnumgehung, die der Stadtrat im Laufe der Jahre mehrmals ablehnte.

Auch ausländische Lastwagen, die die beiden Autobahnen durch Göteborg benutzen, können nicht ohne weiteres zur Zahlung einer Abgabe gezwungen werden, ebenfalls aus dem Grunde, dass die Maut in Göteborg eine Steuereinnahme ist, im Gegensatz zur deutschen Maut oder den Autobahngebühren in zahlreichen Ländern. Es muss nun rechtlich geprüft werden inwieweit man in Einklang mit den schwedischen Gesetzen das Durchfahren von Tunneln und das Benutzen von Brücken berechnen kann, was Göteborger unter Umständen doppelt belasten wird. Sicher ist jedoch, dass jede der möglichen Maßnahmen erst einmal neue Kosten verursachen wird ohne dass Göteborg auch nur im geringsten die allgemeine Belastung der Stadt durch Kohlendioxid und Feinpartikel verringern wird.

Herbert Kårlin