Donnerstag, 14. Juni 2012

Göteborg setzt im Sommer auf Badeplätze

In Göteborg soll es sich dieses Jahr lohnen einen der 24 kommunalen Badeplätze zu besuchen. Neue Stege, ein Schnorchel-Entdeckungspfad und vor allem zwölf Saisonangestellte sollen die Badestellen attraktiver machen und ihnen ein positives Aussehen geben, ohne Abfall, ohne schmutzige Toiletten und mit erster Hilfe vor Ort, zumindest so lange es sich nur um kleinere Wunden handelt, die keinen ernsthaften Erste-Hilfe-Einsatz benötigen.

An den Badeplätzen Askimsbadet, Fiskebäcksbadet, Näset und Stora Amundön werden die Angestellten täglich anwesend sein um Abfall zu sammeln, Toiletten zu reinigen, Wildgras zu beseitigen, bei kleinen Wunden mit einem Pflaster auszuhelfen und den Besuchern jede Art von Fragen zu beantworten. Hin und wieder werden die Badehostessen jedoch auch die anderen Badestellen besuchen damit Göteborg auch dort einen sauberen Strand bieten kann.

Noch im Juni werden die Badestellen am Härlanda tjärn und Sillvik mit Rampen versehen, damit auch Behinderte ohne Probleme baden können und bei Stora Amundön finden die Besucher einen 200 Meter langen Schorchelpfad entlang einer Sicherheitsleine wo die Erklärungen zu Pflanzen und Tieren am Grunde des Meeres zu lesen sind. Aber auch wenn die Stadt Personal für die 24 städtischen Badeplätze bezahlt, so handelt es sich dabei nicht um Lebensretter. Wer daher eine der Stellen besucht, tut dies nach wie vor auf eigenes Risiko.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 13. Juni 2012

Keine freien Bootsplätze in Göteborg

Noch im Januar vorigen Jahres versprach Göteborg demnächst 2000 neue Bootsliegeplätze zu schaffen, damit mehr Bewohner der Stadt ihre Ferien und ihre Wochenenden auf dem Wasser verbringen können. Vor nur 18 Monaten waren die Wartezeiten auf eine feste Anlegestelle bei sieben Jahren, ohne eventuelle neue Häfen einzubeziehen. Da jedoch die Liebhaber der See immer größere Boote kaufen und die versprochenen Bootsplätze nicht gebaut wurden, muss man bei einem Boot von ab 10 Meter Länge nun bereits bis zu zu 15 Jahre auf einen Bootsplatz warten.

Erstaunlich ist dabei, dass Grefab, das städtische Unternehmen, das gegenwärtig über rund 7300 Bootsplätze in Göteborg verfügt, nun erklärt, dass in Göteborg und seiner Umgebung keine Plätze mehr für neue Freizeithäfen vorhanden sind. Da man jedoch tausende von Plätzen benötigen würde, sind die 120 neuen Bootsliegeplätze in Eriksberg nur ein Tropfen auf den heißen Stein und neue Bootsbesitzer werden auf Jahre hinaus vertröstet, denn Pläne für weitere Freizeithäfen werden bei Grefab nun plötzlich nicht mehr gemacht.

Die Alternative ist natürlich sich ein Motorboot von unter acht Metern Länge zu kaufen, was bedeutet, dass man Enge lieben muss, wenn man vier Wochen auf See verbringen will, denn in diesem Fall kann man nahezu unmittelbar selbst im Zentrum der Stadt noch einen Bootsplatz bekommen. Dort, wo sich allerdings das sommerliche Bootsleben abspielt und die Freizeithäfen über jeden Komfort verfügen, dort findet man auch für sein kleines Boot keinen Platz, es sei denn, man kauft ein gebrauchtes Boot und benutzt den Bootsplatz des Vorgängers.

Herbert Kårlin
 

Dienstag, 12. Juni 2012

Privater Kampf gegen Alkohol in Göteborg

An mehreren Stellen in Göteborg können minderjährige Jugendliche rund um die Uhr Bier und Schnaps kaufen, und das zum Sondertarif, da die Ware illegal in Schweden eingeführt wird und dann auf mehreren Parkplätzen der Stadt unversteuert an jene weitergegeben wird, die die Ware bezahlen. Nach Ausweisen wird dabei natürlich nicht gefragt, da es um Umsatz geht und nicht um das gesundheitliche Risiko für Jugendliche.

Seit Jahren sind die meisten der illegalen Umsatzstellen für Alkohol in Göteborg allgemein bekannt, ohne dass jedoch die Stadt oder die Polizei sich ernsthaft bemühen dem Übel ein Ende zu bereiten, denn die gelegentlichen Stichkontrollen treffen nur eine verschwindende Minderheit an Käufern und Verkäufern. Nachdem die die Tageszeitung GP vor kurzem über die Ausmaßen des Handels berichtete, will auch die Stadtverwaltung Göteborg erneut über das Problem sprechen, aber konkrete Maßnahmen liegen in so weiter Ferne wie immer, da man bisher über erste Diskussionen nicht hinauskam und sich niemand wirklich für das Problem verantwortlich fühlt.

Nun hat der Chef des Stig Centers, die größte Umschlagstelle Göteborgs für Alkohol jeder Art, beschlossen auf eigene Faust einzuschreiten und übernimmt die Aufgabe von Polizei und Stadt. Für vorerst drei Monate bezahlt er berufliche Wächter, die den Parkplatz für Lastwagen permanent kontrollieren, offiziell um die Parkgebühren bei den Fahrern zu kassieren, und nebenbei um den illegalen Verkauf von Alkohol zu unterbinden, der nun seit 15 Jahren eine sichere Einkommensquelle für insbesondere ausländische Lastwagenfahrer ist.

Herbert Kårlin

Montag, 11. Juni 2012

Straßenfest in Göteborg mit Abfallproblem

Das diesjährige über die Social Medias organisierte Straßenfest in der Andra Långgatan in Göteborg hatte ungeahnte Folgen, denn als die Bewohner und Besucher der Straße am Sonntag Morgen aus der Haustür traten, standen sie im vermutlich größten Abfallhaufen, den man je in Göteborg sehen konnte, denn die städtische Reinigung hatte die Straße nach dem vortägigen Fest nicht gereinigt und will dies erst am heutigen Montag oder morgen erledigen, wenn die Straße zur Reinigung vorgesehen ist.

Die Stadt erklärte, dass sie gerne bei Festen Container zur Verfügung stellt oder eine Sonderreinigung bei Renova beauftragt, wenn der Verantwortliche des Festes vorher den entsprechenden Antrag stellt, was bei dieser ungenehmigten Veranstaltung jedoch nicht der Fall war. Göteborg will daher ein Exempel statuieren und den Müll auf der Straße nicht vorzeitig beseitigen, auch nicht, falls Ratten in der Straße auftauchen sollten.

Nach der Tageszeitung GP hat jedoch bereits Tage vor der Veranstaltung ein Teilnehmer des Festes, das logischer Weise keinen Verantwortlichen haben kann, sowohl die Stadtverwaltung angerufen und um eine Sonderreinigung gebeten als auch eine entsprechende Mail an die Verantwortlichen geschickt, die bis heute jedoch unbeantwortet blieb. Es liegt daher der Verdacht nahe, dass die Kommunikation in Göteborg nicht funktioniert, oder aber, dass die Stadt moderne Veranstaltungsmöglichkeiten über Facebook, die zudem sehr erfolgreich sind, unterbinden will.

Herbert Kårlin

Sonntag, 10. Juni 2012

Minister besuchen die Schären Göteborgs

Nachdem die Regionalregierung des Västra Götaland und das Umweltgericht dem schwedischen Militär die Genehmigung erteilten die Schießübungen in den südlichen Schären Göteborgs erheblich auszudehnen, ungeachtet der Umweltrisiken für das Meeresmilieu, den Lärmbelästigungen für die Bewohner und den Einschränkungen hinsichtlich der touristischen Entwicklung der Schären, kann nur noch die Regierung diese Entscheidung aufheben.

Der Göteborger Stadtrat hat sich daher einstimmig dafür ausgesprochen die Umweltministerin Lena Ek und die Verteidigungsministerin Karin Engström zu einem Besuch in Göteborg und auf den südlichen Schären einzuladen und ihnen damit die Chance zu bieten das betroffene Gebiet mit eigenen Augen zu sehen und in einem Gespräch, auch mit den Bewohnern der Inseln, mehr über die Problematik mit den Schießübungen zu erfahren.

Lena Ek hatte sich am 23. März des Jahres erstmal zur Frage der Schießübungen ausgesprochen und erklärt, dass die Entscheidung der Regierung mindestens ein Jahr dauern kann. Erstaunlich war, dass die Umweltministerin am Tag ihrer Erklärung nicht darüber informiert war, dass im betroffenen Gebiet auch rund 5000 Personen permanent wohnen. Die Umweltministerin muss auch darüber entscheiden ob die ausgedehnten Übungen in den Schären mit der schwedischen Umweltpolitik und den europäischen Vereinbarungen in Einklang stehen.

Herbert Kårlin

Samstag, 9. Juni 2012

Göteborg braucht mehr Abfall

Die Abfallverbrennungsanlage Renova in Göteborg gehört zu den modernsten Anlagen der Welt, die durch die Verbrennung von Abfall für 30 Prozent der Fernwärme und fünf Prozent Strom der Stadt sorgt. Die Kapazität der Verbrennungsanlage ist so hoch, dass allerdings der gesamte Abfall Göteborgs und seiner Umgebung nicht ausreicht um die Anlage kostenneutral oder mit Gewinn arbeiten zu lassen, daher muss Abfall importiert werden.

Da jedoch in den letzten Jahren die modernen Verbrennungsanlagen in ganz Schweden wie Pilze aus dem Boden schossen, muss der Abfall mit Lastwagen und Schiffen aus anderen Ländern geholt werden. Göteborg profitiert vor allem davon, dass Norwegen seinen Abfall mangels ausreichender Anlagen los werden will und kann daher preisgünstig Abfall in Wärme und Strom verwandeln.

Göteborg lobt diese Lösung und spricht von grüner Wärme, die zudem die Müllhalden in Norwegen verhindert und denkt dabei wenig an die kurzsichtige und umweltschädliche Warte der Aktion. Denn zum einen sind auch in Norwegen keine Müllhalden mehr erlaubt, und zum anderen verursacht der Import durch den Transport bereits einen Schaden und verhindert zudem, dass Norwegen die grüne Wärme nutzen kann, Norwegen also das umweltschädliche Öl verbrannt werden muss um Wärme zu schaffen.

Herbert Kårlin

Freitag, 8. Juni 2012

Geringe Aufklärung von Kriminaltaten im Västra Götaland

Nach der der jüngsten Statistik der Polizeibehörden des ersten Quartals des Jahres ist die Quote der aufgeklärten Fälle in den letzten acht Jahren auf den Durchschnittswert von 17 Prozent gefallen, wobei das Västra Götaland selbst diese Quote noch unterschreitet, da hier nur 15 Prozent der Fälle aufgeklärt werden, was die Arbeit der Polizei ernsthaft in Frage stellt.

Die Situation ist umso erschreckender, wenn man bedenkt, dass die Regierung die Einsatzstärken um über zehn Prozent erhöhte und die Installation von Überwachungsanlagen, die Fahndung über Internet und andere Maßnahmen die Aufklärung der Fälle erleichtern sollten und vorbeugende Maßnahmen die Anzahl der Fälle senken soll, was im Västra Götaland ebenfalls nicht gelungen ist.

Die Polizei im Västra Götaland schiebt die geringe Aufklärungsquote, wie auch die Kollegen in anderen Regionen, auf das Übermaß an Papierarbeit, da sich diese um weitaus mehr als zehn Prozent erhöhte und daher die neuen Kollegen in Realität keinerlei Erleichterung seien. Die Polizeileitung fordert jedoch die regionalen Polizeichefs auf die Effektivität der Polizeibeamten zu steigern, da nach der Führungsschicht der schwedischen Polizei die Arbeitsproduktivität des einzelnen Beamten permanent abnimmt, was sich nicht aus übergroßer Schreibarbeit erklären lässt.


Herbert Kårlin