Dienstag, 7. Januar 2014

Eingeschränktes Nachtleben in Göteborg hilft nicht gegen Gewalt

In einem Debattenbeitrag in der Göteborgs-Posten weisen zwei moderate Politiker darauf hin, dass das Schließen von Kneipen und Nachtklubs jeden Freitag um drei Uhr morgens in keiner Weise zur versprochenen geringeren Gewalt in der Stadt führte, jedoch im Gegenzug Arbeitsplätze vernichtete. Nach Analyse der beiden Politiker führt die Sperrstunde um fünf Uhr morgens in Stockholm zu weniger Gewalt als die weitaus frühere Sperrstunde in Göteborg, da man in Stockholm auf vorbeugende Maßnahmen setzt.


In der Tat vertritt Göteborg die Politik, dass der rot-grüne Stadtrat grundsätzlich besser informiert ist als die Besitzer von Kneipen, Nachtklubs oder auch die Bewohner der Stadt, die sich grundsätzlich gegen die frühe Sperrstunde aussprachen und rechtzeitig auf die wirtschaftlichen Einbussen aufmerksam machten. Allerdings gelang es Göteborg mit seiner Idee das Nachtleben in der Stadt ab drei Uhr morgens nahezu zum Erliegen zu bringen. In den Augen des Stadtrates geht man nicht wegen der Musik oder auch um mit Freunden zusammen zu sein aus, sondern um sich zu betrinken.

Auch touristisch gesehen ist die Entscheidung Göteborgs ein bedeutender Nachteil, da vor allem jüngere Besucher, die ein Wochenende in einer schwedischen Stadt verbringen wollen, immer mehr zu Stockholm als zu Göteborg greifen, denn für Besucher aus anderen europäischen Ländern beginnt die Nacht erst nach Mitternacht und geht dann bis in die Morgenstunden. Der Verlust gerade dieser jungen Gruppe an Touristen kann in Göteborg langfristig zu bedeutenden Einbussen aus dem europäischen Tourismus führen.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Montag, 6. Januar 2014

Hochhäuser und eine neue Mietpolitik in Göteborg

Um die extreme Wohnungsnot in Göteborg zu beheben, entstehen die letzten Wochen über die ungewöhnlichsten Ideen und Vorschläge über deren Sinn man sich sicher streiten kann, aber die mit Sicherheit das Problem nicht beseitigen werden, sonder vermutlich der Beginn von neuen und zusätzlichen Problemen sind, da sie an den wahren Problemen der Wohnungsnot vorbeigehen und wenig überdacht sind.

Bild: Wingårdh

Noch zum Ende des vergangenen Jahres kam der Mieterverband auf die Idee, dass man jungen Leuten, die in Göteborg eine günstige Wohnung suchen, Speicherwohnungen anbieten soll, denn immerhin stehen, statistisch gesehen, bereits über 1000 unter ihnen gegenwärtig leer. Dass die Dachstühle oft nicht isoliert sind, keine Heizung vorhanden ist und gegenwärtig als Abstellplatz für Mieter der Häuser dienen, scheint dabei kaum von Interesse zu sein, ebenso wenig die Kosten, die eine Aufrüstung der Speicher fordern würde und den Mietpreis in die Höhe treiben kann.

Nun haben die Politiker Göteborgs, dank der Idee des Architekturbüros Wingårdh, eine zusätzliche Idee gefunden, die ganz allgemein zu Wohnungen führen soll, denn Gert Wingårdt hält es für ideal bei Heden so hoch wie möglich zu bauen und damit die Mietpreise von der Höhe der Wohnung abhängig zu machen, so dass der gehobene Normalverdiener in den unteren Etagen Platz findet und jene Mieter, die Luxus suchen, so hoch oben wie möglich unterkommen können, sich also (fast) alle Gesellschaftsschichten unter dem gleichen Dach befinden.

Copyright: Herbert Kårlin

Sonntag, 5. Januar 2014

Göteborg setzt auf Touristen aus Asien

Nach den Zahlen des städtischen Unternehmens Göteborg & Co. ging die Anzahl der Übernachtungen in Göteborg, verglichen mit dem Jahr 2012, bis Ende November vergangenen Jahres um rund vier Prozent nach oben und werden voraussichtlich auch weiterhin ansteigen, was, trotz der zahlreichen neueren Hotels und den bereits geplanten Einrichtungen, in wenigen Jahren bereits zu Engpässen führen wird, falls nicht zusätzliche Hotels entstehen.


In der Tat sind die verschiedenen Events, Kongresse und vor allem der Tourismus mittlerweile eine der wichtigsten Einkommensquellen Göteborgs, die jedoch nur ausgedehnt werden können falls die Stadt ihr Konzept besser auf den Tourismus anpasst, denn der extreme Mangel an Parkplätzen für Reisebusse, die Reduzierung von Parkplätzen und der Transport von Kreuzfahrttouristen an Orte außerhalb Göteborgs wird das Wachstum bald in Grenzen halten.

Göteborg & Co. träumt daher bei seinen Zukunftsplänen bereits vom Hochgeschwindigkeitszug zwischen Oslo und Kopenhagen und davon, dass sich Göteborg zu einer wahren Großstadt entwickeln wird, was mangels Wohnfläche kaum Wirklichkeit werden kann. Nachdem Schweden für europäische Touristen auch immer teurer wird, rechnet Göteborg & Co. bei seinem 30-jährigen Plan auch mit Touristen aus Asien, das sich allerdings in den kommenden Jahren stark verändern kann und auch ein Luxusangebot fordert, das Göteborg bei der aktuellen Struktur nicht bieten kann.

Copyright: Herbert Kårlin

Samstag, 4. Januar 2014

Der City Airport in Göteborg setzt auf Expansion

Der City Airport in Göteborg verzeichnet von Jahr zu Jahr mehr Passagiere, nicht zuletzt wegen seinem Hauptkunden Ryanair. Im Jahr 2013 konnte der Flughafen insgesamt nahezu 850.000 Flugreisende rechnen, was einem neuen Rekord entspricht. ´Sollte der Trend weiterhin anhalten, so wird bereits 2020 die nächste Schwelle von über einer Million Passagieren in Säve erreicht sein.


Auch wenn Ryanair ab diesem Jahr vier wichtige Fluglinien des City Airport Säve strich, so rechnet der Flughafen damit, dass die irische Fluggesellschaft ab 2015, spätestens jedoch 2016 Göteborg wieder als eine seine wichtigster nordischen Basen betrachten wird, denn immerhin wird die Flugflotte Ryanairs im Jahr 2015 durch fünf neue Flugzeuge erweitert und eine noch größere Anzahl wurde für das darauf folgende Jahr bestellt.

Die Expansion des City Airports ist allerdings nicht nur an die Expansion und neue Fluglinien von Ryanair gebunden, sondern auch an zwei andere Bedingungen. Zum einen benötigt der Flughafen eine Ausdehnung der Flugzeiten durch die Regionalregierung, die bereits im Januar des Jahres beantragt wird und zum anderen müssen aber auch, bereits bei den aktuellen Flugzeiten, 59 private Gebäude gegen den Fluglärm isoliert werden, wobei der Flughafen im letzten Jahr gerade einmal 15 Häuser entsprechend isolierte. Bei einer ausgedehnten Flugzeit dürften allerdings auch zusätzliche Gebäude gegen den City Airport wegen dem Fluglärm klagen.

Copyright: Herbert Kårlin

Freitag, 3. Januar 2014

Das Västra Götaland setzt auf Windkraft

Gegenwärtig findet man im Västra Götaland über 500 Windkraftwerke und damit weitaus mehr als in den anderen Regionen Schwedens, wobei man dabei bedenken muss, dass man in ganz Schweden mit seinen 21 Regionen (Län) nur etwas über 2500 Windkraftwerke findet und im Västra Götaland die Windräder in 37 der 49 Gemeinden zu finden sind, obwohl der Widerstand der Bewohner im allgemeinen sehr hoch ist.


Unter den neun Terwattstunden Windstrom, der gegenwärtig in ganz Schweden produziert werden, fallen 665 Megawatt auf das Västra Götaland, was wiederum bedeutet, dass die Anlagen der Region, statistisch gesehen, mehr Leistung bringen als in den anderen Teilen des Landes. Ob dieser Vorsprung langfristig gehalten werden kann, ist jedoch sehr schwer zu beurteilen, da einige Großprojekte des Västra Götlands nun von den Gerichten behandelt werden, da die Bevölkerung sich mehr und mehr gegen die Ausdehnung der Windkraft wehrt.

In diesem Rahmen muss auch gesehen werden, dass seit dem Jahreswechsel nur noch erneuerbare Energie an die städtischen Unternehmen Göteborgs geliefert wird, also Energie, die durch Wind, Wasser und auf biologische Weise gewonnen wird. Die Bewohner der Stadt müssen auf diese Entwicklung noch länger warten, denn der Stadt ist es wichtig als Organisation ein Vorreiter in Schweden zu sein, da dies ein idealer Weg ist um Europagelder zu erhalten.

Copyright: Herbert Kårlin

Donnerstag, 2. Januar 2014

Göteborger Schlosswald soll geschützt werden

Nach jahrzehntelanger Diskussion über die Entwicklung des Göteborger Schlosswaldes (Slottsskogen) und den unterschiedlichsten Plänen, die die gesamte Breite zwischen einer Bebauung und der Schaffung eines Schutzgebietes umfassen, wollen die Politiker der Stadt nun im Jahr 2014 einen Schlussstrich setzen und endgültig über die Zukunft der größten Grünanlage der Stadt entscheiden.


Alles weist darauf hin, dass der Stadtrat während einer der kommenden Versammlungen entscheiden wird den Schlosswald in ein kommunales Naturschutzgchutzgebiet zu verwandeln, was jede Bautätigkeit ausschließen soll und die Erhaltung des Parks als Grünfläche garantiert. Auch wenn diese Art von Schutz der geringsmögliche Schutz in Schweden ist, so könnte damit, zumindest für die kommenden Jahre, das wichtigste Ausflugsgebiet der Göteborger im heutigen Zustand erhalten bleiben.

Die Frage, die sich in diesem Rahmen allerdings stellen wird, ist die Nutzung des Schlosswaldes für Veranstaltungen wie Way Out West, die offensichtlich ein kommerzielles Interesse vertreten und die Anlage zeitweise für die Besucher sperrt sowie die Grünfläche stark strapaziert. Das Schutzinteresse wird daher dem kulturellen Interesse der Stadt gegenüberstehen und unter Umständen ein etwas zweifelhaftes Naturschutzgebiet entstehen lassen.

Copyright: Herbert Kårlin

Der Botanaische Garten in Göteborg

Mittwoch, 1. Januar 2014

Göteborgs-Posten schließt das Jahr mit einem Feuerwerk

Gestern pünktlich um 17 Uhr läutete die Tageszeitung Göteborgs-Posten auch dieses Jahr wieder, etwas im voraus, das Neue Jahr mit einem groß angelegten Feuerwerk ein, das man von nahezu jedem Standort der Stadt aus sehen konnte, auch wenn man das Kai vor der Göteborger Oper als die Loge für die prächtige Veranstaltung betrachtet an derm jedes Jahr hunderte von Göteborgern auf den magischen Moment warten.


Zehn Personen haben sich drei Wochen lang auf diese Lichtershow vorbereitet um synchronisiert 700 verschiedene Feuerwerkskörper im Gesamtwert von rund 250.000 Kronen innerhalb von elf Minuten in den relativ fast wolkenfreien Himmel zu schießen. Um das Publikum nicht zu enttäuschen, wurde ein vollkommen neues Lichterwerk konzipiert, das möglicherweise das größte Feuerwerk Schwedens ist.

Die einzige Frage, die sich dabei stellt, ist jedoch, ob die Fotografen, Journalisten und anderen Mitarbeiter, die wegen Sparmaßnahmen die Göteborgs-Posten im Laufe des Jahres 2013 verlassen mussten, ebenfalls davon begeistert waren, dass in so kurzer Zeit so viel Geld verbrannt wurde. Die Herausgeber sehen dies allerdings so, dass mit dem Feuerwerk so vielen Menschen eine Freude bereitet wurde, dass jede Kritik unsinnig sei.

Copyright: Herbert Kårlin