Donnerstag, 5. September 2013

Einfacher Standard für Studentenwohnungen in Göteborg

Kurz nachdem sich die kommunale Firma Bostadsbolagen in Göteborg entschieden hat bis zum Jahre 2015 selbst Studentenwohnungen zu bauen um damit 700 zusätzliche Wohnungen zu stellen, kommt nun ein kleiner Dämpfer für all jene, die in die neuen Wohnungen einziehen wollen, oder aber in irgendeine neue gebaute Studentenwohnung der Stadt ziehen wollen, denn die Wohnungen werden nicht den bisherigen Standard haben.

Das Bauamt der Stadt Göteborg hat nämlich beantragt die bisherigen Regeln zum Bau von Wohnungen für Studenten grundsätzlich aufzuheben um kleinere Wohnungen mit weniger Komfort, dafür aber auch etwas billiger, bauen zu dürfen, was natürlich bedeutet, dass der Quadratmeterpreis für die neuen Mieter kaum unter dem heutigen liegen wird, sie jedoch weniger geboten bekommen und deswegen auch weniger zu zahlen haben.

Der Gedankengang der Göteborger Stadtplaner und des Stadtrates ist indes politisch und in einer Notlage nahezu logisch, denn in deren Augen ist es Studenten nur recht auf Größe und Komfort einer Wohnung zu verzichten, wenn dies die einzige Chance ist überhaupt eine eigene Unterkunft zu finden. Es stört diese Studenten sicher auch nicht mit mehr Lärm, ohne Aufzug und geringerem Komfort zu leben als ursprünglich zu ihren Gunsten bestimmt wurde. Ob dadurch natürlich wirklich mehr Studentenwohnungen gebaut werden, das sei noch dahingestellt.

Herbert Kårlin

Mittwoch, 4. September 2013

Göteborger Fischkirche unter Denkmalschutz

Bisher findet man in Göteborg 75 Bauwerke, die unter Denkmalschutz stehen, wobei in den letzten zwölf Jahren lediglich 17 unter ihnen in die Liste aufgenommen wurden, letztmals der Bockkran in Eriksberg im Jahre 2012. Nun wollen Landesregierung und die Stadt Göteborg ein weitere Gebäude und ein gesamte Ansammlung an Häusern unter Denkmalschutz stellen, damit zwei touristisch interessante Projekte erhalten bleiben können.

Blick auf den Bockkran in Eriksberg

Bei den beiden Projekten handelt es sich zum einen um die Fischkirche (Feskekôrka), das Gebäude mit dem Göteborger Fischmarkt, und das Quartier Furiren in Haga mit seinen Landshövdingehus, einem Baustil, den man ausschließlich in Göteborg findet und die damals sehr häufigen Brände verhindern sollten. Haga ist heute der von Göteborgern und Touristen meist besuchte Stadtteil Göteborgs, der durch seine Antiquitätenläden und seine Cafés eine kleine Stadt innerhalb Göteborgs darstellt.

Die Region und die Stadt wollen das Verfahren nun sehr schnell durchziehen, damit sowohl Feskekôrka als auch Furiren noch dieses Jahr einen geschützten Status erhalten können und eine entsprechende Plakette an den Gebäuden angebracht werden kann. Falls die Eigentümer der Gebäude damit einverstanden sind, so soll nach der Entscheidung die Plakette anlässlich eines kleinen Festes angebracht werden zu dem alle Bürger der Stadt eingeladen sind.

Copyright: Herbert Kårlin

Dienstag, 3. September 2013

Baustopp in Göteborg weil Bürger klagen

Gegenwärtig können in Göteborg 2400 Wohnungen nicht gebaut werden, weil Anwohner oder andere Betroffenen die Baugenehmigung der Stadt vor die Gerichte brachten und durch Klagen den Bau verhindern. Besonders betroffen davon sind Bauprojekte in den sogenannten „besseren“ Vororten Göteborgs, da die Villenbesitzer keine dreistöckigen Wohngaragen neben ihren Grundstücken sehen wollen, sondern auf den Villencharakter der Umgebung pochen.

Die Stadt gibt nun diesen Baustopps einen großen Teil der Schuld daran, dass die Wohnungsnot in Göteborg immer größer wird, obwohl es sich bei den geplanten Bauten nahezu ausschließlich um Wohnungen nach Bostadsrätt handelt bei denen die Käufer der Anteile erst einmal mindestens fünf Millionen Kronen benötigen um einziehen zu können und dann monatlich weitere 6000 bis 8000 Kronen aufbringen müssen um ihr Wohnrecht zu behalten, der Mangel an Wohnungen jedoch überwiegend Mietwohnungen betrifft.

Auch wenn die Klagen der Bewohner einen Bau, wenn auch nicht immer verhindern, so doch um zwei bis zehn Jahre verzögern können, so sieht Göteborg das tatsächliche Problem nicht daran, dass, wie bereits in den 60er Jahren, gebaut wird wo man die nötigen Quadratmeter findet ohne sich irgendwie um einen Gesamtplan einer Gegend zu kümmern oder den tatsächlichen Bedarf zu beachten. Nachdem es in Göteborg immer mehr Arbeitsplätze gibt bei denen man pro Stunde 75 bis 90 Kronen brutto erhält, also netto weniger als 9000 Kronen überwiesen bekommt, so benötigt man auch Wohnungen für diese Schicht.

Herbert Kårlin

Montag, 2. September 2013

Göteborger bleiben im Ungewissen über die Infrastruktur

Während man gestern bereits im Göteborger Stadtteil Angered die 400-Jahrfeier Göteborgs vorfeierte, beginnen sich an anderen Stellen der Stadt Bürger über die Zukunft der Stadt zu beunruhigen, denn die Vorbereitungen zum gigantischen Infrastrukturpaket zeigen nun die ersten Schattenseiten über die die Bürger selbstverständlich ebenso wenig informiert wurden wie über andere Probleme, die mit der vermutlich größten Baustelle Schwedens zur Jahrhundertfeier auf sie zukommen.

Um den Eisenbahntunnel unter der Stadt zu bauen, haben die Planer des Baus nämlich vorgesehen sechs sogenannte Arbeitstunnel zu bauen über die im Rhythmus von allen 20 Minuten schwere Lastwagen verkehren werden und die später dem Eisenbahntunnel zur eventuellen Evakuierung bei Problemen dienen sollen. Das Problem dabei ist jedoch, dass einer der Tunnels selbst unter Häusern des 19. Jahrhunderts geplant ist, unter Häusern, die kaum Erschütterungen vertragen und im Grunde geschützt werden müssen.

Dass die Bürger Göteborgs über die geplanten Tunnelbauten bisher nicht informiert wurden, erklären die Verantwortlichen damit, dass ja noch keine endgültige Entscheidung gefällt sei und die Lage der Tunnels daher nicht eindeutig festgelegt wurde. Außerdem sollen permanent Messungen vorgenommen werden, die jede Veränderung der Bausubstanz der betroffenen Häuser melden würden, was den Bewohnern jedoch kaum Sicherheit bietet. Und falls ein bereits begonnener Tunnel verlegt werden soll, so können die Kosten für den Göteborger Eisenbahntunnel explosionsartig in die Höhe gehen, was wiederum nur mit der Erhöhung der Maut ausgeglichen werden kann.

Herbert Kårlin

Sonntag, 1. September 2013

Extremsport in den nördlichen Schären Göteborgs

Nach dem großen Erfolg des Insellaufs (Öloppet) in den südlichen Schären Göteborgs, der Anfang August zum zweiten Mal vom Stapel lief, haben nun auch die nördlichen Schären ihr Ereignis für Extremsportler geschaffen, das in vielem dem Vorgänger ähnelt, jedoch eine dritte Sportart mit integriert, denn in den nördlichen Schären müssen die Teilnehmer auch beim Paddeln ihre Leistung zeigen.

Das Ten Island Race umfasste sämtliche bewohnten Inseln der nördlichen Schären und baute zudem darauf auf, dass auf jeder der Inseln der höchste Punkt betreten werden musste. Von den 50 zugelassenen Teams traten letztendlich 37 Paare an, die sich nach den Regeln nie weiter als zehn Meter voneinander entfernt sein durften, was im Grunde voraussetzte, dass die beiden Partner in allen drei Sportarten etwa gleich stark waren und bereit waren auch eine extreme Leistung zu bringen.

Das Ten Island Race ging über eine Gesamtstrecke von 46,24 Kilometer, wobei 26,8 Kilometer im Spurt zurückgelegt werden mussten, 18,2 Kilometer im Kajak und 1,24 Kilometer schwimmend, allerdings bei kräftigem Gegenwind und einer Wassertemperatur von gerade einmal 17 Grad. Nicht verwunderlich war allerdings, dass die Veranstalter viele Gesichter des diesjährigen Insellaufs zu sehen bekamen, die erneut ihre Grenzen suchten. Der Gewinn der Veranstaltung in Höhe von 30.000 Kronen wurde an die Organisation Missing People gespendet, die ehrenamtlich nach spurlos verschwundenen Personen sucht.

Herbert Kårlin

Samstag, 31. August 2013

Das Universeum in Göteborg bekommt weniger Geld

Im Regenwald der Universeum in Göteborg

Die Nachricht, dass das Universeum in Göteborg im nächsten Jahr statt dem erwarteten regionalen Zuschuss in Höhe von bisher jährlich zehn Millionen Kronen nur noch 7,4 Millionen Kronen erhält, schlug nahezu wie eine Bombe ein und bedeutet, dass an Projekten gespart werden muss und auch das Personal gekürzt wird, jedoch in einer Weise, dass es die Besucher der populärwissenschaftlichen Einrichtung nicht zu spüren bekommt.

Aber auch wenn die Kürzung des Budgets so kurzfristig kommt und dadurch gewisse Probleme bei der Planung des nächsten Jahres verursacht, so war diese Kürzung seit Jahren zu erwarten, da die Region Västra Götaland für diese Art an wissenschaftlichen Einrichtungen nur über ein jährliches Gesamtbudget von insgesamt 15 Millionen Kronen verfügt, die jedoch an sechs Einrichtungen verteilt werden müssen. Das Universeum war daher jahrelang privilegiert, jedoch mit dem Ziel, dass die dortige Geschäftsführung sich bald von einem Teil des Beitrags löst und sich von den Eintritten finanziert statt durch die Subventionen immer größere Projekte in die Wege zu leiten.

Die neue Verteilung der 15 Millionen Kronen soll nun so vor sich gehen, dass die Summe der Menge der Kinder angepasst wird, die man in der Nähe einer der sechs populärwissenschaftlichen Einrichtungen findet, was dem Göteborger Universeum immer noch knapp die Hälfte des Gesamtbudgets bringt. Allerdings sollen die bisherigen Stiefkinder, der Innovatum Teknikpark in Trollhättan und das Dalénium Science Center in Skövde, in Zukunft eine höhere Summe erhalten um ihre Einrichtungen ausbauen und besser entwickeln zu können.

Copyright: Herbert Kårlin

Göteborg Reiseführer

Freitag, 30. August 2013

Die Händler Göteborgs bilden eine Vereinigung

Nachdem die Aktiengesellschaft Innerstaden AB in Zusammenarbeit mit der Stadt Göteborg und mit der Unterstützung Europas die Planung und die Organisation der Innenstadt an sich gerissen hat und so nebenbei noch zahlreiche Händler zu einer Zwangsmitgliedschaft zwingt, auch wenn das Unternehmen gegen ihre Interessen arbeitet, hat sich eine Gruppe der Händler der Innenstadt nun zu einem eigenen Verband unter dem Namen Cityhandeln zusammengefunden.

In der Mehrheit handelt es sich bei diesen Händlern um kleinere Firmen, die auf Grund von fehlerhaften Parkplatzplanung, abgesperrten Straßen, Maut und anderen von Innerstaden gutgeheißenen oder gar geforderten Maßnahmen bis zu 20 Prozent des Umsatzes eingebüßt haben. Vor allem das Problem der Parkplätze, die mehr und mehr aus der Innenstadt verschwinden oder an denen das Parken auf 30 Minuten begrenzt ist, versetzt viele Händler in Wut, da viele Gegenstände nur mit einem Fahrzeug transportiert werden können und die Kunden daher auch in der Nähe des Ladens parken wollen.

Da sich die Grundziele der Firma Innerstaden AB und jenes des neuen Vereins sich entsprechen, nämlich die Innenstadt mit möglichst vielen Läden zu erhalten, ist vielen unverständlich, dass Marianne Sörling, die Geschäftsführerin von Innerstaden nicht die tatsächlichen Probleme der kleinen Händler sieht, sondern die Ursache des Umsatzrückgangs darin sehen will, dass die Händler zu wenig arbeiten, denn wenn diese ihre Läden auch am Sonntag offen halten würden, so kämen auch die Kunden, und dies, obwohl diese Händler schon heute 60 bis 80 Stunden die Woche arbeiten um über die Runden zu kommen.

Herbert Kårlin